Bin ich traurig, dass der Geburtstag eines meiner Onkel ins Wasser fiel – also kurzfristig abgesagt wurde?
Dass ich an Ostern nicht stundenlang mit Menschen an einem Tisch sitzen musste, die sich genauso halbherzig für mich interessieren wie ich mich für sie? Richtig! – Die Antwort ist: nein, bin ich nicht.

Dass das kein besonders schöner Gedanke ist, weiß ich selbst. Doch genau so fühlt es sich an.
Ich habe versucht, ein wenig anders zu empfinden – man könnte sich ja auf dieses oder jenes Gesicht freuen, das in der Kindheit eine prägende Rolle spielte. Aber fähig dazu bin ich gerade nicht. - Sorry (I'm not sorry).

Den Sonntag habe ich gespürt. Aber nicht so richtig Ostern.
Hätte ich nicht den Papst im TV gesehen, wie er den Segen sprach, und davor das Traumschiff (eine sehr gute und unterhaltsame Folge, die alle Klischees erfüllte, die ich mir vom Traumschiff erhofft hatte) hätte sich dieser Tag nicht von einem gewöhnlichen Sonntag unterschieden.

Vielleicht liegt es auch daran, dass es dieses Jahr keine Osterdekoration gab. Keine Hasen, keine Häschen, keine Papp-Eier, die sich von der Decke abseilen. Wir haben sie einfach nicht aufgestellt. Nicht daran gedacht? Nicht gewollt?
Vor allem bei Mama scheint – das war schon an Weihnachten spürbar – jegliche Dekorationslust verschwunden zu sein.

Ich wollte nie glauben, dass so etwas Einfluss darauf hat, ob sich ein Tag besonders anfühlt. Doch offenbar ist es so.
Denn ich vermisse es (ein bisschen). Und ein Ostergefühl war heute nicht da.

Umso mehr gefiel mir mein Samstag mit dem Kinoerlebnis.
Wir aßen Steaks und Kroketten im engsten Familienkreis. Auch das schneller als üblich. Die Unterhaltung am Tisch war mittelprächtig – man merkte es daran, dass wir vielleicht eine halbe Stunde zusammensaßen.

Später – zumindest meine Eltern und ich – schauten wir „Das Traumschiff", neunzig Minuten lang. Wir naschten einige Schokoladeneier, und Vater und ich gaben auch etwas gemochten Unsinn von uns.
Doch an die richtig starken Ostertage der Vergangenheit konnten wir nicht anknüpfen – an jene Tage, an denen dieses Feiertagsgefühl hoch im Kurs stand und auch in uns.

Was genau fehlte, um diesem Ostersonntag diese besondere Feiertagsnote zu verleihen – ich weiß es einfach nicht!

Ob es mich getriggert hat, dass die Eierpyramide mit bunten Ostereiern nicht auf dem Wohnzimmertisch stand, die Deko fehlte, das Essen und die Unterhaltung zu stillschweigend und zu schnell verliefen, oder dass ich große Teile des Tages verschlief?
Wahrscheinlich war von allem etwas dabei – genug, damit sich dieses Ostergefühl überhaupt nicht einstellen wollte.


Passt gut auf euch auf und seid nett zueinander, wer immer ihr auch seid!?