Dienstagabend, nach dem besten Training mit meinen Jüngsten im Jahr 2026, fuhr ich mit Papa zum Wertstoffhof. Dort traf ich auf meinen ehemaligen Klassenlehrer aus der 6. Klasse. Er erkannte mich zwar, konnte mich aber nicht richtig zuordnen – ich wurde jedenfalls nicht mit Namen angesprochen. Viel Zeit zum Reden blieb uns ohnehin nicht.

Ich stand auf der Treppe zum Container und hatte gerade unseren Rasenschnitt entleert, als ich sah, wie mein ehemaliger Lehrer mit einem vollen Korb auf mich zukam. Ich bot ihm an, seinen Korb mit Heckenschnitt und Unkraut ebenfalls auszuleeren. Das tat ich dann auch.

Mitten im Vorgang rief er plötzlich: „Stopp!"

Doch da war es schon zu spät – sein Korb war bereits entleert. Er begann sofort, im frisch ausgekippten Grünschnitt zu suchen, und zog tatsächlich eine Kehrschaufel heraus. „Da hatte ich aber Glück", meinte er. „Die hätte ich sonst morgen früh gesucht."

Wenig später saß ich nach einer kurzen Verabschiedung wieder bei Papa im Auto. Unser Weg führte uns zu einem Discounter.

Kaum hatte ich den Laden betreten, blieb mir plötzlich die Luft weg. Meine Brust verengte sich, und ich hatte für einige Minuten Schmerzen. Ausgerechnet im Beisein von Papa, der sich Sorgen machte. Er fragte, ob ich Herzschmerzen hätte, was ich ehrlicherweise verneinte.

Ich streckte mich etwas und ging mit leicht nach vorne gehaltenen Armen durch den Laden, als würde mir jemand eine Pistole in den Rücken halten. Nach kurzer Zeit wurde es deutlich besser. Im Auto später war von den Brustschmerzen keine Spur mehr vorhanden.

Den Abend verbrachte ich, anders als geplant, müde und irgendwie erschöpft im Stammchat. Den Blog wollte ich schreiben, aber mehr als Gestammel kam am Dienstagabend nicht zustande.

So, genug gejammert.

Am Mittwoch meldete sich die Frau vom Förderverein, der meine Abteilung schon einmal unterstützt hatte. Man habe sich nun entschlossen, zusätzlich zum bereits bewilligten Geld die Kosten komplett zu übernehmen. Dafür bin ich sehr dankbar.

Die älteste Gruppe, die ich betreue, lieferte kein überragendes Training, aber ein gewohnt gutes.

Abgesehen von einem aufdringlichen Vater, der noch zehn Minuten vor Trainingsbeginn in der Halle erschien und seinen Sohn coachte, ihm Dinge zeigte, die schlicht technisch falsch waren.
Beim nächsten Mal bleiben die Eltern bitte wieder im Hallenfoyer. Und vorher gibt es die klare Ansage: Die Jugendlichen haben bereits einen Trainer.

Mein Zimmer riecht mal wieder nach Orange. Dabei fällt mir ein, dass Oranje (also die Niederlande) in einem guten WM-Spiel 2:2 gegen nimmermüde Japaner spielten. Auch sonst bin ich mit den bisherigen Leistungen der WM sehr zufrieden – kein Spiel wirkte bisher zäh.

Vor einer halben Stunde verließen Vater und ich gemeinsam das Wohnzimmer. Wir sahen England gegen Kroatien (4:2). Da ich wie immer neben dem Heimatland auch den Engländern die Daumen drücke, war das Spiel für mich vielleicht sogar noch unterhaltsamer, als es aus neutraler Sicht gewesen wäre.

Ich muss jetzt ins Bett. Vorher noch Rollladen und Fenster öffnen und hoffen, dass die Nacht Abkühlung bringt. Hier sind es immer noch 27,7 °C – der Hochsommer bleibt auch in der Nacht.


Passt gut auf euch auf und seid nett zueinander, wer immer ihr auch seid?!