Bei 26 C lief ich am Samstag durch eine sommerliche Wormser Innenstadt.
Ein Indiz dafür, dass Sommer wird – mehr als gefühlt 90 % der Menschen trugen T-Shirt. Außerdem waren erstmals wieder vermehrt sommerliche Kleider in der Wormser Stadt zu sehen. Nicht nur hier und da ein wohltuender Farbtupfer. Noch so ein Indiz, dass der Sommer anrollt.
Größter Indikator bleiben für mich jedoch die Außenbereiche der Cafés. Die waren fast ausnahmslos alle mit Besuchern besetzt.

So ein wenig Entscheidungsfreude hätte mir gutgetan.
Fast eine Dreiviertelstunde stand ich vor oder in einem Blumenladen und konnte mich nicht entscheiden, ob ich zu den Muttertaggeschenken noch Blumen für Mama nehmen sollte oder eben nicht. Papa nahm mir die Entscheidung ab – er hatte bereits Blumen besorgt, wie er mir über einen Kommunikationsdienst mitteilte.

Die Bayern taten sich lange gegen tapfere Wolfsburger Wölfe schwer.
Erst spät fiel durch einen Sonntagsschuss – obwohl noch Samstag war – das 0:1 für die in der Fremde agierenden Kicker aus München.
Der VFB gewann 3:1 gegen Leverkusen, was wichtig für die Champions-League-Qualifikation ist. Doch noch ist ein Spieltag zu absolvieren.


Mama wurde am Morgen von Söhnen und Ehemann beschenkt.
Vater und Bruder machten gemeinsame Sache, ich dagegen meine eigene.
Nur die Blumen, die waren von uns allen.

Der „ZDF-Fernsehgarten" wird in diesem Jahr 40 Jahre alt.
Ich war erstaunt, dass ich alle Fernsehgarten-Moderatoren problemlos aufzählen konnte. Dabei würde ich behaupten, insgesamt keine fünf Ausgaben des beliebten TV-Formats von Anfang bis Ende gesehen zu haben. Offenbar bleibt kultig eben kultig und da ich an (pop-)kulturellen Retro-Sachen meinen Spaß habe, spricht sich so etwas bis zu mir herum.

Am Nachmittag waren Vater, Bruder und ich mit Mama im Nachbardorf Eis essen.
Das Eiscafé war voll – womit wir gerechnet hatten. Dass es allerdings so voll war, dass wir anfangs wie Adler, die auf eine Maus lauern, verschiedene Standplätze einnahmen, um einen freien Tisch für die Familie zu erobern, überraschte dann doch.

Das Eis war hervorragend. Wenn dort etwas versalzen war, dann die Preise – aber die sind bei „Adami" und Co. auch nicht anders.

Bei Vater machte es sich zuerst ein grüner länglicher Wurm mit weißem Bäuchlein auf dem T-Shirt gemütlich. Mit Mühe entfernte ich ihn wieder, hatte der sich doch wie ein Klettverschluss an Pappas Shirt gepappt.
Ich setzte ihn auf dem Boden ab, behielt ihn aber im Auge – und keine zwei Minuten später saß „,dass Wurmli" bereits auf Vaters Socken.
Auch hier zeigte der kleine Kerl Widerstand und ließ sich nur mit etwas kräftigerem Ziehen von Papas Socke entfernen. Das Tierchen fühlte sich in meinen Händen wie ein lebendig gewordenes Gummibärchen an.

Ich kenne „Das Urmel aus dem Eis",„das Wurmli vor dem Eis" war allerdings auch für mich neu.

Mama schien richtig Spaß daran zu haben, mit ihrer Familie beim Eis im Freien zu sitzen.
Auch wenn ihr die vielen Menschen sichtbar etwas anstrengend wurden. Das konnte ich ihr allerdings nicht verübeln – mir ging es ähnlich.
Dort waren einfach zu viele „Nasen" unterwegs, denen man im Dorfleben, auf Veranstaltungen oder im Verein immer und immer wieder begegnet.

Auch sonst wirkte Mama zufrieden.
Mit dem Muttertag. Mit ihrer Familie.
Mit den Geschenken. Mit dem kleinen Ausflug. - Was alle ihre Männer mit Wohlgefallen zur Kenntnis nahmen.

Bis in den Abend hinein war das ein Frühlingstag, der sich als Sommertag verkleidet hatte. Dann folgte Regen, der dem Frühlingstag durch die rasche Abkühlung half, wieder aus seinem Sommerkostüm herauszukommen. 

Der Regen spornte mich an.
Sodass mein Schlafzimmer einmal mehr nach Orangen-Oberflächenreiniger duftet.
Morgen werden die gelben Mülltonnen abgeholt, weshalb ich auch meinen Papierkorb leerte. Dabei erfuhr ich, da Vater gerade mit dem Nachbarn sprach, dass dieser bald Geschichte neben uns sein wird.Ihn zieht es zu seiner Freundin, die zwei Häuser besitzt.
Außerdem möchte er mit ihr im Wohnmobil die Welt erkunden.Was mich hoffen lässt, dass auch künftig wieder ein verträglicher Nachbar neben uns einzieht.
Vielleicht jemand, der Eis mag und selbst kein Neandertaler aus dem Eis ist.
Das wären für ein Zusammenleben  vermutlich gar nicht die schlechtesten Voraussetzungen.



Passt gut auf euch auf und seid nett zueinander, wer immer ihr auch seid!?