Datum: Donnerstag, 29. Januar 2026
Zeit:
14 Uhr 45
Ort: „Eiscafé Adami", Worms

Ein wenig wehleidig war ich in den vergangenen acht Tagen. Dazu kam ein quälendes innerliches Jammern.
Außerdem – und das trug auch nicht gerade zur Erheiterung meiner Laune bei – streikten Bildschirm und Internet in meinem Hauptwohnraum.
Auch mit dem Schlaf haperte es beträchtlich, von Sonntag bis Donnerstag.
Aber bitte kein Mitleid, daran war nur ich selbst schuld.

Ich habe es mir überlegt: Ein wenig Mitleid nehme ich doch. Als aufbauenden Seelenstreichler.

Und jetzt alle einmal miteinander:
„Armer, armer Lifeminder! Armer, armer Lifeminder!"

– Danke euch, das tat echt gut.

Der Schlafmangel ließ sich im Alltag und beim Sport noch einigermaßen durch Einsatz und Leistungsbereitschaft kaschieren.
Äußerlich allerdings nicht. Einige ungewohnte Furchen zeichnen mein Gesicht, dazu sind meine Haare deutlich mehr ins Grau übergegangen.
Auf Kommando könnte ich die Augen schließen und würde – augenblicklich – sofort – nach Morpheus' Reich übersiedeln.
Doch diese Blöße gebe ich mir im Eiscafé natürlich nach wie vor nicht.

Anders sieht es im Bus aus.
Kaum eingestiegen, der Bus setzt sich in Bewegung, werde ich durch das sanfte Schaukeln in den Schlaf gewiegt – was ich zulasse.
An Lesen ist in diesem Zustand nicht zu denken.


Nun ist es Zeit, das Ruder wieder herumzureißen.
Zu einem Lebenswandel zurückzukehren, der mir guttut. Der zumindest einigermaßen meines Alters würdig ist.

Diese innerliche Zustands-Jammerei ist eigentlich mit meinem hauseigenen Ehrenkodex nicht vereinbar.
Möglicherweise gehören jedoch auch solche Ausbrüche zu meinem Leben als Mensch einfach dazu?



Passt gut auf euch auf und seid nett zueinander, wer immer ihr auch seid!?