Ich fühle mich gut und frei – an einem Freitag. Viel besser geht's nicht, oder?
Was möglicherweise auch daran lag, dass der Tag ziemlich so ablief wie ich mir das erhoffte.

Noch sitze ich hier in Sporthose, Shirt und barfuß. Gleich geht's unter die heiße Dusche, dann direkt ins Bett. Nee, nicht mit einer Frau – sondern mit einem Podcast auf den Ohren. Manchmal muss man sich eben mit dem Zweitbesten zufriedengeben.

Ausschlafen zu können an einem Werktag fühlt sich einfach nur großartig an. Wenn dann noch ein Sportereignis im TV läuft – wie jetzt die Basketball-Europameisterschaft – und Deutschland sein Gruppenspiel gewinnt, gegen mein Traumreiseland Schweden, toll!
In der Halbzeitpause mit den Eltern zu Mittag zu essen, ist auch meist ein Träumchen.

Es gab eine Fertig-Nudelpampe mit ungewöhnlich vielen Frikadellen. Diesmal – und wohl nur in diesem Zusammenhang – steht „Pampe" für etwas Positives. Mit Ketchup wurde das Gericht auf meinem Teller sogar zur Superpampe.

Das Training war eine dicke 3 Minus. Die Kids waren mit dem Kopf schon beim Sporttag und ich, das muss ich gestehen, in großen Teilen auch. Dennoch hätte man seine Ohren etwas mehr für die Worte des Trainers öffnen können, als es heute geschah. Na gut, Montag machen wir das alle wieder besser und holen uns das gewohnte „Sehr gut" für die Trainingseinheit ab.

Nach den Einheiten baute ich die Stationen auf. Auch die Frau vom Kinder- und Teenagerverein kam vorbei und wartete auf Eltern, die Kuchen und Muffins vorbeibringen mochten. Seltsam – niemand ließ sich blicken. Ich wette, morgen früh um 9 Uhr stehen sie alle gleichzeitig vor der Halle mit ihren Kuchenkreationen.

Vielleicht erinnerte man sich noch an den „Geschichtenerzähler" vom Mittwochsblog. Der erzählt – fast möchte ich sagen gottseidank – nicht nur bei mir dummes Zeug, sondern auch in anderen Abteilungen. Sein Trainer liebäugelt schon mit dem Rauswurf … … wenn es denn sein muss.

Mit Absicht wollte ich den Aufbau der Spielstationen allein machen, niemand sollte mir da reinwuseln, wenn ich die Stationen in der Halle verteile, ausprobiere und auf ihre Tauglichkeit in Sachen Schnelligkeit, Balance, Koordination, Zielwurf und Kletterfähigkeiten teste.
Doch unerwartet bekam ich Unterstützung von einem meiner älteren Trainingsteilnehmer. Er war eine unglaubliche Hilfe: sortierte Sachen vor, schleppte dicke Matten und Langbänke herbei, steckte mit mir die Weichbodenmatte in den Schwebebalken für die Station: „Vertrauenssprung", klebte Zettel fest und blies Luftballons auf. Dank ihm konnte ich über eine Stunde früher als gedacht den Heimweg antreten.

Zuhause saß ich mit Mama noch eine knappe Dreiviertelstunde auf der Couch. Wir sahen zusammen das TV-Filmchen „Zwei Frauen für alle Felle" zu Ende und danach die Tagesthemen. Letztere gingen aber eher in unserem Gespräch über diesen Freitag und die Familie unter.
Papa wiederum traf in einem Lokal im Ort auf alte Kameraden, mit denen er früher ein legendäres Ortsfest plante und veranstaltete. Bevor man ihnen den Geldhahn zudrehte und Knüppel zwischen die Beine warf. Auch er schien das Treffen sehr genossen zu haben.

Ich habe das Gefühl, dass ich noch lange an diesen kleinen, feinen Tag zurückdenken werde. Ein Tag, der durch pure innere Freiheit und Harmonie bestach und durch das Wissen, dass ich bereit bin, in allen Dingen weiter dazuzulernen. (… woran ich ehrlich gesagt hin und wieder schon stark gezweifelt hatte).


Passt gut auf euch auf und seid nett zueinander, wer immer ihr auch seid!?