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    Fizzy Lemon hat ein neues Video in der Gruppe Musikfreunde hochgeladen
    AMANDA PALMER
    "There Will Be No Intermission"

    laut.de-Kritik
    Kompromisslos wie der Tod und komplex wie das Leben.
    Review von Kerstin Kratochwill

    Amanda "Fucking" Palmer, extravagante Cabaret-Chanteuse und feministische Ikone, hat nach sieben Jahren Pause von ihrer Solo-Karriere ein neues Album vorgelegt: "There Will Be No Intermission" ist eine Art singende Krisenbewältigung geworden. Zu Pianoklängen zwischen Zirkusmelodie, Ukulele-Klängen oder Theaterorchester entfalten sich die 20 Songs über persönliche Verluste, globale Ängste und genderspezifische Themen.

    Zehnminütige Lieder sind darunter, aber dazwischen immer wieder instrumentale Interludes von unter einer Minute Länge. Diese kurzen Zwischentitel bieten ein bisschen Zeit zum Durchatmen: Die unerbittliche Ehrlichkeit in den Songs muss man ja auch erst einmal verarbeiten. Aber gemäß dem Albumtitel gibt es eigentlich keine Pausen hier, man muss sich der Musik regelrecht stellen.

    Der Anspruch dieses Werks ist hoch, will es doch nicht nur therapeutisch für die Künstlerin wirken, sondern auch für die Hörer: Die erste Vorab-Single "Drowning In The Sound" entstand in Interaktion mit den Fans, deren Kommentare und Ideen mit in den Songtext einflossen. So ertrinkt man nicht nur im Klavier-Sound, sondern auch im Lyrikstrom, in dem es von politischen Unruhen über die Sonnenfinsternis bis hin zu Taylor Swift geht. Ein Song, wie eine Timeline in einem sozialen Medium, überbordend und überfordernd, und doch die Kraft der Crowd feiernd.

    Zirka 12.000 Unterstützer finanzierten "There Will Be No Intermission" auf der Plattform Patreon und ermöglichten so diese schonungslose Songsammlung. Auf dem Cover zeigt sich Palmer splitternackt, die Hand hebt kämpferisch ein Schwert in die Höhe. Furchtlos stellt sie sich Themen wie Abtreibung, Fehlgeburt, Krebs, Trauer oder den dunklen Seiten des Elternseins, auch wenn ihr das Schreiben über diese Inhalte auch gehörig Angst einjagte, wie die The Dresden Dolls-Sängerin selbst sagt.

    Den Schlusspunkt des Albums setzt das herzzerreißende Stück "Death Thing": Wie geht man damit um, einen geliebten Menschen nach dem anderen an den Tod zu verlieren? Vielleicht gibt sich Amanda Palmer die Antwort ja selbst, in Songtiteln wie "Life's Such A Bitch Isn't It" oder auch in "Bigger On The Inside": "Be strong. And somewhere some dumb rock star truly loves you." Gerade, wenn dieser unbarmherzige und unbequeme Wahrheiten in seiner Musik ausspricht.
    Drowning In The Sound
    •   Musik
    •   Donnerstag, 14. März 2019
    • 3
    Provided to YouTube by The Orchard Enterprises Drowning In The Sound · Amanda Palmer Drowning In The Sound ℗ 2018 Amanda Palmer under exclusive licence to Co...
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