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„Freitag, Samstag, Mirjam“

John Baker Sander
18. September 2021(bearbeitet)
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Das war mal wieder ein Freitag und ein Samstag die viel, viel zu schnell vergingen.
Gefühlt hatten diese Tage höchstens zwölf statt den eigentlichen vierundzwanzig Stunden.

Gestern Abend war ich froh, dass die Jahreshauptversammlung mit knapp eineinhalb Stunden relativ kurz ausfiel.
Normalerweise – in nicht Corona-Jahren – dauert das nämlich länger. Totengedenken, Ehrungen vornehmen, abstimmen, Vorstand entlasten, wählen lassen, Berichten lauschen, Freiwillige für die verschiedensten Ämter finden und festmachen, nach Hause gehen.
Das war Vaters und mein Plan und offenbar der allen anderer Anwesenden auch.

Es war insgesamt eine gemütliche Sitzung. Bei der jeder jeden kannte. Ganz ohne Nachfragen nach Verlesen der Berichte und Kosten.
Was der gesamten Veranstaltung etwas atmosphärisch Heimeliges verlieh.


„Das Damengambit" hatte ich endlich beendet. Wunderbar.

Nun bin ich an „Per Mertesacker" Biografie zu lesen. Die den amüsanten Titel trägt: „Weltmeister ohne Talent".
Ich mag mehr wie die kleinen Anekdoten und Geschichtchen wie der ehemalige Nationalspieler Menschen darstellt.Ich mochte Herr Mertesacker als Fußballspieler sehr. Sein „Eistonnen-Interview" während der WM 2014 bleibt auch neben tollen Leistungen auf und neben dem Fußballplatz unvergessen.

Als TV-Experte war ich allerdings bisher so mittelmäßig von „Per Mertesacker" begeistert. Ich werde dies sicher nochmals überdenken.
Nächstens versuchen unter den gelesenen Gesichtspunkten ihn, als TV-Experte neu für mich einzuordnen.


Heute – also diesen Samstag, 18. September 2021 – quälte ich mich aus dem Bett. Die Nase leicht zu. Eine ausgetrocknete Kehle.
Ich wette, hätte ich nicht Termine gehabt, ich hätte bis in den späten Nachmittag mühelos durchgeschlafen.


In Worms sah ich „Tati". Die ungewohnt, ohne Hund vor ihrer Wohnung saß. Hoffentlich ist nichts mit ihrem Tier?
Ich machte dennoch einen Bogen um sie. Es ist dennoch nicht auszuschließen, dass mich „Tati" im vorrübergehen wahrgenommen hat. Sei`s drum.


Bevor ich mich mit Bruder zum Geburtstagsgeschenke aussuchen für Mama traf, hatte ich noch rund eine Stunde Zeit, Zeit die ich zum Fotografieren nutzen wollte.
Wieder zog es mich zum Dom. Mir wird der Wormser Dom einfach nicht Langweilig. Immer und immer wieder ist der Wormser Dom und seine unmittelbare Umgebung mein bevorzugtes Übungsobjekt zum Fotografieren.

„Ich gesell mich zu ihnen mit meinem Fotoapparat" ertönte eine freundliche Frauenstimme hinter mir.
Die gertenschlanke Frau, die da rief, hatte ich schon aus einigen Metern Entfernung beim Eis-löffeln mit ihrer dunkelbrauen Haut, den wuscheligen kurzen schwarzen Lockenpracht, der dunkelblauen Jogginghose und Ärmellose Weste, wie den offen schwarzen Sandalen wahrgenommen. Neben ihr auf der Besucherbank standen eine Tasche und zwei Rucksäcken. Alles wie man sehen konnte vollbepackt.

Eine Minute später stand sie neben mir; sie ist deutlich über 1 m 70; war mein erster Gedanke; der zweite „Mädel, du siehst erschöpft aus, man sieht dich an, dass du unterwegs warst; Grund hatte sich an ihrer Trainingshose verfestigt.

Erst mit dem Mobilphone. Dann mit einem kleinen Fotoapparat. Offenbar so einen, denn man auch gerne auf Hochzeiten auf die Gästetische stellt, damit man sich gegenseitig knipsen kann.

Wir beäugten uns gegenseitig dermaßen ungeschickt. Dass offensichtlich wurde, eine Karriere als Spion schlagen wir beide nicht ein.
Ich überwand mich zuerst, fragte: „Du kommst hier aus der Stadt?". Sofort antwortete sie: „Nein ich bin nur auf der Durchreise".„Ah auf der Durchreise". Entfuhr es mir (genial!
ß Vorsicht Ironie). Sie freute sich offenbar darüber jemanden von ihrem Abenteuer zu berichten. … und ich freute mich, dass sie mir so bereitwillig berichtete.
Sie erzählte mir, sie sei in Nürnberg mit dem Fahrrad gestartet, dann in den Norden, hätte „etwas die Niederlande mitgenommen" und nun wäre sie in Worms gelandet. Worms wäre ihr durchaus schon zuvor ein Begriff gewesen.

Ich hätte ihr gerne ungefähr drei Millionen Fragen gestellt.
Hielt mich aber für meine Verhältnisse stark zurück. Die Frau, die ich zwischen 24 und 32 Jahre alt schätze, sah schon ziemlich erschöpft aus.

Wir stellen uns mit Namen vor und reichten uns dabei die Hand.
„Ich bin Mirjam!"
Ließ sie mich mit einem lächeln wissen. Ich nutzte die Gelegenheit bat sie um ein Erinnerungsfoto. Sie willige sofort ein. „Können wir vielleicht E-Mail-Adressen austauchen? Würdest du mir das Bild zusenden?" Fragte Mirjam. Natürlich fiel meine Antwort positiv aus.

Ich wünschte ihr viel Glück und gutes Gelingen bei ihrer Reise, während ich mich von meiner interessanten Bekanntschaft verabschiedete.

Ich nahm kurz Platz, um meinen Fotoapparat wegzustecken, dabei sah von der Bank wie Mirjam an ihrem Rad, das sie vor dem Dom geparkt hatte, hantierte. Das Fahrrad war überladen. Rucksäcke, Taschen und unverkennbar auf dem Gepäckträger einen Schlafsack.

Beim Wegfahren winkte ich ihr zu, Mirjam zurück. Keine dreißig Sekunden später war die Reisende aus meinem Blickfeld verschwunden.


Mit meinem Bruder landete ich nach erfolgreicher Geschenksuche wieder im „Eiscafé". – Wir hatten einen richtig guten Familienplausch; Mirjam blieb allerdings unerwähnt.
Während wir dabei einen kleinen Erdbeer-Eisbecher verspeisten.


An Mirjam, die Bilder wurden per Mail versendet.
Ich bin gespannt, ob sie antworten wird?


„Guten Abend! – Wer immer ihr auch seid!"


Kommentare (2)

Hasal
19. Sept. 2021, 08:43
John, dann hattest ja wieder einen schönen Moment am Dom, dass freut mich. Sie wird Dir bestimmt antworten.;)
Habt Ihr für eure Mutti was schönes Geschenk bekommen ?:D
Jenny
19. Sept. 2021, 11:07
Da bin ich auch mal gespannt,ob sie sich melden wird,halte uns auf den laufenden. :D
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