Bin froh, dass ich meine sonntägliche Faulheit besiegen konnte.
Klar, war das nämlich nicht, dass ich diese Faulheit überwinden würde.
Erst in der Nacht hatte ich gelesen, dass bei uns in der Nähe eine „Kerb" stattfindet. Selbstverständlich – aufgrund der verhassten Freundin Corona - noch ohne Straßenumzug, die ich ja besonders gerne mag. Die bei Dorf- und Stadtfesten stets für mich der Höhepunkt sind.
Vorsichtshalber hatte ich den Smartphone-Alarm eingestellt, war jedoch davon ausgegangen, dass ich viel zu faul sein würde um mich überhaupt aus dem Bett zu erheben.
Schließlich wusste ich erst seit der Nacht, dass die „Kerb" in einem Nachbarort stattfinden sollte, einen offiziellen Auftrag hatte ich ja auch keinen.
Ich lag im Bett und hatte den Alarm bereits ausgemacht. Dachte bei mir, wie vermutet: „Oh nein, das wird nichts, ich schlaf noch zwei Stunden, dann geht's Frühstücken und ich verbummele den Tag gemütlich vorm PC.Gute Nacht!"
So gut 20 Minuten vergingen ….
Bis sich mein Innenleben wieder meldete; AUFWACHEN! Aber wäre es nicht großartig auch von diesem Jahr wieder Bilder im eigenen Archiv zu haben?
„Schon gab ich mürrisch zurück, aber es ist ja nicht mal Umzug! Also was solls?"
Erneut rumorte es in mir: „Das stimmt schon, aber gerade das wäre es doch, auch aus dem Corona-Jahr einige Bildchen im Archiv zu haben, oder?"
Diesen Argumenten hatte ich nun endgültig nichts mehr entgegenzusetzen. Mein Innenleben, ein Engelchen, hatte mein Faulheitsteufelchen vollkommen überzeugt.
„Ach Scheiße. Stimmt schon. Schlafen wird eh überbewertet."
In fast Rekordzeit war ich geduscht und abfahrbereit. Wen auch noch müde.
Fünfzig Minuten später stand ich mit Fotoapparat um den Hals auf dem Kerbe-Platz. Sonnenschein pur. … und ich endlich hellwach.
Dazu gut aufgelegte Gäste, eine Live-Band, die für eine ordentliche Stimmung sorgte und mit Hits von „Peter Cornelius" über „Cordula Grün" genau das bot, was die Besucher eines solchen Dorffestes in Feststimmung versetzte.
Für mich klares Heimspiel. Kannte mich doch viele Leute von der unterschiedlichsten Veranstaltung aus der Region.
Hier und da wurde ich gebeten das ein oder andere Foto zu schießen. Was mich ungemein freute. Großartig wie sich auch die Repräsentanten des Veranstaltungsortes und der umliegenden Gemeinden verhielten, die Schausteller und die Betreiber von Grill- und Getränkeständen. Alle waren sofort bereit bei den Fotos mitzuwirken.
Nach rund Eineinviertel Stunden verabschiedete ich mich wieder.
Zu Hause dankte ich nochmals meinem Engelchen und Teufelchen das sie mir diesen spontanen Sonntagsausflug doch schmackhaft gemacht hatten. Ich nicht den Tag bloß vorm PC oder mit Lesen zugebracht hatte.
Wenn man dann später auf die Kerb (oder andere Ereignisse) zurückblicken kann ist das ein tolles Gefühl.
Ich schau mal nach wie war und sah das eigentlich vor zehn oder fünfzehn Jahren aus? Ach schau mal sie war dabei oder er auch, hattest du das noch gewusst?
An speziell solchen Kleinigkeiten habe ich nach wie vor meine helle Freude.
Ähnlich wie am Samstag habe ich jede Menge Kraft und Energie aus diesem so unscheinbaren Ausflug gezogen.
„Seid nett zueinander und passt gut auf Euch auf! – Wer immer ihr auch seid?!"
