Leider schaffte ich es gestern nicht einen Blogbeitrag zu verfassen.
Wen es mir auch den gesamten Tag mächtig in den Finger juckte zu schreiben. Schuld, dass ich nicht zum Schreiben kam, war alleine der Samstag, der leider rätselhafter Weise auch nur vierundzwanzig Stunden zu bieten hatte.
Zuerst war ich wieder in meiner Lieblingsstadt aktiv.
Brauchte ich doch noch einiges an Fotozeugs für den Auftrag am Abend. Den üblichen Kram, Tücher zum Saubermachen, Batterien etc.
Dieser Herbstsamstag fühlte sich bereits in der Fußgängerzone gut an.
Die Menschen wirkten noch entspannter wie unter der Woche. Die Leute vermittelten das Gefühl richtig Lust zu haben zusammen in der Stadt unterwegs zu sein.
Selten habe ich so viele liebevolle kleine Gesten zwischen verschiedenen Pärchen so gehäuft beobachtet wie an diesem Samstag. Da wurden immer wieder verliebte Küsse ausgetauscht, der Frau der schwere Korb abgenommen oder einfach aus dem Nichts folgte eine spontane Umarmung.
Ich kann mich ja an solchen Szenen von glücklichen Menschen stets immer wieder von neuem erfreuen.
In der Wormser Innenstadt sind mehrere Buden aufgebaut, ein Karussell und feste Markthütten. Ein Vorbote für den Allerheiligen-Markt?
Vielleicht auch schon für den geplanten Weihnachtsmarkt?
Der ab Ende November bis kurz vor Weihnachten wieder in der Innenstadt stattfinden soll. Zumindest berichten dies mehrere Medien übereinstimmend.
Zu Hause blieb mir keine Stunde eine Kleinigkeit zu Essen und um unter die Dusche zu springen, umzuziehen und am Veranstaltungsort aufzutauchen. Selbst schuld, ich hatte es ja nicht anders gewollt.
Solche Corona-Apps erleichtern doch das Leben. Wie ich am Eingang zur Veranstaltung feststellte. Einmal vorzeigen, dass man geimpft ist, schon gibt's Einlass auch für gebuchte (Hobby)-Fotografen.
Man merkte den Menschen an, dass sie nach solchen Veranstaltungen lechzen. Mir ging es nicht anders. In den vergangenen Monaten durfte auch ich nicht viel auf Auftrag fotografieren. Wäre da nicht hin und wieder ein kleineres Fotoshooting gewesen, um das ich gebeten worden wäre oder ähnliches, dann wäre dieser Bereich meines Lebens komplett weggebrochen.
Das Musikfestival, das hauptsächlich von Guggenmusik-Kapellen bestritten wurde, fand zugunsten von krebskranken Kindern und ihren Familien statt. Keine der Kapellen nahm auch nur einen Cent für ihren Auftritt. Auch alle anderen Beteiligten verzichteten auf ihre Gagen und spendeten diesen für den guten Zweck.
Was für ein buntes Treiben auf der Bühne. Viel Musik, gute Unterhaltung. Dazu gab es gegrilltes und eine Bar um Hunger und Durst zu stillen. Bewundernswert, was die Menschen hinter der Ess- und Getränkeausgabe leisteten. Das wäre so gar nicht meines gewesen.
Das dankende Publikum nahm alle Kapellen hervorragend an. Eine nach der anderen wurde mächtig abgefeiert. In Gugge-Manier wurden Evergreens und Modernes interpretiert. Es wurde getanzt, geklatscht, gepfiffen.
Zwischendurch wurde immer mal wieder dieser und jener Spendeneingang vermeldet.
Ich fand es toll, dass man als Schirmherr „Andreas Bockius" verpflichten konnte. Der als Stadionsprecher für Mainz 05 u.a. tätig ist und auch durch die Fastnacht bekannt ist. Er gab mit seinem Bruder den ein oder anderen Schenkelklopfer-Song zum Besten.
Ein sympathischer Mensch, der direkt auf mich zukam, mir die Hand reichte und sich bedankte, dass ich Fotos machte. Worüber ich – ganz ehrlich – mich freute.
Ob Techniker, Rettungssanitäter, Beteiligte, Helfer auf oder hinter der Bühne, alle gaben ihr Bestes und zeigten sich von ihrer besten Seite.
Harmonie und das Miteinander für den guten Zweck standen im Vordergrund. Stress, Zoff und andere Störfaktoren gab es nicht. Oder man ließ sie sich zumindest nicht anmerken. Was diese Veranstaltung insbesondere auszeichnete.
Um 1 Uhr morgens fand die Hauptveranstaltung ihr Ende.
In einer zum Dreiviertel noch gefüllten Halle. Vielleicht sind fünf Stunden Event doch etwas viel?
Danach folgte noch eine zweistündige Aftershow-Party mit einem gebuchten DJ.
Ziemlich genau um 4 Uhr morgens trudelte ich Zuhause ein. Das Thermostat zeigte 1,7 C°. Schnell noch die Bilder heruntergeladen, erste bereits aussortiert, nochmals schnell unter die Dusche und dann ohne Zwischenstopp direkt um 6 Uhr 39 ins Bettchen.
Ich würde behaupten, es dauerte keine drei Minuten bevor ich sehr zufrieden einschlummerte und bis in den frühen Sonntagnachmittag ausschlummerte.
„Seid nett zueinander und passt gut auf Euch auf! – Wer immer Ihr auch seid?!"
