Ich wurde heute Opfer meiner eigenen Arroganz und momentanen Unbeweglichkeit (im Vergleich zu früher).
Ich stand vor meinen Trainingsteilnehmern und mochte ihnen eine Koordinationsübung mit Reifen vormachen.
Eigentlich ganz einfach, vorwärts in den Reifen hinein, rückwärts hinaus, vorwärts in den nächsten wieder hinein und natürlich danach in den nächsten Reifen wieder rückwärts hinaus und … immer so weiter.
„1000x schon vorgemacht. … "
Beim letzten Reifen erwischte es mich dann, ich lief rückwärts hinaus, kam ins Trudeln, konnte mich nicht mehr auf den Beinen halten, verlor den Körpergleichgewichtsschwerpunkt und lag keine zwei Sekunden später mit dem Rücken ausgesprochen erschrocken und schwer atmend auf dem Hallenboden.
Der erste Gedanke galt leider nicht mir selbst, ob alles mit mir in Ordnung wäre; verdammter Mist, wie kann man nur so blöd sein, umzufallen, aus dem Tritt zu kommen, dass vor so vielen Zuschauern und Trainingsteilnehmern? Verflucht!
Danach überprüfte ich meinen Zustand noch immer auf dem Hallenboden liegend. Genau während dieses Gedankenganges, das alles mit mir in Ordnung ist, fährt mir ein Schmerz für Sekunden in den rechten Fuß.
Ich rappele mich mühsam auf. Humpele zurück, die wenigen Meter zu den Trainingsteilnehmer und setzte die Übungsstunde fort. Der Schmerz im Fuß Sekunden später vergessen.
Ungefähr zwei Stunden nach Trainingsende kehrt der Schmerz – während ich in meinem Schlafzimmer vor dem Computer sitze – in meinen rechten Fuß unerwartet zurück.
Ein Blick auf das schmerzende Körperteil und ich bin entsetzt. Stelle fest; der Fuß sieht doppelt so dick aus wie sein Fußnachbar auf der linken Seite. – Sorge!
Ich hole mir unter einiger Pein einen Kühlakku und Schmerzgel. Jeder Treppenschritt bekomme ich dank meiner Tollpatschigkeit dreifach zu spüren. Wobei es Treppe aufwärts deutlich schmerzhafter war.
Nun der Kühlakku tat gut. Die Schwellung am Fuß ist deutlich zurückgegangen, wenn auch der Fuß weiterhin nicht gesund wirkt, jetzt hoffe ich aufs Schmerzgel.
Habe ich Lust einen Arzt aufzusuchen? – Klare Antwort: „Nein".
Nur wenn es unbedingt sein muss, sich nicht verhindern lässt, werde ich dem Hausarzt einen Besuch abstatten. … Gott und Schmerzgel helft, bitte!
Meine Eltern hatten mich daran erinnert, dass es nur Wochen her ist, dass ich von einer Kiste sprang, Trainingsteilnehmern eine andere Übung vormachte und anschließend mit einem schmerzenden Fuß zu kämpfen hatte. … Tollpatsch!
Der Montag war kurzweilig und interessant.
Alltag, Sport. Das übliche und doch so geliebte sich „immer und immer" wiederholende in meinem Tagesablauf.
Einziges Manko, dass ich zu spät ins Bett fand.
Verlangen auf Käsekuchen hätte ich, jetzt direkt.
Jedoch glaub ich nicht, dass ich im Haus nun Käsekuchen vorfinden werde, noch verspüre ich Lust den Weg die Treppen hinunter und wieder hinauf mit meinem rechten Fuß nochmals zurückzulegen.
„Seid nett zueinander und passt gut auf Euch auf! – Wer immer Ihr auch seid?!
