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„Weihnachtsmarkt der singenden Schmelzkäsebrötchen“

John Baker Sander
21. November 2021(bearbeitet)
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Offenbar war ganz Worms auf den Beinen.
Der eröffnete Weihnachtsmarkt tat sicher sein übrigens zur Belebung der Innenstadt. Durch die Coronavorschriften erinnert der Veranstaltungsplatz mit seinen abgesperrten Besucherplätzen entfernt an einen Zoo mit vielen kleinen Freigehegen für Weihnachtsmarktbesucher.

Während ich über den Weihnachtsmarkt lief, hörte ich gleich mehrmals das Geschimpfe von Besuchern über den Glühwein. Der wäre so heiß, dass man erst nach einer Viertelstunde überhaupt davon kosten könne.

Die Leute schienen den Besuch zu genießen. Ich auch.
Trotz der nicht totzukriegenden Frage in meinem Kopf, sollte man ausgerechnet jetzt Weihnachtsmarkt veranstalten, während die Inzidenzen immer weiter steigen? Trotz aller getroffenen und vernünftigen Maßnahmen.

Leben leben mit allem was so dazugehört ist bestimmt unglaublich wichtig. Dennoch, rauscht es in meinen Ohren und Herz, Ansteckungsgefahr zu vermeiden und vielleicht sogar Leben retten damit, könnte sogar möglicherweise noch wichtiger sein?
?

Bei Tageslicht fand ich den Weihnachtsmarkt okay. Im Dunkeln – auf dem Rückweg zum Busbahnhof - konnte ich diese spezielle WM-Atmosphäre sofort fühlen. Die kleinen Buden mit Lichtern und Tannenzweigen dekoriert und besonders die Bratwurst- und Naschwerkessenden, Glühwein- und Kinderpunsch trinkenden fröhlichen Besucher beim vorrübergehen zu beobachten, stimmte mich ungemein happy.

Auf meinen Bruder traf ich während meines Stadtganges unerwartet auch. Der war mit seiner Besten Freundin unterwegs um zu shoppen, er erklärte, die Freundin hätte ein neues Auto, das hätte man ausprobiert und angenehmerweise mit einem Stadtbummel verbunden.


Wer ist „Mia Morgan?" – Bis vor einer Stunde sagte mir der Name dieser deutschen Musikerin nichts. Ich hörte der jungen Frau in einem lockeren Interview gerne zu. Locker, weil man zu 98 % über die Annehmlichkeiten des Lebens sprach.

Mit am interessantesten fand ich, dass sie ihren Traum versucht Ernsthaft zu leben. Trotz aller offenbar errungenen Bekanntheit und dem ein oder anderen Auftritt bei Festivals, jobbt sie für ihren Lebensunterhalt, da sie noch nicht von ihrer Musik leben kann.
Die Musik, die sie macht, ist nicht wirklich meines. Muss aber gestehen, dass ich nur in ein, zwei Songs hineingehört hatte. Die Stimme gefällt mir gut.
Besser jedoch, wie lebendig sie von Lebenserfahrungen, Tattoos (die wohl nie für mich infrage kämen) und über Bücher, Filme, Serien, Wochenendtätigkeiten und Alltag plauderte.

Ich werde mithilfe des weltweiten Netzes immer mal wieder schauen ob sie sich ihren Traum von der Musik zu Leben erfüllen kann?


Das Beste an diesem Samstagabend war wohl meine Mikrowellen-Brötchen, die mich seit mehr als fünfundzwanzig Jahren durch mein Leben begleiteten. Ich belege aufgeschnittene Brötchen mit allem, was mir schmackhaft erscheint, lege Käsescheiben darauf und stelle das ganze für ungefähr zwei Minuten auf höchster Stufe in die Mikrowelle. Der Käse begräbt den Brötchenbelag und verschmilzt darin. Nicht allzu oft genehmige ich mir dieses Brötchenspektakel. Aber wenn, dann jedoch immer mit einer gewissen Freude darauf.
In der Familie verzieht man über dieses herzhafte Gericht eher eine Schnute und nimmt diese Geschmacksverirrung meinerseits eher amüsiert, kritisch jedoch gönnend zur Kenntnis.

Ich war heute Abend zu müde um irgendetwas Sinnvolles in meinem Stammchat beizutragen. War von einer parallel stattfindenden Schachpartie gefesselt und sonst damit beschäftigt, diese gemütlich lähmende Müdigkeit abzuschütteln.

Mit Vater ließ ich den Abend auf der Couch beim „Aktuellen Sportstudio" (und dabei viel zu bissigen Kommentaren schmetternd) ausklingen.


Ich bin noch immer weder Gefühlstot noch blind.
Nehme gerne meine Umwelt wahr und freue mich ab und zu über die kindischsten Dinge riesig, ebenso über diesen bereits laufenden Sonntag, der hoffentlich neben einem kleinen Pflichttermin in der Turnhalle einfach in absoluter herbstlicher Gemütlichkeit zergeht.



„Seid nett zueinander und passt gut auf Euch auf! – Wer immer Ihr auch seid?!



Kommentare (2)

Hasal
21. Nov. 2021, 08:56
Ich würde und werde keinen Weihnachtsmarkt betreten , zur Zeit hört man nur negatives über die steigenden Zahlen. Zur Zeit verteilen viele Geimpfte den Corona weiter, aber keiner sagt die Wahrheit. Es wird nur auf die Ungeimpften gewettert.
John, aber wenn Du Spass hattest, dann sei es Dir gegönnt;)
Jenny
23. Nov. 2021, 13:28
Da ich zur Zeit in Dortmund bin, hab ich den Weihnachtsmarkt auch einen Besuch abgestattet, von den Kontrollen die dort gemacht werden sollten, hab ich nichts gesehen. Glaube eh nicht das die Fall zahlen stimmen, jetzt wo die Impflicht kommt sinken die wieder wie von Wunderhand. Wer auch immer diese Mia Morgan ist, sie wird bald wieder in der Versenkung verschwinden, dazu ist das Musikgeschäft viel zu schnelllebig geworden. :)
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