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„Oh life“

John Baker Sander
6. Dezember 2021(bearbeitet)
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Ich sah die Adventsshow von „Otto Waalkes". Die ich gerne mochte. War jedoch ein bisschen enttäuscht, dass ich 97 % der Gags schon kannte bzw. diese auf die Weihnachtszeit umgemünzt wurden. … na ja, ich kann immer noch über das Multitalent aus Ostfriesland lachen.


Wo ich gerade bei Comedians bin.
Im Alter von nur 52Jahren verstarb „Nico Nontschew". Woran hatte ich bisher nicht mitbekommen?
Ich mochte „Nico Nontschew" durchaus, auch wenn er mir hier und da zu hibbelig und aufgedreht war. Wobei ich mich nicht erinnern kann, ihn speziell in den letzten Jahren im TV erspäht zu haben.

Für seine Familie tut es mir aufrichtig leid. Er ebenfalls, 52 Jahre, das ist kein Alter um von dieser schönen Erde abberufen zu werden.
Laut den Medien wird „Nontschew´s" Tochter in wenigen Tagen 10 Jahre alt. Das kann kein glücklicher Eeinstieg ins neue Lebensjahr werden.


Freitagnacht oder vielmehr Samstagfrüh legte ich mich trotz aller gefassten Vorsätze zu spät in mein Bettchen. Gefühlt, hatte ich gerade erst den Lichtschalter für die Nachtruhe betätigt, da schellte mich der Mobilphone-Alarm schon wieder aus dem Bett.

Aufstehen! - 30 Sekunden überlegte ich sogar dem Bruder abzusagen, das Verbot mir aber dann doch das eigene Ehrgefühl.
War ich doch mit Bruder zum Weihnachtseinkauf verabredet. Mein Bruder war vielmals wacher wie ich. Sprudelte vor Begeisterung und Weihnachtsgeschenkideen für unsere Eltern. Während ich ihm mal mehr mal weniger zuhörte und zwischendurch herzhaft gähnte, dabei so weit man das im Auto kann ausgiebig reckte und streckte.

„Oh life, life, oh life" beschallte uns das Autoradio.
Meine Müdigkeit wie verschwunden, der Song gab mir im wahrste Sinne Energie und vertrieb meine Müdigkeit. Meine Lebensgeister völlig unerwartet wach und aufnahmefähig.

Ich bemerkte den Regen, den herbstlichen Grauhimmel und sang sowohl mit dem Mund wie auch aus vollem Herzen: „Oh life, life, oh".

Den Song hatte ich wahrscheinlich Jahre nicht mehr gehört?
Wie sich später am Tage herausstellte, wurde der Songtitel „Oh life" von der Interpretin „Des´ree" gesungen. ; auch das hatte ich vergessen.
Mein Bruder schritt mit Riesensätzen voran und ich trottete hinterher.
Durch die gültigen Coronaregeln mussten wir oft nicht nur die Impfbestätigungen auf dem Mobilphone vorweisen, sondern uns auch unsere Identität mit dem Personalausweis bestätigen. Ausnahmslos, nimmt man einen der „Ein-Euro-Shops" waren die vom Geschäft abgestellten Kontrolleure herausragend freundlich.Im erwähnten Shop hingegen sagte man den anderen Kunden und mir – Bruder war gerade Masken besorgen in einer Apotheke – „mir müssen sie nichts zeigen, wichtig nur, dass sie die Dokumente parat haben, wenn das Ordnungsamt vorbeischaut".


Bruder und ich mochte uns im „Eiscafé" niederlassen.
Wurden aber, kaum hatten wir Platz genommen freundlich gebeten, das Café wieder umgehend zu verlassen, da wir zwar uns Ausweisen konnten und auch geimpft sind, jedoch keinen gültigen Test dabeihatten. – Was wir nachvollziehen konnten. Auch ich würde als Inhaber eines solchen Etablissement wegen zwei Kunden nicht eine Schließung riskieren.

Stattdessen verleibten wir uns eine „XXL-Bratwurst" auf dem Weihnachtsmarkt ein. Dass es dort nur zwei Besuchertischchen aus Holz gab, war uns mehr wie recht, so konnten wir zum Rest der Weihnachtsmarktbesucher ohne Aufwand Abstand halten. Die Bratwurst war heiß (wahrscheinlich voller ungesunder Zusatzstoffe, was uns jedoch in dieser Mittagspause nicht die Bohne kümmerte) und köstlich.


Es regnete fast durchgehend auf uns nieder. Was zumindest für diesen Samstag, 4. Dezember 2021 beim Weihnachtseinkauf ein Zugewinn an Atmosphäre war.
Das Einzige was ich noch weitaus mehr mochte, diese Harmonie und Gelassenheit die wir beim Einkaufen hatten.; Klappts heute nicht, mit dem Einkauf aller Weihnachtsgeschenken, dann eben irgendwann.

Ich mochte es auch zu beobachten, wie mein Bruder mit den Verkäufern sich austauschte. Was so anders ist, wie es Papa tun würde! … und doch steckt da vieles von Vater im Bruder drin, was mir bisher nie so deutlich aufgefallen war.
Angefangen von kleineren Gesten und Mimik. … nicht weiter verwunderlich, ich nahm mir bisher kaum die Zeit Vater mit Bruder zu vergleichen und zu analysieren.


Ich empfand die Wormser Innenstadt aufgrund der neuen Coronaregeln für unfassbar gut besucht und konnte keinen Unterschied zu „Nicht Coronajahren" ausmachen.
Dennoch waren Bruder und ich fest in unserer eigenen Blase gefangen. Wir sahen die Menschen, die um uns umher wuselten, waren aber ausschließlich nur mit uns an diesem Samstag und die Jagd nach Weihnachtsgeschenken beschäftigt.

Seltsam, normalerweise hab gerade ich Freude daran, Stadtgänger, Menschen generell, und ihre Eigenheiten zu beobachten.


Im Top-Bundesligaduell zwischen Dortmund und Bayern München (2:3) ging es wie nicht anders zu erwarten rund. Wären diese unnötigen Nebengeräusche nicht gewesen, wäre mir das Spiel einfach als ein großartiges Fußballspiel in Erinnerungen geblieben.


Am Abend war ich so verdammt platt, dass ich erst ein ungeplantes Schläfchen auf der Wohnzimmercouch einlegte und dann vorm Computer saß, mich mit netten Usern in der „Galaxie (Chat)" amüsierte, den Tag mehrmals in mir Review passieren ließ und dabei vom Schreibtischsessel die Beine locker durch die Gegend baumeln ließ.



„Seid auch am Nikolaustag nett zueinander und passt gut auf Euch auf! – Wer immer Ihr auch seid?!


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