Die Wormser Innenstadt war wenig verwunderlich auch an diesem Samstag hervorragend besucht. Besonders an den Grillhüten vom Weihnachtsmarkt schimpften die Verkäufer deutlich hörbar, dass sie nun mit dem kontrollieren vom Impfnachweis und Personalausweis zusätzlichen Mehraufwand zu erledigen hatten. Ich bekam im vorbelaufen sogar mit, dass sie Kunden wegschickten.
Auf der Heimfahrt mit dem Bus bekam ich ausnahmsweise nicht meinem gewohnten „Stammplatz"; hinten links vorletzte Reihe.
Wann mir das zuletzt passiert ist, es muss Jahre her sein?
Der Bus war mit Fahrgästen fast ausgelastet, sodass ich nur in der Nähe des Fahrers einen Sitzplatz (gegen die Fahrtrichtung) ergattern konnte.
Man vernahm kaum ein Geräusch von den anderen Mitreisenden.
Entweder schliefen sie – was ich auch zwischendurch tat – oder sie blickten durch das Fenster nach draußen, in den dunklen regnerischen Winterabend. Mit den wenigstens kreuzten ich erschöpfte Blicke. Mit denen ich es tat – so bildete ich mir ein - las ich in den Gesichtern ab, dass sie wohl relativ ähnlich wie ich empfanden. „Ab nach Hause und dann nur noch das nötigste tun und ausruhen".
Auch ich war ungemein schläfrig. Da war nichts mit gegen ankämpfen heute. Sogar nicht.
Mehrmals fiel mir das Buch zuerst aus der Hand und dann scheppernd auf den Boden des Fahrzeuges.
Was in einem vollen Bus ein besonderer Spaß ist, weil man dann unfreiwillig, zumal gegen die Fahrtrichtung sitzend, alle genervten Blicken und vielsagenden Mienenspiel ohne es zu wollen ausgesetzt ist.
Kaum an der heimischen Haltestelle aus dem Bus gesprungen, war die große Müdigkeit, die mir noch Momente zuvor ordentlich zugesetzt hatte, weitestgehend vergessen.
Zu Hause brachte ich doch noch die Energie Bad und Schlafzimmer zu putzen und aufzuräumen auf. Mit Weihnachtsmusik im Ohr und farbigen Putzlappen bewaffnet wurde dies jedoch ein unerwartet samstäglicher Tageshöhepunkt.
So entspannt, frei von jedem Zeitdruck zu kaspern und die Putzlappen dabei wie ein Revolverheld aus einem imaginären Colt hervor- und zurückschnellen zu lassen, hat einen ganz eigenen Charme. … Zumindest so lange man nicht dabei von dritten beobachtet wird. ?
Damit es nicht heißt: „3. Advent total verpennt" lege ich mich nun umgehend schlafen.
Ich erwarte mir eine ausgesprochen familiären 3. Advent voller guter Laune und vieler kleiner angenehmer Momente, der meine Vorweihnachtsstimmung weiterhin ansteigen lässt.
„Seid nett zueinander und passt gut auf Euch auf! – Wer immer Ihr auch seid?!

Im Bus kommt die Müdigkeit hoch , war bei mir früher auch , dann frische Luft wieder und man ist sofort wach .;)