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„Belehrend“

John Baker Sander
20. Dezember 2021(bearbeitet)
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Der Samstag war das gewohnte auf und ab auf der Suche nach dem allerletzten Weihnachtsgeschenk in der Wormser, Fußgängerzone.

Im Bus gab es eine Szene deren Zeuge ich (vor allen im Nachhinein) gerne war. Ich saß, lesend im Bus. Noch immer mit meiner tollen Schmonzette: „Wir trafen uns im Dezember" beschäftigt.

Vor mir saßen mehrere junge türkischen Mädchen (schätzungsweise zwischen 13 und 16 Jahre alt).
Auf die ich aufmerksam wurde, dass diese plötzlich von jetzt auf gleich unruhig wurden.
Eines der Mädchen saß auf die Seite gebeugt. Und die anderen Mädchen streichelten ihr den Kopf, knieten sich vor sie, redeten ihr auf Türkisch und Deutsch behutsam und freundschaftlich zu.
Zwei hielte dem vorne über den Sitz gebeugten Mädchen die langen Haare aus dem Gesicht. Die anderen Mädchen liefen im Bus zwischen Sitz und Fahrer hin und her.

Ich schaffte es aufgrund der Unruhe um mich herum, nicht mehr meine Nase im Buch zu behalten. Mein erster Verdacht, „um das Mädchen, um das alle herumwuselten, die ist total durch. Die ist besoffen hoch drei. … und dass in dem Alter". *leichtes Kopfschütteln bei mir".

Um es vorwegzunehmen. Das war nun so gar nicht der Fall.
Was mir jedoch erst auffiel, wie ich merkte, dass der Boden komplett rot von Blut war.; wie war das nochmal mit diesen Vorurteilen?

Interessiert schaute ich wie eines der Mädels eine Orange schälte, die geschälte Orange im Rucksack allerdings verschwinden ließ, dem – meiner Meinung nach besoffenen - Mädchen die Orangenschale unter die Nase hielten.

Das war auch der Zeitpunkt, an dem ich nicht mehr still sein mochte (konnte?).
Ich fragte hörbar nach: „Ist denn alles in Ordnung mit ihr". Worauf es aus mehreren Kehlköpfen gleichzeitig besorgt zurückschallte. „Sie hat schlimmes Nasenbluten."

Jetzt erklärte sich auch wofür sie die Orangenschale benötigten, um in ihrer Not die Bluttropfen irgendwie aufzufangen. ; Not macht eben erfinderisch.

Ich mochte gerade meine Taschentücher zur Verfügung stellen, doch die Mädels – die gerade vom Fahrer wieder kamen - hatten sich schon anderweitig, Taschentücher besorgt.

Was mich am meisten an dieser Szenerie begeisterte, erstmal wie die Mädels sich umeinander kümmerten. Das Zweite, die anderen Schülerinnen wischten für ihre Freundin das Blut so sorgfältig auf, dass der Bus-Boden wesentlich sauberer war wie zuvor.

Von wegen es gibt kein untereinander kümmern und zusammenhalten mehr unter Jugendlichen und die sind alle verroht und unholde, wie man es leider viel zu oft zu hören bekommt.

Ich hatte in all meinen Busfahrjahren schon den ein oder anderen hässlichen Zwischenfall beobachtet. 98 % haben ihren „Dreck und Hinterlassenschaften" – egal in welchem Alter sich die Personen befanden - ohne sich in irgendeiner Weise zu kümmern liegen lassen.


Immer wieder, bestimmt fünf, sechsmal verlängerte ich meine Schlafenszeit in dem ich den Alarm meines Mobilphones auf eine spätere Uhrzeit einstellte. Mir war so gar nicht aus dem warmen Bett zu steigen.

Endlich aus dem Bett und einigermaßen in diesem Sonntag angekommen und zurechtgemacht wurde „Hedwischjanne" unsere Weihnachtstanne aus ihrem Netz befreit, im Wohnzimmer aufgestellt und geschmückt.

Das Weihnachtsbäumchen strahlt große Würde aus. Noch viel wichtiger, eine festliche Gemütlichkeit, die ganz prima in diese Jahreszeit und hervorragend zum nahenden Fest der Nächstenliebe passt.

Der Abend verbrachte ich damit im TV auf dem „WDR" „Wundschöne Weihnachten im Sauerland" für eineinhalb Stunden zu verfolgen.
Das war so heimelig, humorig und informativ, ohne belehrenden Zeigefinger, gemacht, dass ich mich direkt beim Programmschauen wohlfühlte und während des Anschauens dachte; da Mal im Winter Urlaub machen könnte mir gefallen.

Es wäre insgesamt mehr aus diesem 4. Advent herauszuholen gewesen, das gilt es generell an den Adventssonntagen 2022 zu verbessern.
Speziell an diesen Dezembersonntagen könnt ich den Tag mehr nutzen. Dafür müsste ich auch endlich Samstagnacht früher ins Bett finden.
Ob ich das 2022 endlich schaffe? … meine Gedanken-Gammel-Nächte übers Wochenende komplett lahmzulegen wird mir nicht gelingen. … ich versuche es erfolglos seit Jahren.


5 Dinge, die mich faszinierten & interessierten innerhalb der vergangenen Woche (nicht zwingend in dieser Reihenfolge):

  • Mit Vater den Weihnachtsbaum nach Hause holen

  • Über Schwächen anderer hinwegschauen (und dankbar sein, dass das andere auch tun

  • Zusammenhalt unter Jugendlichen; sich umeinander kümmern und füreinander einstehen

  • „Wunderschöne Weihnachten im Sauerland" (TV-Programm: „WDR")

  • Ergonomisch geformten Zahnbürsten




„Seid nett zueinander und passt gut auf Euch auf! – Wer immer Ihr auch seid?!



Kommentare (1)

Hasal
20. Dez. 2021, 16:54
Ja manche habe es noch gelernt , auch anderen zu helfen . Leider gibt es das zu wenig. Nasenbluten hat immer eine Ursache, sollte das Mädchen kontrollieren lassen.
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