Weihnachten 2021 mochte ich!
Es war nicht das schönste, nicht das netteste, auch nicht das Beste, schon gar nicht das Stimmungsvollste und auch nicht das Fest, das mir am meisten in Erinnerung meiner bisherigen verlebten Weihnachtsfeste bleiben wird.
Dafür war es sehr familiär und verfügte auch sonst über alle Zutaten, die zu einem schmackhaften Weihnachtsfest beitragen. Wahrscheinlich haben wir als Familie nie voll die Möglichkeiten dieser Festtage 2021 voll ausgeschöpft? Doch gibt es erfreulicherweise im Rückblick nur wenig an den vergangenen Festtagen auszusetzen.
Nur die allerengste Familie über drei Tage um mich herum. Eltern und größtenteils auch Bruder.
Wir aßen morgens Kuchen und Plätzchen, tranken Heißgetränke und scherzten lustig miteinander. Klammerten vorübergehend den Alltag komplett aus den Gesprächen aus und rückten harmlose Nebensächlichkeiten – an denen wir uns auch durchaus begeistern können – in den Fokus.
Dabei wurde die lockere Frühstücksatmosphäre untermalt von einem herzallerliebsten mix bestehend aus deutscher und internationaler Weihnachtsmusik. Mein klarer Hit-Favorit in diesem Jahr „Oh du fröhliche".
Die Bescherung war unendlich harmonisch.
Ich mochte es, wie alle zeitgleich sich an ihren Geschenken zu schaffen machten. „Ohs und ahs" das Wohnzimmer erfüllten und jede/jeder den Eindruck hinterließ von den Geschenken angenehm überrascht zu sein. Allerdings mochte ich es noch mehr, dass in diesem Jahr alle Geschenke ausnahmslos immer von den Familienmitgliedern übergeben wurden, mit Ausnahme des Beschenkten, der das Präsent bekam.
„Hedwischjanne Weihnachtstanne" leuchtete mit Symbolcharakter in warmen Weißlicht im Wohnzimmer auf.
Ich liebte diese besondere Feiertagsatmosphäre kurz nach dem Mittagessen. Wir saßen auf den Sofas und lasen. Zwischendrin wurde die Plätzchen-Schale hin und hergereicht, Getränke nachgeschenkt, lustige oder Stellen die man mochte aus den Büchern vorgetragen oder einfach nur geschwiegen.
Auch das TV-Programm machte durchaus Freude. Wobei ich eine fast alberne Freude an der „Dalli Dalli" Neuauflage entwickelte.
Wie gewohnt sahen wir auch das „Traumschiff", das nach Schweden fuhr, was mir gut gefiel. Die Aussichten und Einsichten waren wie immer strahlend eingefangen. Natürlich nur die Schokoladenseiten, wie man das auch von einer Traumschiff-Folge auch erwartet.
… ja es sind vielleicht nicht die besten Schauspieler aller Zeiten mit von der Partie, die Geschichten sind meist voraussehbar und seicht.
Die Charaktere hoffnungslos naiv, manche arg zahm, Charaktere wie vom Reißbrett gesprungen oder etwas seltsam, dennoch je älter ich werde, desto liebe sehe ich es zu Weihnachten und Neujahr. *Wie viele Leser jetzt wohl gerade mit einem Lächeln auf den Lippen, mit den Augen rollen? *
Die Heizung lief auf Hochtouren. Da nicht nur meine Eltern in diesem Jahr mehr die Kälte zu schaffen macht, denen das auch im fortschreitenden Alter zusteht, sondern auch ich außerordentlich verfroren bin.
Den ganz großen familiären Weihnachtsspaziergang ließen wir im wahrsten Sinne des Wortes aufgrund des Regens ins Wasser fallen.
Erst Sonntagabend hielt es Mama und Vater nicht mehr Zuhause und sie drehten eine ungefähr einstündige Runde zu Fuß durch das Heimatdorf.
Was ich an diesem Weihnachtsfest besonders bemerkte, dass meine Gedanken immer wieder hin zu Menschen abschweiften, die ich eigentlich nur flüchtig, aus dem ein oder anderen Wortwechsel kenne oder aus ihren eigenen Blogs und Erzählungen.
Ich möchte, dass es genau diesen Menschen auch gutgeht. Wen möglich es für sie ein „Happy End" gibt. Speziell, wenn sie den ein oder anderen Stolperstein dafür aus dem Weg rollen müssen.
Weder von Vater noch von Mamas Weihnachten als Kind, Jugendliche und in den ersten Erwachsenen und Ehejahren.
Diese Weihnachts-Erinnerungen, wenn ich sie nicht aufsammele, gehen sie, so befürchte ich verloren. Das möchte ich nicht zulassen.
Behaupte ich ja nach wie vor ein „Momentensammler" zu sein.
„Seid nett zueinander und passt gut auf Euch auf! – Wer immer Ihr auch seid?!
