Donnerstag, 6. Januar 2022:
Zeit: 15 Uhr 28
Ort: Adenauerring, Worms
Ich hatte es nicht geschafft am Donnerstagmorgen einen Blog zu veröffentlichen.
Zuvor rieb ich mich am Mittwochabend sinnlos auf.
Dermaßen unsinnig und unnötig, dass der Grund nicht einmal hier in meiner „schriftlichen Gedankenschublade" abgelegt werden soll.
Ziel war es zumindest einigermaßen ausgeruht, ausgeschlafen und fit in diesem Donnerstag, 6. Januar 2022 zu gehen und zu überstehen, was mir aber insgesamt höchstens mittelmäßig gelang.
Stand ja auch noch die Booster (Auffrischung) – Impfung an.
Eigentlich mochte ich mich ja erst Ende Februar boostern lassen.
Jedoch erspart mir die Auffrischung lästiges Pflichttesten.
Vor allem als Übungsleiter von Sportgruppen profitiere ich erheblich von der Booster-Impfung.
Eine Vielversprechende Möglichkeit sich ohne Termin boostern zulassen fand ich im weltweiten Netz. Worms, Klosterstraße 23, Turbinenhalle spuckte die Suchmaschine als perfekten Zielort der Schutzimpfung aus.
Das Impfzentrum war auf dem Gelände der Wormser Stadtwerke angesiedelt.
Sofort wurden in mir ein ganzer Eisberg an Erinnerungen lebendig.
Hatte ich doch in den Wormser Stadtwerken vor über zwanzig Jahren ein Praktikum als Lagerist absolviert.
Zuerst mit großem Respekt und etwas mehr als nur ein bisschen Magenschmerzen.
Erzählte man mir im Büro, wo ich, bis der Lagerleiter aus dem Urlaub wiederkehrte, die ersten Praktikumstage verbrachte, unzählige Horrorgeschichten über den grantelnden und stets missgelaunten Lagerleiter.
Jaaa! Der Lagerleiter wirkte etwas harsch und vielleicht sogar ein bisschen barsch, wahrscheinlich hat er sogar auf andere oft missgelaunt gewirkt?
Ich hingegen, hatte zehn der besten Praktikumswochen meines Lebens. Wahrscheinlich sogar die allerbesten Praktikumswochen meines Lebens?
Stellte sich der Lagerleiter doch immer hinter mich.
Ließ kein schlechtes Wort auf mir sitzen, würdigte mein Engagement bei vielen Gelegenheiten.
Ich durfte von seinem Wissen und Erfahrung profitieren.
Durfte ein Feld abdecken, das über die Aufgaben eines „einfachen Praktikanten" – so bin ich sicher – weit hinausgingen und im Rahmen dessen auch ordentlich selbstständig arbeiten.
Noch heute, bin ich sehr dankbar für diese lehrreichen und tollen zehn Wochen.
Warum ich trotz Lehrstellenangebot nicht blieb?
Schon damals war alle klar - sowohl Eltern und erst recht mir - dass ich dort problemlos eine Zeitlang ausgehalten hätte, auf Dauer im Lager aber wie eine überreife Tomate eingegangen wäre und nie und nimmer wirklich glücklich.
Während man im Impfzentrum Alzey aufgrund der zu bewältigenden Menschenmassen eher – das meine ich keinesfalls negativ – im Kasernenton abgefrühstückt wurde, ging es in Worms um ein vielfaches gechillter zu.
Bei zugegeben (natürlich) auch wesentlich weniger Menschenandrang.
Der Sicherheitsmann befragte mich am Eingang, welche Impfung ich benötigte? Kontrollierte am Eingang ausführlich meinen Personalausweis.
Danach ging es weiter zur Information.
An der mir verschiedene Zettel auf einem Klemmbrett ausgehändigt wurden. Die Gesundheitskarte und der Personalausweis miteinander abgeglichen wurden.
Außerdem fragte man nach, wann ich denn und vor allem wo ich meine zweite Impfung erhalten hatte?
Im Anschluss ging es zu einem kurzen Beratungs- und Aufklärungsgespräch.
Ich durfte in einem der kleinen Impfräumchen warten.
Eine Dame kam, desinfizierte meinen Arm.
Nur Sekunden darauf bekam ich von einer anderen Ärztin meinen ersehnten Impfstoff.
Mir fällt jedes Mal – wie allen besonders mutigen Männern – ein Stein vom Herzen, wenn man nicht einmal die Nadel in der Haut spürt.
Daraufhin verließ ich das Impfräumchen um einiges „Moderna" ? und geschützter wie zuvor.
Ich wurde im Anschluss an die Impfung hingewiesen, bitte noch - im Impfzentrum - eine Viertelstunde eventuelle Nebenwirkung abzuwarten.
Dabei kam ich auf den Gedanken mein Mobilphone aus der Innenseite der Jackentasche zu befreien, um mir die Wartezeit zu vertreiben.
Wofür mich (und nicht nur mich) auch der Wachmann freundlich mit seinem kurzen Zeigefinger winkend verwarnte.
Warum aber auch, das Mobilphone-Verbotsschild geradezu winzig am Ausgang des Impfzentrums angebracht wurde, verstehe, wer möchte?
Zum Abschluss wurde man fürsorglich befragt, ob man sich okay fühlte, bekam den QR-Code und die Impfinformation per Zettelform ausgehändigt.
Schwups war ich auch schon wieder aus dem Impfzentrum heraus.
Wobei ich beim Schließen der Tür, warum auch immer plötzlich die ohnehin lockere Klinke in der Hand festhielt? Diese jedoch - peinlich berührt – natürlich umgehend an ihren vorgesehenen Platz an der Ausgangstür zurücksteckte, testete und dem Impfzentrum schnellen Fußes den Rücken kehrte.
Meiner Meinung hervorragend investierte Lebenszeit!
„Seid nett zueinander und passt gut auf Euch auf! – Wer immer Ihr auch seid?!

Das Fotografieren ist auf werksgeländen immer verboten Angst aus spioniert zuwerden.
Viel trinken nach der Impfung und Ruhe damit die gut überstehst.