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„Hochzeits-Tam-Tam“

John Baker Sander
4. Februar 2022(bearbeitet)
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In den vergangenen Tagen haperte es etwas mit dem Blogschreiben
Zeit hätte ich gefunden, wollte sie mir jedoch nicht nehmen, verbrachte sie mit der Familie oder fotografieren und schlief die Nächte ganz wunderbar durch.

Auch das Lesen kam viel zu kurz.

Ich spürte, wie sehr mir das Blogschreiben bereits nach zwei Tagen fehlte. Gedanken im Kopf verweilten, von denen ich mich sonst in dem ich sie in meinem Blog – meiner Gedankenschublade – ablegte, befreite und konservierte.

Dafür und das wiegt das Gesamtbild deutlich für mich auf, stand ich so schön und sicher im Leben – außerhalb des Alltages und des Sports – wie seit vor Corona nicht mehr. ; Ja, es gab ein Leben vor Corona. Die Älteren werden sich erinnern.
?


Was ich außerdem lernte, dass man vielleicht nicht blind Fotoaufträge annehmen sollte. Zumindest sich aber mal im vornherein erkundigen sollte, wen man da eigentlich vor die Linse bekommt.

In meinem Kopf hatte ich wohl die Klischeehaftes Standard-Phantasie von einer Standesamtlichen Hochzeit. Braut und Bräutigam zwischen Mitte zwanzig bis Mitte dreißig. Sie im Brautkleid oder Kostüm. Er selbstverständlich im Anzug.

Dazu das gemochte Hochzeits-Tam-Tam.
Die Entourage, bestehend aus Freunden und Familien.

Mich sah ich erst die Zeremonie fotografieren. Im Anschluss den obligatorischen Empfang für Braut und Bräutigam. Danach Bilder machen von Braut und Bräutigam in Hochzeitsmontur, mit und ohne Familie und in den gewünschten und von mir vorgeschlagenen Posen.

Danach eine kleine oder größere (großartige) Feier.
In der ich Freunde, Verwandtschaft und natürlich auch weiterhin das dann frisch getraute Brautpaar - in wunderschönen Momenten, um sich immer wieder an diesen Tag bestens zu erinnern - mit dem Fotoapparat bis zum fröhlichen Ende des Hochzeitsfestes begleiten würde.

… und dann kam alles anders!

Im Vorfeld hatte das Brautpaar – an das mich entfernte Bekannte vermittelt hatten – angekündigt, mich abzuholen und auf das Standesamt zur bevorstehenden Eheschließung mitzunehmen.

Die zukünftigen Eheleute bestanden aus zwei sympathischen 50-jährigen.
Zu denen ich sofort eine gute Verbindung aufbauen konnte.
Da sie so ungezwungen und locker plauderten, mich ins Gespräch – bereits während der Autofahrt - einbezogen.

Auch sonst machten sie es mir fast zu einfach, sie zu mögen.
Ich hatte auch das Gefühl, dass mich das Paar leiden mochte.

Ungefähr eine halbe Stunde vor dem festgesetzten Trauungs-Termin standen wir (Braut, Bräutigam und ich) auf dem Platz vor dem Standesamt.

Der Mann trug eine schicke graue Hose, ein weißes Hemd, einen blauen Schlips und darüber eine graue Weste.
Seine zukünftige Ehefrau eine festliche schwarze Hose, ein weißes Shirt und darüber, passend zum zukünftigen Ehepartner, ebenso eine graue Weste.


Wir machten einige lockere, unverkrampfte Fotos.

Man merkte, Braut und Bräutigam durchaus an, dass sie sich einige Gedanken über das Posieren für die Festtags-Bilder gemacht hatten.
Das ernsthaftere Hochzeit-Shooting sollten erst nach der Trauung folgen.


Die Standesbeamtin; die beste ever, ever, ever; hatte wohl ein Herz für Fotografen. Die Trauung-Beauftragte teilte mir mit, dass ich überall im Saal, in dem die Zeremonie stattfände, nach Herzenslust herumlaufen dürfte. Keine Scheu dabeihaben müsste, hinter oder neben ihr aufzutauchen.

Ein Fotografen-Traum.
Gab es doch auch schon Standesämter bei denen ich trotz vorheriger Absprache, nur aus einer ungünstigen dunklen Ecke heraus die Vermählung fotografieren durfte. Handy und andere Fotoapparate – außer des dafür vorgesehenen Fotografen - strengstens verboten waren und bei Zuwiderhandlung mit sofortigem Saalverbot gedroht wurde.


In einem feierlichen Rahmen verlief die Trauung.
Das fühlte sich alles richtig an.
Die Standesbeamtin, die wunderschöne Worte fand für das Brautpaar.
Ich, der mit dem Foto unterwegs, sich ungezwungen frei bewegen konnte. Gänsehaut hatte. Aufgrund des feierlichen Rahmens oder dass ich in den vergangenen Coronajahren nur wenige Hochzeiten fotografierte, lass ich mal dahingestellt.

Das gegenseitige Ringanstecken und unterschreiben der Heiratsurkunden bei Kerzen- und gedämpften Lampenlicht hatte eine wunderbare Atmosphäre.

Auch der kurze intensive Brautkuss, der das nun beginnende Eheglück besiegelte, war ein Knister-Moment.


Kaum aus dem Standesamt. Wurden das Ehepaar von drei Kolleginnen der Braut (in Arbeitsmontur) in Empfang genommen.
Es gab das ein oder andere Gläschen Sekt oder Orangensaft pur, einen Hochzeitskuchen (der jedoch nicht angeschnitten wurde), Luftballons, die das Hochzeitspaar steigen ließ und natürlich liebevolle Glückwünsche und gemeinsames Gelächter. Nach rund einer halben Stunde verabschiedeten sich die Gratulanten zur Arbeit.


Nun zum Hochzeit-Shooting, dachte ich erfreut.

Das Ehepaar hingegen teilte mir mit. Sie bräuchten keine weiteren Bilder mehr, wir hätten ja schon vor Trauungsbeginn einige schöne Aufnahmen gemacht. Jetzt würden sie nur noch nachhause ins Warme wollen. Es wäre ihnen viel zu windig und zu kalt.

Ich war leicht enttäuscht.
Hatte ich mir doch einige – so glaube ich – tolle Dinge ausgedacht.
Aber Okay, wer nicht will, der hat schon.

Die Braut bat mich, ihr möglichst schnell eine kleinere Auswahl an Bilder zu schicken, die sie in den sozialen Netzwerken schnellstmöglich veröffentlichen könnte.

Beim Absetzen bedankte man sich bei mir erneut herzlich und ich versprach mir möglichst schnell die Fotos zur Bildbearbeitung vorzuknöpfen.


Fazit:
Mir gab diese Trauung viel, viel mehr wie erwartet!
Von meiner Gefühls- und Gedankenwelt hat mich das ganz doch positiv gestimmt. … und ja, ich mag Hochzeiten!

Ich hatte über die komplette Lauflänge mitgefühlt, hatte insgesamt meinen Spaß vor, während und nach der Trauung und konnte endlich auch mal wieder fühlen, wie sehr mich doch das Fotografieren erfüllt.

Hoffentlich auf für die Zukunft die richtigen Schlüsse für weitere Fotoaufträge daraus gezogen (besser informieren, wenn man da eigentlich fotografiert?)

Vor allem aber – und steht über allem - zwei sympathische Mittfünfziger an so einem wichtigen Tag in ihrem Leben kennengelernt und begleiten dürfen.



„Seid nett zueinander und passt gut auf Euch auf! – Wer immer Ihr auch seid?!


Kommentare (2)

Nighty78
04. Feb. 2022, 07:26
Schön wieder was zulesen?.

Aber ich bin erstaunt das du dich nicht erkundigt hast wenn du fotografieren du musst.
Aber das es so ein Päarchen wurde ist goldig zeigt doch einmal mehr das alles möglich ist..
John Baker Sander
04. Feb. 2022, 12:49
Hallo, Liebe Nighty78!

Normalerweise wird ja alles genau geplant. Aber hier bekam ich den Auftrag Blind vermittelt und durch Klischeehaftes denken, kam es wie es kommen musste, ich erkundigte mich nicht und wurde mit den Mittfünfziger positiv überrascht.

Danke für deine Kommentar.


Liebe Grüße
Vom lifeminder
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