Avery hatte schon seit längerem kein Lebenszeichen von Joshua weswegen ihre Stimmung auch im Keller war. Jenny bemerkte natürlich das ihre Nichte niedergeschlagen wirkte und so beschloss sie mit ihr einen Spaziergang zu machen. Avery zeigte sich nicht gerade begeistert aber willigte dann doch in Jennys Vorschlag ein. Als sie das Haus gerade verlassen wollten erschien John Copper mit seinen Leuten. "Guten Tag die Ladies" grinste er höhnisch."Ich bin auf den Weg in die Sümpfe um mir den schwarzen Teufel zu holen". Dann gab er dem Pferd die Sporen und ritt eiligst davon. Die beiden schauten sich verdutzt an, jetzt wussten sie wo sich Joshua aufhielt. Schnell liefen sie zu den Reitställen und der Stallbursche machten ihnen zwei Pferde fertig. Sie wussten das jede Sekunde zählen würde, denn wenn Copper ihn zuerst erwischt ist er verloren.
Joshua hatte sich am Tage durch die Sümpfe gekämpft jetzt wo es Nacht wurde suchte er Schutz unter einem alten Baum. Er fror, seine Kleidung war völlig durchnässt. Feuer konnte er keines machen das würde man meilenweit sehen. Zusammen gekauert mit angezogenen Knien saß er nun da und zittert wie Espenlaub. Immer wieder nickte er vor Erschöpfung ein und schreckte dann plötzlich wieder hoch weil er glaubte Geräusche zu hören. Seine großen Augen blickten in die Nacht, er wollte wach bleiben sich keiner Illusion hingeben sonst würde er noch verrückt. Seine Gedanken kreisten um Avery, wird er sich jemals wiedersehen. Es raschelte und Joshua fuhr erschrocken hoch. Nein das bilde ich mir nur ein sagte er immer wieder zu sich selbst. Doch das leise klopfen an seiner Schulter war keine Einbildung er drehte sich urplötzlich herum und stieß einen spitzen Schrei aus. Vor ihm stand eine kleine ziemlich verwahrloste Frau. Ihre grauen zottigen Haare hingen wirr in ihrem Gesicht herum, die Kleidung völlig verschmutzt und zerrissen, sie musste schon eine ganze Ewigkeit hier leben.
Jenny Holmes und Avery ritten wie die Teufel in Richtung der Sümpfe, kannte Avery doch einen Weg der sie schneller an ihr Ziel brachte. So erreichten sie schließlich die Mangrovensümpfe, von Copper war noch nichts zu sehen. Sie banden ihre Pferde an die Bäume und machten sich auf den Weg durch gefährliches Terrain. Doch wo sollten sie nach ihm suchen ? Das Sumpfgebiet war riesig er konnte quasi überall sein. Jenny achtete auf Fußspuren oder schaute ob sie abgeknickte Zweige fand, doch so sehr sie sich auch bemühte, keine Spur von Joshua. Avery war verzweifelt und dachte bereits ans aufgeben doch da kannte sie ihre Tante Jenny schlecht. Was sich eine Jenny Holmes einmal in den Kopf setzt, das bringt sie auch zu Ende. So liefen sie also weiter in die Sümpfe hinein mit dem Vorhaben Joshua zu finden und ihn nach Hause zu bringen. Mittlerweile hatte auch John Copper die Sümpfe erreicht ,schwerfällig wuchtete sich der dicke Kerl aus dem Sattel, der Schweiß lief in Strömen an ihm herunter. Er nahm sein Gewehr und band sein Pferd an einen Baum, seine Leute taten es ihm nach. "Jeder von uns geht einen der Pfade lang, wer den Nigger sieht gibt einen Schuss in die Luft ab " befahl er seinen Leuten, dann marschierten sie los, mit dem Vorhaben den armen Joshua ins Jenseits zu befördern.
