Sonnenschein.
Ich war erstmals seit Monaten ohne Wintermützchen auf dem Kopf unterwegs. Eine gewisse Zeit sog ich die Sonne in mich auf und zog daraus eine Menge Energie.
Die Sonne wurde mir auf Dauer doch etwas viel.
Meine Empfindlichkeit auf Sonnenlicht kehrte gefühlt von einer Sekunde auf die andere zurück, meine Augen tränten.
Umgehend marschierte ich ins nächstgelegene Warenhaus und kaufte mir ein Käppi. So fühlte sich die Sonne und ich mich auch wieder besser an.
In der Fußgängerzone beobachtete ich eine ältere Frau, die ihren roten Rollator mühsam vor sich herschob. Sie stand mit dem Rücken zu meiner Person. Jeden Fußgänger in ihrer Nähe sprach die Frau höflich an: „Entschuldigen sie, möchten sie vielleicht ein Glas kaufen für die Ukraine?"
Ich war mir sicher, es würde sich um Trinkgläser handeln, erst als ich ein Blick seitlich auf die Front des Rollators werfen konnte, stellte ich fest, dass es sich um leere Einmachgläser handelte.
Der erste Gedanke war; sie erinnert mich an „Schlemihl" aus der „Sesamstraße", der dort versuchte, meist „Ernie" gefüllte Flaschen mit Luft zu verkaufen.
Der zweite Gedanke; Hut ab. Altes Mädel, an dir sollte ich mir echt ein Beispiel nehmen. Dass du in deinem Alter helfen willst, einfach nur vorbildlich, menschlich, großartig.
Etwas später saß ich im Wormser, Adenauerring.
Noch immer bin ich unbeholfener beim privaten Telefonieren. Radikal schlecht. Beim Telefonieren über Sport oder fotografieren hatte ich bisher nie das Gefühl. Dafür bin ich offenbar am Hörer (nicht gut, dafür aber) unterhaltsam?
Gleich mehrmals lachte eine Frau, vor der ein Kinderwagen stand – nur eine Sitzbank weiter – auf.
Ab und an schaute ich zu ihr hin. Nicht, da ich mich ausgelacht fühlte.
Sondern vielmehr angelacht. Vor allem aber, da ich den Klang ihres Lachens mochte. Sympathisch, aufgeweckt.
Mein Sport- als auch mein Hörbuch ist eingetroffen.
Ins Sportbuch hatte ich ausführlicher hineingeschaut. Ich mag es sehr, mich dermaßen tiefer mit Koordination zu beschäftigen.
Möglicherweise, weil sie (die Koordination- und Gleichgewichtsschulung) mir sichtbar hier und da deutlich fehlt. Ich es deshalb kaum erwarten kann, diese Fähigkeiten verstärkt weitergeben zu können?
Fast noch ein Tick mehr freue ich mit ins Hörbuch: „Die Liebesbriefe von Montmantre" von „Nicolas Barreau" zu hören.
Die Handlung der Geschichte über einen Autor, der seine Ehefrau aufgrund einer Krankheit verliert, hatte mich beim Lesen gepackt.
Ich mochte die Charaktere überdurchschnittlich gerne, was für eine Wärme der Roman in mir hinterließ und welche starke Zuneigung ich für das Buch entwickelte.
Ich bin dankbar, dass Wochenende ist.
Eine Atempause vom Alltag wird mir guttun.
„Seid nett zueinander und passt gut auf Euch auf! – Wer immer Ihr auch seid?!
