Himmlisch, diese zusätzliche Stunde Lesen am Abend.
Alles, was dabei neben dem Lesen passiert, ist ab und an ein gemochter Blick auf den durch die Sanduhr feinen rieselnden blauen leuchtenden Sand und hin und wieder nippe ich an meinem Wasser.
Jeden Abend schaffe ich das noch nicht mit der Lesestunde vor der Sanduhr. Aber nach nun den ersten zwei Wochen scheint es so, wie ich würde mich bei so dreimal die Woche damit einpendeln. – Damit bin ich für das Erste mehr als zufrieden.
Mamas Cousine, die in der nächstgelegenen Stadt wohnt, war zu Besuch.
Eltern, Bruder, ich und besagte Cousine saßen um den Küchentisch. Fröhliches Geschnatter von fast allen Beteiligten.
Die neuesten Familiengeschichten, Tratsch und natürlich auch die Weltlage wurde mal heiter, mal ernst und kritisch unter die Lupe genommen.
Mich hat diese Zusammensetzung von Menschen kurzzeitig verrückt gemacht. – Ich weiß auch nicht, was da in mir los war?
Gedanklich hatte ich an allen anwesenden Personen etwas auszusetzen.
Fand das Lachen von meinem Bruder zu aufgesetzt, Vaters Erklärungen zu ausschweifend und Mama insgesamt, dafür das es ja ihre Cousine ist, die zu Besuch war, zu still. Die Cousine von Mama in dem, was sie erzählte zu wiederholend, dazu mich unausstehlich, aufgrund meiner Wahrnehmungen.
Ich war leider kurz davor, den ein oder anderen zynischen verbalen Giftpfeil an alle Mitglieder der Küchentischrunde abzufeuern.
Deshalb verweilte ich auch nicht ganz zum Ende des Besuches mit am Tisch. Sondern setzte mich etwas früher Geräuschlos in mein Schlafzimmer ab. – Kaum vom Tisch weg, tickte ich auch wieder völlig normal.
Möglicherweise war ich auch noch etwas getriggert vom Vortag?
Da sprach mich die Reinigungsfrau der Turnhalle an, dass die Damentoilette verschmutzt gewesen wäre. Belegen konnte sie es mit unappetitlichen Aufnahmen auf ihrem Smartphone. Es betraf zwar nicht direkt meine Gruppen, dennoch ist so eine Schweinerei, jedem der das wegmachen soll, gegenüber unzumutbar.
Die Übungsstunden verlaufen dafür, erfreulicherweise auch weiterhin genau nach Plan.
Apropos Übungsstunde. Am späten Abend drehte ich aus ca. dreißig Zeitungen ebenso viele Treiber". Ich sicher die Zeitungsseiten vorsichtshalber mit Gummibändern, dass die einzelnen Seiten fest zusammenbleiben.
Möchte ich in den nächsten Tagen doch ein Koordinationstraining mit Luftballons anbieten, u.a. sollen die Trainingsteilnehmer die Luftballons flach auf dem Boden mit der zur Zeitung umfunktionierten „Schläger" vor sich hertreiben.
So, ich geh nun umgehend heiß duschen und im Anschluss lecker Frühstücken. Unerwarteterweise ist trotz Besuch und Familie wie durch ein Wunder das ein oder andere Stück Käsekuchen übriggeblieben, über das ich mich gleich in aller Seelenruhe genussvoll hermachen werde.
„Seid nett zueinander und passt gut auf Euch auf! – Wer immer Ihr auch seid?!

Auch freue ich mich , für Dich, dass Du es ca 3x hin bekommst mit der Sanduhr zu lesen oder Dich dadurch , mal zu beruhigen. Ich meine , vom Arbeits -und Trainingsstress.;)