Über den gesamten Tag konnte sich die Sonne nicht gegen Regen, Wind und einen dauerhaft trüben Himmel durchsetzen. Dazu pfiff ein ungemütlicher kalter Wind mir um die Ohren. So sehr, dass ich wieder auf mein Wintermützchen zurückgriff.
Der Donnerstag fühlte sich deutlich mehr nach Januar als nach März an. Ich hingegen, tendierte Stimmungsmäßig um beim Wettervergleich zu bleiben eher Richtung Hochsommer.
Nicht nur wahrscheinlich, sicher sogar, lag es auch daran, dass ich wusste ich würde in meiner Lieblingsbuchhandlung vorbeisehen. Außerdem stand ja auch der Lachsbrötchendonnerstag im Kreise der Familie an.
Ich stolperte anfangs etwas unbeholfen durch die Buchreihen.
Konnte mich zuerst nicht mit mir auf ein Buch einigen.
Erfreute mich an zahlreichen Buchcovern, las zahlreiche Texte auf Buchrücken. Stolperte von der Esoterik, in die Fantasie-Abteilung, weiter zu den Comics, von dort mitten hinein in die Biografien, Detektiv- Polizeigeschichten und Thrillers und von dort zu den Romanen.
Wo mir dann auch das Buch: „Das Ende der Einsamkeit" von „Benedikt Wells" ins Blickfeld sprang. Dieses Buch fand auch nach Bezahlung ein neues Zuhause bei mir.
Die ersten 42 Seiten bisher ließen mich sofort in die beschriebene Familienwelt eintauchen. Eine Welt bestehend aus Worten, die meine Fantasie aufleben lässt, immer ein Zeichen, dass das Buch gut bei mir anschlägt.
Was ich sowieso an Worms gerne mag, dass die meisten Verkäufer in den Wormser Geschäften und Ständen überdurchschnittlich nett und hilfsbereit sind.
Herausragend die Angestellten in meiner Lieblingsbuchhandlung.
Die an meinen Anblick seit Jahren gewohnt sind.
Bei anderen Leseinteressierten Kunden kurz und höflich nachfragen, ob sie helfen können?
Mich jedoch einfach durch das Büchergeschäft hin und herwandern lassen, ihre Arbeit tun und sich an meiner Person nicht stören. Selbst wenn es über zwei Stunden dauert bis ich meine Bücherlust ausreichend befriedigt hatte.
Familie und ich sind mittlerweile gut darin stundenweise das Geschehen rund um die Ukraine auszublenden. – Trotz allem, soll und will auch das eigene Leben gelebt werden.
Das heißt kein bisschen, dass man nicht immer (wieder) mit Kopf und Herz bei all den leidenden Menschen ist. Was auch diese Männer und Frauen miteinschließt, die vielleicht gar nicht als Soldaten (und Co. an diesem Angriff auf die Ukraine) teilnehmen möchten.
Diese Menschen – und diese gibt es, wie ich vermehrt feststellen musste – sind mir unsympathisch, die glauben, man dürfte jetzt selbst keinen glücklichen oder ausgelassenen Gedanken mehr nach außen tragen.
Wenn jedoch nicht jetzt, wenn denn dann, werden Lachen, Fröhlichkeit und ausgelassene Gedanken dringender denn je benötigt?
Am Abend hatten wir uns in kleiner launiger Runde nicht ganz ernsthaft gefragt, wie wohl Chicken Wings mit Nutella schmecken würden?… und ob Weißwürste mit Ketchup zu verspeisen – wie ich es tue - nicht eigentlich eine bodenlose Frechheit ist?
„Seid nett zueinander und passt gut auf Euch auf! – Wer immer Ihr auch seid?!
