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„Geburtstagswildnis“

John Baker Sander
6. April 2022(bearbeitet)
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Ich sah durch die breite SchiebetĂŒre im Flur bei Sonnenschein und 16C° den Vögelchen auf der RasenflĂ€che zu. Vögel, darunter eine Taube – die seit Jahren ihre Fressheimat bei uns gefunden hat - von der Hecke zur TrĂ€nke flogen, wieder in der Hecke verschwanden, nur um kurz darauf wieder an VogeltrĂ€nke aufzutauchen. – Flatternde naturverbunden Heimatwildnis, entspannend fĂŒr die Augen und den Geist.


Auch den Geburtstag des Patenonkels nahm ich als akzeptabel wahr.
Erfreute mich an Kartoffelsalat und FleischkÀse. SpÀter an Donauwelle und dem geliebten KÀsekuchen.

Ich selbst sprach wohl wĂ€hrend der 4-stĂŒndigen Geburtstagsfeier keine 100 Wörter.
Hörte jedoch intensiv zu, wie die Enkelin des „Geburtstagskindes" von ihrem Austauschhalbjahr in Kanada erzĂ€hlte, wĂ€hrend Vater und Bruder interessiert nachfragten.

Zwischendurch tauchte der Jubilar ziemlich genau fĂŒr hundert Minuten ab. Ein Schelm, wer Böses (und an die gleichzeitig im Bezahlfernsehen laufende Champions-League) denk. – Aber natĂŒrlich niemals war der Grund fĂŒr das spontane Abtauchen der Fußball, sondern nur eine kleine benötigte Auszeit des Patenonkels, da er nicht mehr sitzen konnte. 
 Manchmal steht es sich eben nicht so gut bei seinen GĂ€sten.

Insgesamt eine okaye Familienfeier.
Bei der ich am meisten darĂŒber staunte, dass der Ehemann meiner Cousine offenbar doch weiß wer wir sind?
? 
 und sogar drei, vier SĂ€tze mit uns sprach.

Man darf jetzt ruhig denken, warum ich selbst nicht den Versuch unternommen hatte auf ihn zuzugehen.
Doch in der Vergangenheit lehnte er jedes GesprĂ€ch sofort merkbar mĂŒrrisch ab und wandte sich aus jedem GesprĂ€chsversuch geschickt heraus.

Am meisten Spaß machte mir einmal mehr Papa.
Der es versteht, Menschen zum Lachen zu bringen und ganze Gesellschaften mitzureißen.
Das nicht mit irgendwelchen auswendig gelernten Witzen, sondern durch Situationen und Worte, die sich innerhalb einer Feier oder eines GesprÀches ergeben.


Beim Aufstehen am Morgen, merkte ich wie sehr mich der Geburtstag mitgenommen hatte. – Wieso? 
 und wovon auch immer?

Obwohl ich am Dienstagabend bereits kurz nach 23 Uhr im Bett lag, war ich am Morgen völlig gerÀdert und wollte erstmal gar nicht aus dem Bett heraus.

Erst mit fortlaufender Tagesdauer wurde ich munterer.


Das Lesen in Gegenwart meiner Sanduhr empfinde ich nach wie vor als einen glĂ€nzenden Wochenhöhepunkt, der mir Konzentration und Motivation auf nur eine Sache – das von mir liegende Buch – schenkt.


Ich tippe jetzt nochmal K. an und höre wie es ihr geht, dann wird wochenmittig stilvoll gecoucht, gefĂŒhlt habe ich mir das alleine aufgrund meines Durchhaltevermögens an der ein oder anderen Stelle heute verdient.



„Seid nett zueinander und passt gut auf Euch auf! – Wer immer Ihr auch seid?!



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