Ich sah durch die breite Schiebetüre im Flur bei Sonnenschein und 16C° den Vögelchen auf der Rasenfläche zu. Vögel, darunter eine Taube – die seit Jahren ihre Fressheimat bei uns gefunden hat - von der Hecke zur Tränke flogen, wieder in der Hecke verschwanden, nur um kurz darauf wieder an Vogeltränke aufzutauchen. – Flatternde naturverbunden Heimatwildnis, entspannend für die Augen und den Geist.
Auch den Geburtstag des Patenonkels nahm ich als akzeptabel wahr.
Erfreute mich an Kartoffelsalat und Fleischkäse. Später an Donauwelle und dem geliebten Käsekuchen.
Ich selbst sprach wohl während der 4-stündigen Geburtstagsfeier keine 100 Wörter.
Hörte jedoch intensiv zu, wie die Enkelin des „Geburtstagskindes" von ihrem Austauschhalbjahr in Kanada erzählte, während Vater und Bruder interessiert nachfragten.
Zwischendurch tauchte der Jubilar ziemlich genau für hundert Minuten ab. Ein Schelm, wer Böses (und an die gleichzeitig im Bezahlfernsehen laufende Champions-League) denk. – Aber natürlich niemals war der Grund für das spontane Abtauchen der Fußball, sondern nur eine kleine benötigte Auszeit des Patenonkels, da er nicht mehr sitzen konnte. … Manchmal steht es sich eben nicht so gut bei seinen Gästen.
Insgesamt eine okaye Familienfeier.
Bei der ich am meisten darüber staunte, dass der Ehemann meiner Cousine offenbar doch weiß wer wir sind? ? … und sogar drei, vier Sätze mit uns sprach.
Man darf jetzt ruhig denken, warum ich selbst nicht den Versuch unternommen hatte auf ihn zuzugehen.
Doch in der Vergangenheit lehnte er jedes Gespräch sofort merkbar mürrisch ab und wandte sich aus jedem Gesprächsversuch geschickt heraus.
Am meisten Spaß machte mir einmal mehr Papa.
Der es versteht, Menschen zum Lachen zu bringen und ganze Gesellschaften mitzureißen.
Das nicht mit irgendwelchen auswendig gelernten Witzen, sondern durch Situationen und Worte, die sich innerhalb einer Feier oder eines Gespräches ergeben.
Beim Aufstehen am Morgen, merkte ich wie sehr mich der Geburtstag mitgenommen hatte. – Wieso? … und wovon auch immer?
Obwohl ich am Dienstagabend bereits kurz nach 23 Uhr im Bett lag, war ich am Morgen völlig gerädert und wollte erstmal gar nicht aus dem Bett heraus.
Erst mit fortlaufender Tagesdauer wurde ich munterer.
Das Lesen in Gegenwart meiner Sanduhr empfinde ich nach wie vor als einen glänzenden Wochenhöhepunkt, der mir Konzentration und Motivation auf nur eine Sache – das von mir liegende Buch – schenkt.
Ich tippe jetzt nochmal K. an und höre wie es ihr geht, dann wird wochenmittig stilvoll gecoucht, gefühlt habe ich mir das alleine aufgrund meines Durchhaltevermögens an der ein oder anderen Stelle heute verdient.
„Seid nett zueinander und passt gut auf Euch auf! – Wer immer Ihr auch seid?!
