Ein Herbsttag im Frühling.
Kalter Wind, dazu Regen und 11C°, die sich teilweise anfühlten wie 5 C°.
Verfroren wie ich bin, hatte ich das Gefühl, der Wind zieht mir durch das eine Ohr und verlässt ihn durch das andere Ohr. Zumindest bildete ich mir den Wind nicht ein. Dafür flog mir dann doch zu oft meine Baseballcap vom Kopf. Erst als ich mir die Mütze tiefer ins Gesicht zog, blieb sie auf dem Kopf haften.
Ich war für meine Verhältnisse lustlos in der Fußgängerzone unterwegs.
Saß trotz des Windes einige Minuten im Adenauerring.
Neben mir verweilten dort vor allem Leute, die ihren Hund ausführten und ältere Menschen. Was mich leicht erstaunen ließ. – Klischeehaft vermutete ich diese älteren Menschen aufgrund des Windes und später auch aufgrund des Regens zuhause im Warmen.
Ich wärmte mich in meiner Lieblingsbuchhandlung auf.
In einem Podcast hörte ich ein Gespräch zwischen den Herausgebern der Zeit und der Schriftsteller „Olga Grjasnowa", dir mir sympathisch ist. Ich mag ihre Aussagen zum Krieg. Ich mag ihren Humor, Ironie und die Klarheit, mit der sie Fragen generell beantwortete. Die Story wie sie ihren Mann kennenlernte und sich Anfangs mit ihm verständigte, ist vielleicht die schönste und romantischste Kennenlern-Geschichte, die ich bisher wahrscheinlich hörte.
Der Name „Olga Grjasnowa" sagte mir leider zuvor nichts.
Sie hat durchaus populäre Bücher bisher geschrieben. Wie ich durch Recherche herausfand.
Ich freue mich darauf, irgendwann in diesem Jahr etwas von ihr zu lesen.
Ich bin erschrocken, wie normal das mittlerweile für mich klingt: „Krieg in der Ukraine". Ich bin nicht mehr gebannt von den Bildern. Nehme sie wahr und auf, verarbeite die Neuigkeiten, ob in Ton, Bild oder aus Buchstaben bestehend.
Denke durchaus: „Die armen Menschen", „so viele tote"; „Krieg", „Arme Ukrainer", dass man das eigene Land wegen eines Krieges so durch Sanktionen leiden lässt, nicht zu verstehen".
Ich fühle jedoch nicht so mit, wie ich sollte, wie ich mir das vorstelle, lässt mich mein Gefühl wissen.
Wie ich da wieder hinkomme? Ich bin doch nicht so abgestumpft?
Kann man sich eigentlich zum (mehr) mitfühlen zwingen?
Freitag. Alltag. Hallentag. … Abends wie gewohnt hoffentlich „Lets Dance" mit der Familie?
5 Uhr 23, guten Morgen. Ich bin wach und bereit für diesen Freitag!
„Seid nett zueinander und passt gut auf Euch auf! – Wer immer Ihr auch seid?!
