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„Konfirmation mit Schmetterlingsflügeln“

John Baker Sander
10. Mai 2022(bearbeitet)
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Sonntagabend wollte ich unbedingt noch einen Blog verfassen.
Jedoch ergriff der Schlaf frühzeitig Besitz von mir, so schlief ich von 22 Uhr bis 6 Uhr morgens in meinem Schreibtischsessel. … Montagabend, ehrlich gestanden, war es nur wenig besser.

Nun jedoch bin ich fit. Und wieder unter den „wachen" angekommen.


Am Muttertag wurde ich kurz vor 10 Uhr morgens abgeholt.
Um einen Konfirmationsgottesdienst und Konfirmationsfeier zu fotografieren.

Kurz vor Gottesdienstbeginn wurde mitgeteilt, dass die Kirche Tabubereich sei. Lediglich die Chance bestehe, Gruppenbilder mit und ohne Pfarrer vor der Kirche zu machen.
Weitere Bilder könnten natürlich, nachdem Gottesdienst auf dem Kirchengrundstück fotografiert werden.

Achselzuckend nahmen wir – die Familie des Konfirmanden und ich – das hin.

Der Gottesdienst war mit einer Lauflänge von einer Stunde ideal.

Bei uns im Heimatdorf hatte ich noch nie einen Konfirmationsgottesdienst unter zwei Stunden erlebt.
Was vielleicht auch damit zusammenhängt, dass man bei dieser Konfirmationsmesse lediglich die Konfirmanden zum Abendmahl einlud. Was ich für eine hervorragende und nachahmenswerte Idee hielt.

Der Pfarrer, der eigentlich seit Dezember in Rente ist, diesen Konfirmanden-Jahrgang jedoch noch bis zum Schluss betreuen wollte, bevor er sich endgültig aufs Altenteil zurückzieht, schaffte es leicht, die Aufmerksamkeit der Gemeinde und meine für sich zu gewinnen, während er seine Predigt in einem melodischen Singsang Ton verlas. – Was bei weitem nicht allen Geistlichen dermaßen gekonnt und gefühlvoll gelingt.

In der Predigt ging es hauptsächlich um die Entwicklung der Konfirmanden.
Die man mit einer Raupe vergleichen könnte.
Anfangs fiel es der Raupe schwer auf die andere Straßenseite zu kommen, um die begehrten saftigen grünen Blätter zum Fressen zu erreichen.
Jedoch nach der Verwandlung zum Schmetterling wäre das Überqueren der Straßenseite kein Problem mehr für die nun ehemalige Raupe gewesen. Sie wäre als Schmetterling mühelos von der einen Straßenseite auf die andere geflogen. Schließlich hatte sie nun starke Flügel (neue Fähigkeiten) bekommen.

Der Pfarrer hoffte, dass die Konfirmandenzeit dazu beitragen konnte, dass auch die Konfirmanden etwas Aufschwung (Flügel/neue Fähigkeiten) bekommen hatten, damit sie sich nun im erwachsenen Leben leichter tun würden.
Selbst wenn es sicher auch in Zukunft das ein oder andere unüberwindbar scheinende Hindernis aus dem Weg zu räumen gelte.


Vor der Konfirmationsweihe ging der Pfarrer noch mal darauf ein, dass diese Konfirmandengruppe aufgrund von vielen Coronaausfällen keine Konfi-Freizeit noch in der vergangenen Woche einen Vorstellungsgottesdienst bekommen hatte.

Erinnerungen, aus meiner Konfirmandenzeit, die ich erleben durfte, die teilweise außerordentlich positiv sind
?.
Nächstes Jahr sind es auch schon 30Jahre her, dass ich konfirmiert wurde.


Was ich bedauerte, dass mir keines der Kirchenlieder auch nur annähernd bekannt vorkam und keines mich davon überzeugen konnte, wirklich mitsingen zu wollen.
Der Rest des Gottesdienstes empfand ich als durchweg okay.


Nach der Feier hatte der Konfirmand erstmal keine Lust, sich fotografieren zu lassen.
Dennoch vor einem Gruppenbild mit der gesamten Familie und Freunden und einigen weiteren durfte er sich – aufgrund „unbarmherziger Eltern" nicht drücken.
Das ließen besagte Eltern, weder Stiefgeschwister, noch der Rest seine Familie nicht zu. Auch wenn er anfangs bewundernswert rebellisch protestierte und argumentierte.

Zur Konfirmationsfeier ging es in ein Fußballvereinsheim nahe Worms Horchheim.

Es wurde Mittag gespeist in einer außerordentlich familiären Atmosphäre.
Ein kleines feines Buffet, bestehend aus Schnitzel, Gemüse, Lenden, Bratkartoffeln.
An der familiären Atmosphäre hatte ich durchaus meine Freude.
Alle Menschen auf dieser Konfirmationsfeier waren freundlich, ließen sich bereitwillig fotografieren. Ich mochte diesen deutsch-italienischen Menschenmix besonders gerne.

Sogar der Konfirmand ließ sich von dieser positiven Strahlkraft anstecken und posierte nun wie gewünscht für alle anstehenden Fotowünsche.

Ich mag diese Familie.
Auf den ersten Blick wirkt diese Familie möglicherweise etwas hart und raubeinig?
Was sie jedoch kein bisschen sind.
Da ist ein miteinander und eine Freundschaft unter allen anwesenden zu spüren, die ich mag und auch schon bei Hochzeiten und anderen Familienfesten der Konfirmanden-Familie und ihrer Verwandtschaft (inklusive Freundeskreis) erleben durfte und immer als ausgesprochen einladend empfand.

Ein Großteil des Nachmittags sah man den laufenden Amateur- Fußballspielen zu. Oder hüpfte mit den kleinsten durch den zwischen den Spielen aufgestellten Rasensprenger hindurch.

Von der Feierstätte Vereinsheim konnte man direkt den Sportplatz erreichen.

Man saß als Familie und Freunde zusammen, aß Kuchen miteinander und tauschte den neuesten Klatsch untereinander aus.
Für mich galt es, alle übriggebliebenen Fotowünsche zu erfüllen.

So ein Stück Käse- und Erdbeerkuchen am Sonntagnachmittag ist eine feine Sache. Findet ihr nicht auch?


Am frühen Abend, 95 % der Gäste hatte sich bereits dankend verabschiedet, wurde ich heimgefahren.

Hey, ich war für diesen Sonntag echt durch. Merkte die Müdigkeit vom Kopf bis in den letzten Knochen.
Corona hat auch mich die vergangenen zwei Jahre nicht kaltgelassen, wie ich deutlich – an den vielen (fremden) Menschen - spürte.



„Seid nett zueinander und passt gut auf Euch auf! – Wer immer Ihr auch seid?!


Kommentare (2)

Fizzy Lemon
11. Mai 2022, 06:48
Ich musste die Konfirmation meines Bruders mitansehen und sagte mir dann: Das brauche ich nicht. Als es soweit war und ich zum Unterricht angemeldet werden sollte, lehnte ich das ab und musste förmlich darum kämpfen nicht konfirmiert zu werden. Ja, ich musste meine Entscheidung sogar begründen! Und die Entscheidung dagegen war die einzig richtige.
Hasal
15. Mai 2022, 08:56
John, da hast ja wieder einiges erlebt. Wir hatten Jugendweihe , ist aber fast das gleiche.
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