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„Kein Traum“

John Baker Sander
16. Juni 2022(bearbeitet)
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36 C° und ich in sommerlichster Hochstimmung.
Eine eher ungewohnte Kombination.
Dazu erfüllt von einem fantastischen Lebensgefühl und in einer dauerschleife den Song: „Play That Song" von „Train" im Kopf.

Das sind die Tage, die doppelt und dreifach Spaß machen, wenn einem alles, wirklich alles wie von selbst von der Hand geht und man sich zumindest vorübergehend einbilden kann, die gesamte Welt will einen umarmen und wirklich jede einzelne Person auf diesem Planeten ist einem gut gewillt.

Möglicherweise strahlte ich das sogar aus?
Pure energiegeladene Harmonie.

Überall wollte ich Freundlichkeit feststellen.
Jedes Lächeln interpretierte ich egoistischer wie fantastischer Weise als Gruß an mich und mein besonderes Lebensgefühl.
Auch trug und trage ich ein breites Dauergrinsen, sogar beim Schreiben dieser Zeile in meinem Gesicht.

Der Fotoapparat baumelte um meinen Hals. Die Baseballkappe saß auf meinem Kopf und die getönte Brille fest auf meiner Nase als Licht - und Sonnenschutz.

Die ältere Kassiererin im Supermarkt lachte herzhaft über mein vieles Kleingeld, das aus der Geldbörse herausquellte.
Sie fragte mich, ob ich das Kleingeld nicht loswerden wollte? Sie könnte es in ihrer Kasse gut gebrauchen.
Noch mehr lachte die Supermarkt-Angestellte als ich ihr dann über dreißig 1-Cent-Stücke und anderes „Kleinvieh" aus meinem Geldbeutel kramte und ihr aushändigte.

Auch im Euro-Shop, wo ich mir einen neuen Kopfhörer für alle Fälle zulegte - der meist ein trauriges Dasein im Rucksack fristet - ging dem Bezahlvorgang ein kleiner freundlicher Schwatz über 1 Euro 50 Kopfhörer und ihrer Qualität voraus.

Am Bahnhofsplatz war kein Alkohol zu sehen.
Jeder Hund schien sich mit jedem Artgenossen zu verstehen. Ein miteinander tollen, spielen und Schwanzwedeln, keinem feindseligen Gebelle.
Die Fahrradfahrer hüpften freiwillig in der Fußgängerzone von ihren Rädern und schoben ihre Drahtesel ohne mit anderen Fußgängern anzuecken hindurch, bevor sie wieder aufstiegen und davonfuhren.
Selbst die patrouillierenden Polizisten hatten keine Einsätze und konnten mit den Kollegen gemütlich Eis schlecken.

Aus einem Wohnungsfenster nahe der Pauluskirche schaute ein Mensch. Der auffällig halbmondförmig bunt im Gesicht angemalt war voller blauer, weißer, gelber und roter Farbe; brüllte mir ein freundliches „Hallo" entgegen. Ich zurück.

Pärchen jedes Alters und jedes Geschlechts hielten Händchen, sahen sich tief in die Augen, umarmten und küssten sich liebevoll.

Ein aufeinander zugehen. Ein Abschiednehmen. Vor allem aber unbändiges freuen auf ein Wiedersehen.

Die Stadt und ihre Besucher wirkten wie aus dem genialsten Bilderbuch entsprungen.

Ich fühlte mich so euphorisch.
Offenbar die Welt um mich herum gleich mit
Unantastbar an dieser Wochenmitte für jegliche Schlechtigkeit, die einem im Leben begegnen kann.

So echt, so real.
Ich am Träumen.



„Seid nett zueinander und passt gut auf Euch auf! – Wer immer Ihr auch seid?!


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