Versuch Nummer 4, wieder regelmäßig zu bloggen. An den letzten Abenden hatte ich es einmal mehr nicht auf die Kette bekommen.
Dabei war ich fast jeden Tag mit dem Vorsatz in den Tag gestartet, doch einige Zeilen aus Lebens- und meiner Gedankenwelt loszuwerden.
Meist saß ich vor meinen Bildern, bearbeitete diese bis spät in die Nacht hinein und war dann zu müde, auch nur noch eine Zeile loszuwerden.
Dabei gäbe es genug zu berichten, auch aus den vergangenen Monaten noch, was bisher hier noch keinen Platz gefunden hat.
Am Wochenende war ich mit dem Fotoapparat auf einem Dorffest in der Nachbarschaft unterwegs. Der Höhepunkt für mich, der Straßenumzug. Verdanke ich doch viele Bekanntschaften dieser alteingesessenen Tradition.
Eine Tradition, die überall hervorragend gelebt wird.
Nur nicht mehr bei uns. Bei uns wollte man die Ortsrepräsentanten (ob weiblich oder männlich) abschaffen.
Da der Ortsvorsteher sein Rathaus nicht wie bisher für einen Abschluss der „Majestäten (Repräsentanten)" zur Verfügung stellen möchte und auch nicht den kleinsten Eurobetrag in diese traditionsreiche Sache stecken möchte.
In diesem Jahr gab es für unseren Ortsrepräsentanten bereits keinen vernünftigen Abschluss. Bei diesem „Abschlusszeremonien" gibt es meist eine Kleinigkeit zu Essen und Trinken. Vor allem aber ist es Ziel, das sich die Repräsentanten aus den nahliegenden Städten und Dörfern (und ihr Anhang) kennenlernen austauschen.
Oftmals entstehen daraus lange Freundschaften und Bekanntschaften, vielen sprechen auch von einer Wochenendfamilie, da man doch immer wieder bei den unterschiedlichsten Gelegenheiten (zumeist eben am Wochenende) aufeinandertrifft.
Wie wichtig die Übernahme eines solchen Amtes für zumeist junge Menschen (zwischen 16 Jahre und 25 Jahre) in der Charakterentwicklung und Pflichtbewusstsein sein kann, konnte ich mich auf vielen Umzügen, Festen und Veranstaltungen in den letzten Jahren überzeugen.
Ich hatte Menschen getroffen, die zuvor und danach im positivsten Sinne nicht mehr dieselben waren. Was mir auch Eltern, Geschwister, Freunde, Bekannte und Verwandte dieser Amtsträger bestätigten.
Jedoch muss ich auch eingestehen, ich bin voreingenommen bei diesem Thema. Mag ich doch diese Straßenumzüge und diese gemeinschaftliche Atmosphäre, die Verbindung und Freude alle Generationen daran wirklich sehr.
Kann es verkehrt sein, Menschen bei der eigenen Entwicklung und beim Pflichtbewusstsein zu unterstützen?
Der Straßenumzug war weitaus kleiner in den vergangenen Jahren.
Dennoch keineswegs schlechter. Herausragend die Mühe, die sich die Abteilungen, Repräsentanten gaben auf den Wagen und als Fußgruppen für Stimmung zu sorgen.
Dazu spielte das Wetter glücklicherweise voll mit. Strahlender Sonnenschein, 18-21 C° und gutgelaunte Zuschauer.
Meiner Vermutung nach waren dennoch weniger Menschen auf den Straßen, die den Umzugsteilnehmer zujubelten, wie in den vergangenen Jahren.
Die Teilnehmer, Zuschauer ließen sich bereitwillig fotografieren und auf dem Festplatz und Festzelt wurde ich immer wieder angesprochen, ob ich denn nicht ein Bild machen könnte. Obwohl ich klar darauf hinwies, dass ich eigentlich nur „Privat" vor Ort bin, um auch diesen Umzug aus meiner Umgebung im Archiv zu wissen. Dies wurde damit abgetan; was mich ausgesprochen freute; „Bei dir wissen wir zumindest wo wir unsere Bilder herbekommen."
Auch wurde ich wieder zu Kaffee, Cola, Wein und Sandwiches, Kuchen geladen. Denn andere Orte und Städte legen durchaus hohen Wert auf solche Abschlüsse.
Neben dem Fotografieren unterhielt ich mich angeregt über das Leben und Alltag. Ich fand es durchaus spannend zu hören; wen wundert es?: wie andere Leute ihren Alltag bestreiten und wie unterschiedlich sich Leben anhören kann, obwohl es oftmals doch auf nahezu das Gleiche herauskommt.
Zum Schluss machte ich noch einen Abstecher ins Festzelt.
In dem ein DJ, den Festbesuchern noch einmal richtig einheizte. Bunte Lichter, Hits von heute und anderswo und erneut Menschen, die einfach nur vollkommen Bock darauf hatten, einige schöne Stunden miteinander zu verleben.
„Seid nett zueinander und passt gut auf Euch auf! – Wer immer Ihr auch seid?!
