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"Wild, frei und kein moderner Mensch"

John Baker Sander
19. September 2019(bearbeitet)
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„Wild, frei und kein moderner Mensch"

Zeit:
14 Uhr 53

Ort: Adenauerring, Worms 

Ich sitze auf einer Bank, mitten in der prallen Sonne.
Fühle mich wild und frei. Wahrscheinlich sehe ich für meine Verhältnisse auch relativ wild aus?
Wann bin ich wohl zuletzt 4-5 Tage Rasierklingen ausgewichen? Das muss Jahrzehnte her sein. – Ich fühle mich sauwohl.

Trotz der Möglichkeit auszuschlafen hielt es mich heute nicht im Bett.
Stattdessen unterstütze ich meine Eltern ein wenig beim 2. Teil des Herbstputzes. Das heißt eigentlich nur Mama.
Papa suchte, fast ein wenig verzweifelt die Flagge mit dem Ortswappen um sie für das nahende Ortsfest aufzuhängen. Bis ich das Elternhaus verließ, hatte er sie nicht ausfindig machen können. Ich bezweifele jedoch nicht, wenn ich später auf dem Rückweg erneut am Elternhaus vorbeikomme, dass dann die gesuchte Fahne den Eingangsbereich ziert.

Seit ungefähr 13 Uhr bin ich in Worms unterwegs. Wobei unterwegs der Falsche Begriff ist. Ich lief zu meiner Lieblingsbuchhandlung, besorgte mir die Fortsetzung von „Stadt der Träume" mit dem Titel: „Wir gegen Euch", etwas zum Trinken und seitdem sitze ich im Adenauerring.
Ich verspüre so gar keine Lust mich fortzubewegen, noch irgendwo anders auf diesem Planeten zu sein.
Die nächsten Tage sind ohnehin mit Ortsfest und zwischendurch einem Oktoberfest mit genug Aktion und Aufregung versehen.


Ich hielt mich bisher für einen modernen Menschen. Der bin ich aber nur sehr bedingt. Ich merke, wie ich mehr und mehr Weltanschauungen von meinen Eltern und Großeltern übernehme. Anschauungen in wahrlich allen Lebensbereichen. Die ich vor kurzem, wenn überhaupt, nur bedingt mit diesen Generationen geteilt hätte.


So wie der Sommer nahtlos in den Herbst übergeht, mach ich vielleicht auch einen erneuten Wandel durch? – Ich hätte nichts dagegen als Mensch vielseitiger (bunter) zu sein, Menschen immer und überall Gottvertrauen entgegenzubringen, mehr mich in Dinge einzumischen, die mich scheinbar nichts angehen, die jedoch ein eingreifen verdient hätten an denen man aber oft stumm vorbeigeht.



Kommentare (1)

Hasal
20. Sept. 2019, 09:09
Hi John, ich finde es sehr gut, dass Du Deinen Eltern in jeder Art helfen tust. Finde es super , wenn Du draussen auf einer Bank sitzt und nicht magst, Dich irgendwie zu bewegen. Sowas muß alles mal sein. Das Leben ist schon ernst genug, dann genieße auch mal Deine freien Minuten , auf einer Bank.
Wenn Du Dich unrasiert auch mal wohl fühlst, dann ist es so.
Viel Spass bei eurem Ortsfest.:D;)
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