Noch nie hatte ich „Halloween" so wahrgenommen und gefühlt wie gestern.
Durch den Heimatort liefen verkleidete Menschen jeden Alters. Auf der Fahrt zur Halloweenparty zwei Nachbarorte weiter sahen wir ebenso dutzende Menschen, die kostümiert durch die Straßen und Gassen liefen.
Die Halloweenparty trug ihren Namen mehr als zurecht.
Jeden Wohnraum, selbst das Bad, hatte man mit Leichen versehen. U.a. lag eine nackte Leiche auf einem Tisch, davor blutverschmierte Messer und Zangen, daneben ein Regal mit mehr als hundert Gläschen mit Flüssigkeiten in verschiedenen Gläsern gefüllt und an jeden dieser Gläschen ein liebevoll von Hand beschriftetes Zettelchen mit Namen wie: „Fingernägel", goldenes Haar etc. Ein gelungener Verweis auf „Das Parfum"
Alles voller Spinnweben, Spinnen, Skeletten. Kühlschranke, aus denen Hände krochen. Gruselige Masken oder Polizeifotos von Leichen an den Wänden festgemacht oder Körperteile, die an Handschellen hingen.
Ungefähr einen Monat vor der Party hatte man begonnen, mit dem Aufbau. Das merkte man dem Haus an.
Außen am Haus, schaurige Geisterklebebilder, die von innen beleuchtet wurden.
Zahlreiche Puppen, die im Garten an die Bäume gebunden waren.
Wer mochte, konnte an einer Halloween-Rally durch das Haus teilnehmen. Musst in den Räumen Rätsel lösen und für jedes gelöste Rätsel gab eine Zahl, der Code für ein Schloss an einer Schatzkiste.
Die Männer hielten es, wie ich, sehr einfach mit der Verkleidung. Ich hatte mir beim „Euro-Shop" eine silbergraue Phantommaske für 1 Euro 30 zugelegt.
Dir mir jedoch gut gefiel. Sogar bei anderen Partybesucher Anklang fand.
Da ich durchgängig mit fotografieren beschäftigt war, wurde die Maske die meiste Zeit auf dem Hinterkopf platziert.
Die Damen gaben sich deutlich mehr Mühe.
Dunkle Schminke im Gesicht. Hexenkleider, mal länger und mal besonders kurz. Dirndl oder Kleider, die wirkten wie aus dem Mittelalter. Auch Frau Tot im schwarzen spitzen Kapuzenkleid inklusive Sense war anwesend.
Die Atmosphäre gelöst und immer auf einem hoch. Es wurde sich geherzt und gedrückt. Normalerweise ist das ja nicht so mein Ding, konnte und wollte mich jedoch gestern Abend diesen Gesten auch nicht entziehen.
Auch das Buffet war perfekt auf Halloween abgestimmt.
Würstchen, die man wie abgeschnittene Finger auf Teller positioniert hatte, Kartoffelsalat, gefüllte Eier mit Fleischsalat, Schweine-Met, das an Innereien erinnerte und das sich die Gäste mit einem kleinen Hackbeil auf den Teller schieben konnte.
Mit Gastgeber „U" und seine Tochter „X" war ich irgendwie durchweg im Kontakt. Besonders „X" hatte ihr Spaß daran, sich mit vielen Partygästen in den verschiedensten Gruselräumen ablichten zu lassen.
Was mir natürlich gut gefiel.
Ich mag es, wenn nicht immer ich die Initiative ergreifen muss, dass sich die Menschen für Bilder zusammenzustellen, sondern sie selbst auf die Idee kommen für den anwesenden Fotografen zu posieren.
Hätten, die Gastgeber 10 Euro pro Gästekopf genommen, ich hätte es mehr als verstanden. Denn sicher hatten sie einige Auslagen. – Jedoch war alles für Frei. Essen, Trinken, Rally usw.
Ich blieb über eine Stunde länger wie geplant.
Das nicht wegen den herrlichen Fotomotiven (verkleideten Räumen und Menschen), sondern besonders und ich wiederhole mich gerne, wegen einer eindrucksvollen Atmosphäre und einen Abend der nur darauf abzielte den Partygästen eine Freude zu machen.
Gerade gehört, in Frankfurt gibt's schon einen Weihnachtsmarkt.
Ich dachte immer, die dürfen erst nach Totensonntag öffnen?
„Seid nett zueinander und passt gut auf Euch auf! – Wer immer Ihr auch seid?!
