Herr Freundlich, der liebenswerte wenn auch tollpatschige Postbote von Hintersalatblatthausen schaut traurig auf den Postkasten der kleinen Hexe. Über und Übervoll mit Briefen, doch niemand der sie heraus nimmt. Dabei freute sich die kleine Hexe immer über Post und wenn es auch bloß Werbung war. Doch seit Monaten nichts, bald bekommt er keinen Brief mehr in den Kasten. Und auch rund um ihr kleines Hexenhäuschen wuchert Unkraut wohin man auch sieht und ihr schöner heiliger Rasen schießt mächtig in die Höhe. Was hatte sie immer ein Palaver um ihren Rasen gemacht. Jeder Grashalm war exakt gleich lang, da legte sie großen Wert drauf. Im Hexen Journal belegte sie regelmäßig den ersten Platz. Wenn die Jury ihren Rasen jetzt sehen würde. Oweia dachte Herr Freundlich still.
Neugierig wie er nun mal war betrat er das Anwesen der kleinen Hexe und wagte einen Blick durchs Fenster, doch konnte er niemanden sehen, natürlich machte er sich Sorgen, wo mag sie sein, was ist bloß geschehen. Sie hätte ihm doch bescheid gegeben wenn sie auf Reisen gegangen wäre. Draußen auf dem Tisch, wo er so manches mal mit der kleinen Hexe saß und ein Gläschen von ihrem köstlichen Pilzschnaps trank, erblickte er eine Tasse Kaffee die noch dampfte. Als er hinein schaute sah er das dort ein Pfefferminzblatt schwamm auf dem die klitzekleine DäMone lag und sich von der Sonne bräunen ließ. "Was machst du da" maulte er die DäMone an. "Willst Du nicht mal den Rasen mähen, der hat es bitter Nötig". Doch die kleine DäMone streckte ihm kackendreist ihren Mittelfinger entgegen. "Also so eine Frechheit" polterte er los. "Das werde ich der lieben Hexe Jen erzählen". Sprachs und marschierte Richtung Gartentor.
"Hm" dachte die klitzekleine DäMone eigentlich hat der Kerl ja Recht. Hier sieht es aus wie bei Hempels unterm Sofa . Der Rasen seit Monaten nicht gemäht, die getrockneten Pilz hingen ebenfalls schon etliche Zeit über der Leine, längst sind sie vertrocknet und nicht mehr verwendbar. Und wie es in der Stube aussah, so konnte es nicht bleiben. Also beschloss sie das ganze zu ändern. Auch die kleine DäMone vermisste die Hexe doch sehr, war sie einfach ohne ein Wort verschwunden. Das nahm sie ihr übel, aber wenn sie wieder käme sollte sie in ihre gewohnte Stube zurück kehren, sauber und ordentlich wie sie es liebte.
Da es mittlerweile schon Herbst war und der Rasen über und über mit Laub bedeckt war hatte sie eine Handvoll zu tun. Da sie sehr klein war konnte sie es kaum bewältigen. Während sie im Schweiße ihrer Füße am schuften war betrat Briefträger Freundlich das Anwesen. Er hatte die kleine DäMone ackern sehen und beschlossen ihr zu helfen. "Hey DäMone" rief er und zeigt stolz auf seine neueste Erfindung. "Wow, was ist das denn für ein Hammerteil" staunte die DäMone. "Ich nenne es Rasenmählaubaufsammelmaschine" strahlte er stolz und setzte sich sogleich auf das Ding und legte los. Die kleine DäMone hatte einen diebischen Spaß und hüpfte wie wild umher. Ruckzuck war das Laub entfernt und der Rasen auf seine gewohnte Länge. Die kleine DäMone hätte nach ihrer Rechnung 128 Jahre und drei Monate für diese Arbeit benötigt. "Mensch Freundlich" sagte sie grinsend. "Du bist ja gar nicht so ein Piesepampel wie ich dachte". Herr Freundlich schaute kurz ein wenig streng dann lachte er und setzte sich draußen an den Gartentisch und genoss einen kühlen Pilzdrink, den ihm die kleine DäMone kredenzte. "So, jetzt kann die kleine Hexe wiederkommen" sagte er ein wenig bedröppelt. "Tja, schön wäre es" fügte die kleine DäMone noch hin zu.
