Datum: Samstag, 19. November 2022
Zeit: 15 Uhr 35
Ort: Adenauerring, Worms
Auch in diesem Jahr hat sich an meiner Verfrorenheit nichts geändert.
Was auch der Hauptgrund ist, weshalb ich meine Einkaufstour durch die Wormser Fußgängerzone vorübergehend unterbrochen habe.
Die vergangenen Tage waren, was das Bog schreiben betrifft nicht das, was ich mir erhofft und vorgenommen hatte.
Man wird es mittlerweile erraten können?
Ich saß vor einem leeren Word-Dokument und bin dann innerhalb von Minuten weggesackt auf meinem Schreibtischsessel, meist bis weit in die frühen Morgenstunden.
Die Abteilungs- und Übungsleitersitzung mit Vereinsvorstand werte ich als Erfolg.
Das erste Mal seit Jahren fühlte sich, dass zumindest gelegentlich so an als würde man als Gesamtverein an einem Strang ziehen.
Man verzichtete diesmal komplett auf die kleinen unfeinen Machtspielchen: „Meine Abteilung ist aber größer und viel besser als deine." – Geht doch! ?
Der Donnerstag plätscherte etwas leblos und lieblos vor sich hin.
Freitag war wie üblich langer Sporttag.
Wen auch nicht ideal, dass die Turnhalle schon wieder aufgrund von Veranstaltungen geteilt werden musste.
Die Übungsstunden an sich „verlief dafür bestens".
Es folgte bis gegen 23 Uhr 30 ein relaxter Abend.
Der mir bis in die letzte Pore meines Körpers guttat.
Solange, bis ich nach meinem Mobilphone tastete. Ergebnislos!
Nun begann die Suche nach dem Kommunikationsgerät.
Zuerst in der Jackentasche dann in der Sporttasche. Nichts!
Sicher war es in eine Sofaritze gerutscht, hatte ich doch nachdem Training dort einige Minuten mit meinen Eltern nett zusammengesessen.
Bis 4 Uhr 30 hatte ich gleich mehrfach das gesamte Haus und den Innenhof, Elternauto und selbst Stellen, die ich nur mit meiner Gegenwart streifte, gründlich auf den Kopf gestellt.
Dass ich das Mobilphone in der Turnhalle hatte liegen lassen können, dieser Gedanke verbot sich mir.
; Dafür bin ich in diesen Sachen zu organisiert, zu diszipliniert.
Niemals! Never ever!
Gegen fünf kam ich zur Einsicht, dass das Mobilphone mir auf den wenigen Metern von der Turnhalle zum Parkplatz aus der Hosen- oder Jackentasche gerutscht sein musste. „Anders kann es ja gar nicht sein."
Auf zum Turnhallenparkplatz.
Vater hört mich wohl leise fluchen. Vielleicht musste er aber auch einfach nur auf die Toilette?
Vater rügte mich für mein Vorhaben zum Parkplatz der Turnhalle laufen zu lassen. Zumal es draußen finster war, der Wind heftig peitschte und eisiger Regen niederschlug.
Väter bleiben wohl immer Väter?
Papa fuhr mich.
Wir leuchteten den Parkplatz vergebens ab.
Auch nach dem Vater mehrmals mein Mobilphone anrief, tat sich nichts in Sachen verlorenes Mobilphone nichts.
Wo wir nun schon an der Sportstätte waren, konnte ein verzweifelter Blick ins Innenleben der Turnhalle auch nichts mehr schaden.
Es ist gespenstisch, wie so eine leere Turnhalle in der Dunkelheit ohne jegliche Form von Aktivität wirkt.
Vater hatte wohl erneut die Nummer meines Mobilphones gewählt?
Da für mich unverhofft das (liebliche) klingeln meines Kommunikators durch die dunkle Sportstätte schallte.
Da lag es, das Mobilphone, vermutlich seit knapp zehn Stunden auf der Barriere, die Halle und Foyer voneinander abgrenzen.
Ich hätte Stein und Bein und mehrere Todesschwüre geschworen, dass, das Mobilphone noch zumindest beim Verlassen der Halle tief aber spürbar in meiner Hose- oder Jackentasche gesteckt hatte.
Die Erleichterung, dass Mobilphone (mein Mobilphone!) zurückzuhaben war riesig. Ich behaupte ja oft und gerne, dass mir an dem Gerät nicht besonders viel liegt.
Was aber nach meiner Fahndung durch die tiefste Nacht und frühsten Morgen, keineswegs stimmen kann. Das ist eine dicke, fette Lüge, wie ich mir ehrlicherweise gegenüber eingestehen musste.
„Danke Paps!"
„Seid nett zueinander und passt gut auf Euch auf! – Wer immer Ihr auch seid?!
