Ich öffnete am Mittwochmorgen den Fensterladen und war durchaus einen flüchtigen Augenblick lang von der weißten Schneelandschaft verzaubert.
Wann hatte ich zuletzt soviel Schnee gesehen?
Möglicherweise war dies Jahre her?
Wunderschön anzusehen!
Meine Begeisterung für den Schnee ließ rasch nach. – „Scheiß Schnee".
Denn mir wurde schlagartig klar, dass, dass für mich bedeutet; jetzt darf ich nach draußen in die Kälte, Schnee von der Straße schieben und auf dem heimischen Gelände beseitigen, dass man zumindest gefahrlos Autogarage, Mülltonnen und den Zugang zum Keller ohne Bedenken erreicht?
Die ersten Minuten draußen mit Besen und Schneeschieber ausgerüstet waren zugegeben – obwohl ich dick eingemummelt war – nicht einfach.
Dann jedoch trug die kalte, klare Luft – die müden Männer (oder zumindest mich) munter machte - dazu bei, dass es mir minütlich besser ging.
Gedanken flogen wie geworfene Schneebälle durch meinen Kopf.
Trafen zielsicher mein Optimismus-Zentrum.
So einfach und klar wirkte die Welt länger nicht. Den Alltagssorgen entrückt, mit Besen, Schneeschieber und dem „Meghan Trainor"-GuteLaune-Song: „Good Mornin'" offenbar eine wirksame Therapie.
Lautstark sang ich zum Titel aus meiner Playliste mit:
„Said good mornin', good mornin' (Whoo)
Oh, I need some of your sweet loving (Hey)
Good mornin' (Good mornin')
Good mornin' (Said good mornin')
Oh, I need some of your sweet loving"
Drehte mich dabei um den hilflosen Schneeschieber.
Der vor meiner (mir selbst) unbekannten Tanzwut nicht flüchten konnte. Vielleicht aber, sofern er Beine gehabt hätte, sicher getan hätte?
Wollen wir mal hoffen, dass das nicht allzu viele Menschen aus der Nachbarschaft mitbekommen hatten, wie ich mit dem Schneeschieber eine flotte Sohle über knisternden Schnee durch den Innenhof hinlegte?
Auch sonst war mir das Glück zur Wochenmitte hold.
Mein Verein hat das Übungsleitergeld überwiesen (danke!).
Der Busfahrer ließ mich aufgrund mangelnden Rückgabe-Kleingeld für das Busfahrticket umsonst mitfahren.
Auf meine Lebensfrohe ältere türkische bekannte „F" traf ich.
Die wie immer mit ihrer Lust zu leben auf mich abfärbte.
Dabei von ihrem Termin beim Konsulat in Mainz erzählte und wie sehr sie den Schnee liebt.
Offenbar lief nicht alles auf dem Konsulat glatt, dennoch hatte sie die gesamte Zeit ein spitzmädisches Lächeln auf den Lippen.
Ganz besonders als sie über die Rennerei am Bahngleis berichtete.
Dass der Zug, der sie heimbringe, sollte, gleich mehrmals mit einem anderen Abfahrtsgleis ausgerufen wurde, was sie doch arg ins Schwitzen brachte.
Ich hätte sehr wahrscheinlich zu Hause erstmal allen vorgejammert, ob man denn nicht gleich die Leute zum richtigen Gleis schicken kann? Was denen einfällt, wie unfähig die möglicherweise sind, die Meldung mit der richtigen Informationen abzulesen.
Bevor ich einige Wochen später beim Rückblick auf mein Gerenne über die verschiedenen Bahngleise zumindest (hoffentlich) hätte darüber schmunzeln können?
Da kann ich mir echt eine Scheibe von „F" abschneiden.
Wie sie Dinge, die nicht zu ändern sind, annimmt.
Am Mittwochabend verfolgten wir gespannt das zweite Halbfinale zwischen Marokko und Frankreich (0:2).
Das deutlich besser gefiel als das erste.
Nun drücke ich den Argentiniern den Daumen für das Endspiel.
Oder Messi?
Ich möchte wirklich gerne sehen, wie dieser Weltklassespieler, der nicht nur auf Vereinsebene erfolgreich war, sondern auch stets für sein Land auflief, den Weltpokal in die Höhe reißt.
Übrigens, was mir gerade noch einfällt, wo ich diesen Blog eigentlich doch schon beenden wollte; muss eigentlich überall wo Männer jetzt ein Gremium bilden, eine Frau zwangsweise mitmischen? … und natürlich umgekehrt. Wo Frauen die Verantwortung haben, überall ein Mann dazu? – Ich bin ein Riesenfan davon, wenn Frauen und Männer zusammenarbeiten. … aber, doch nicht zwangsweise, sondern weil es passt und richtig ist und sich richtig anfühlt, oder? … oder bin ich da zu eingefahren, sehe den Wald vor lauter Bäumen nicht?
„Seid nett zueinander und passt gut auf Euch auf! – Wer immer Ihr auch seid?!

Was diesen Messi betrifft, dem arroganten Arschloch gönne ich den Pokal nicht, wie der sich einem kroatischen Spieler gegenüber benommen hat. einfach zum kotzen.