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„Taschentatscher“

John Baker Sander
5. Januar 2023(bearbeitet)
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Ohne Rückenschmerzen und Magenziehen, dafür aber durchaus verschlafen, trotzdem gutgelaunt purzelte ich aus meinem Bett.
Denn Alltag – in dem ich mich eigentlich wieder befinden sollte - habe ich auf Montag verschoben.

Selbst im Bus hatte mich die Müdigkeit noch fest im Griff.
Jedoch war ich gutgelaunt, da mein Fantasie-Schmöker mir Freude bereitete.


Bis zu dem Zeitpunkt, da ich ein Fuß an meiner neuen schwarzen Umhängetasche, die neben mir auf dem leeren Bus-Sitz stand, bemerkte. Zuerst dachte ich; das bilde ich mir doch nur ein?
Wer soll denn seine Stinke-Füße gegen meine Tasche lehnen?
Weitere Male vernahm ich Berührungen gegen meine Tasche wahr.
Dazu nun kindisches Gekicher direkt hinter mir.
Es folgten mehrmalige Berührungen mit der Hand gegen meine Tasche.

Ich sprang auf, drehte mich herum und meinte mit Maske vorm Mund: „Eh lass den Mist!" (Den Arm (somit auch ein Stück Pullover) und auch Schuh hatte ich wahrgenommen, konnte somit den Taschentatscher problemlos ausmachen). Ich schaute dabei einen Schrank von einem Jugendlichen, mit glatten braunen Haaren, fiesen Grinsen und Ziegenbart ins Gesicht.

In meiner Vorstellung hätte, der Jugendliche sich nun entschuldigen müssen und ich hätte gönnerhaft gesagt, ach komm: „Schwamm drüber". Alles wäre in bester Ordnung gewesen.

Stattdessen, grinst mir der Kerl auffällig frech direkt ins Gesicht: „Was willst du denn dagegen machen?" Willst du die Polizei rufen?"

„Ich könnte bei dir mal in der Schule vorbeikommen zum Beispiel und mal zuerst deine Lehrer informieren, was für Mensch du bist. Dann wende ich mich von dort direkt an deine Eltern."

Selbst diese Argumente, juckten den „Taschentatscher" nicht.
Zumindest ließ er sich nichts hiervon anmerken.
Doofes Gelächter, weiteres dummes Gekicher von ihm und zwei, drei anderer Jugendlicher, die am Bus-Ende auf der Viererbank mit ihm saßen.

Die anderen Jugendliche im Bus, auch fast alle an der Schule eingestiegen, auffällig still und nur im Flüsterton untereinander kommunizierend.

„Lass das einfach in Zukunft" mahnte ich ihn erneut und nahm wieder Platz.

Er posaunte noch einige abfällige Sprüche lauthals durch den Bus, die jedoch nur sein engstes Umfeld mit unechtem Gegacker quittierte.

Die nächsten fünf Minuten piesackte er ein Mädchen mit Brille, das ihm jedoch entschieden die Meinung geigte, was ihn jedoch hörbar nicht sonderlich beeindruckte, dennoch dafür sorgte, dass er sich wieder auf seinen Platz (letzte Sitzreihe im Bus, direkt hinter mir) niederließ.

Ich zog es vor, erstmal den Mund zu halten.

Es folgten weitere verbale Spitzen.
Selten nun gegen mich, jedoch weiterhin gegen andere Jugendliche (offenbar auch aus seiner Schule).

Die Jugendlichen stiegen jetzt Haltestelle für Haltestelle aus.
Darunter auch seine Sitznachbarn. Damit folgten auch überhaupt keine unartigen Sprüche mehr gegen irgendeine Person im Bus.

Ich fuhr am Abend gegen 17 Uhr 50 Bus heim.
Im Bus war auch einer der Schüler vom Vormittag zugestiegen, der sich vernünftigerweise aus dem Geschehen herausgehalten hatte.
Dessen Vater ich durch eine Freizeitfußballmannschaft kenne. Eine Freizeitmannschaft, für die ich seit Jahren immer mal wieder Fotos mache.

Der zugestiegene Jugendliche setzte sich mir gegenüber. Fragte höflich wie es mir ginge, erkundigte sich was denn ganz genau am Vormittag im Bus vorgefallen sei?
Der Junge erklärte: „Ich habe mich da nicht eingemischt, denn sonst verhaut der mich morgen. Der terrorisiert die gesamte Schule. er hat auch schon Böller in die Schule geworfen und war vor kurzem zwei Wochen im Jugendknast".

Ich fragte den Schüler, wie alt denn der Taschentatscher sei?
„15".Wurde ich daraufhin informiert.

Wir verständigten uns darauf, dass bei dem übergriffigen Kerl etwas komplett nicht richtig gelaufen sein kann, sonst würde er seine Energie anders und vor allem sinnvoller loswerden.
Das zu überlegen sei, wie man Schüler und Menschen vor ihm schützt und am besten auch ihm wieder auf Spur bringt.

Ich bat den netten Jugendlichen, sich an seinen Vater zu wenden und dem genaustens zu berichten, wenn er ihn oder andere mobbt.


Weitere Berührungen gegen meine Tasche (mich) oder andere Menschen nicht noch einmal hinnehmen.
Natürlich werde ich den Jugendlichen niemals körperlich angehen. Gewalt ist absolut Tabu!
Jedoch finde ich garantiert einen menschlichen Weg, ihm beizukommen. Sei es über seine Schule, Eltern oder einen gezielten Aufruf.


Bei so etwas bin und war ich noch nie zimperlich.
Außerdem bin ich hin und wieder ganz hervorragend darin, meine neugierige Nase auch in fremde Angelegenheiten zu stecken.

Mir tut der jugendliche Taschentatscher insgesamt einfach nur wahnsinnig, wahnsinnig leid, denn da muss was völlig schiefgelaufen sein?
Dass diese sich so benimmt, dass sogar, ohne dass es ihn juckt in der Öffentlichkeit!




„Seid nett zueinander und passt gut auf Euch auf! – Wer immer Ihr auch seid?!



Kommentare (1)

Nighty78
06. Jan. 2023, 16:28
erinner dich an dran wie andere jugenliche heute wahrnehmen wahrnehmen , da fiel es dir schwer es zu glauben ;)
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