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„Gürtelspiele“

John Baker Sander
28. April 2023(bearbeitet)
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Zeit: 16 Uhr 46

Ort: Adenauerring, Worms

Müdigkeit macht sich in mir breit.
Eigentlich hat sie mich seit Dienstagabend nicht losgelassen.
Der Computer streikte zwei Tage. Am dritten, bevor der Rechner zur Reparatur sollte" – ich nur aus Verlegenheit den Computer einschaltete – funktionierte der Rechner wie zuvor.

Geschlafen hatte ich wenig.
Was sich auf meine Stimmung und Tollpatschigkeit niederschlug.
Den Gürtel zog ich mit einer ungewohnten Härte durch die Gürtellasche meiner Jeans, sodass der Gürtel – als breche man ein Stück Pappe durch – in zwei unterschiedliche lange Stücke auseinanderriss.

Ich besorgte umgehend einen neuen.
Jedoch nachdem einfassen, stellte ich fest, dass der neue Gürtel im wahrsten Sinne des Wortes nicht hielt, was ich mir vom Kauf versprochen hatte.
Die Jeans schlackerten um meine Hüften.
Baumelnde Hosen, die auf halbmast sitzen, konnte ich noch nie leiden.
Selbst in den 90ern nicht, als diese Art der Mode ihre Hochkonjunktur hatten.
Deshalb holte ich die Lochzange, um weitere Löcher für sicheren Halt in den Gürtel hinein zu petzen.
Der Gürtel hält nun die Hose ideal am Körper.
Jedoch meinen mangelnden handwerklichen Fähigkeiten geschuldet, wirkt der neue Gürtel nun so, wie ich hätte damit gleich mehrmals den wilden Westen durchstreift.


Am späten Mittwochabend leistete ich mir einen Abstecher ins Kino.
Ich sah mir den hochgelobten, witzigen „Super Mario Bros." Trickfilm an. Der von den Klempner-Gebrüdern „Mario" und „Luigi" und weiteren Figuren aus dem „Nintendo-Universum" handelte.
Ein Stück Kinder auf der großen Leinwand.
Die ersten 10 Minuten gefielen mir nicht sonderlich. Entsprachen dem so überhaupt nicht, was ich mir vom Film erwartet hatte.
Danach allerdings bekam ich genau das, was ich sehen wollte. Der Film schlug mich mehr und mehr in seinen Bann. Was zumeist an den liebevollen, umgesetzten und vertrauten Details aus den zahlreichen Videospielen lag. Die ich trotz der vielen Jahre ohne an einer Konsole gezockt zu haben, problemlos einzelnen Videospiel Abenteuer der „Mario Brothers" zuordnen konnte.

Ich hatte richtig viel gelacht. Was so guttat.
Obwohl auch – so bin ich felsenfest überzeugt – ich nicht gerade als Trauerkloß gelte.


Alles andere als berauscht bin ich davon, noch am Abend zu einer weiteren Besprechung des Heimwettkampfes zu müssen.
Nur meiner Gruppe zuliebe schleife ich meinen müden Körper zu diesem Treffen.
Da solche Erlebnisse vor der Heimkulisse unbezahlbar sind.
Erinnerungen, die ein Leben lang in einem positiv hallen können.

Die Vorstellung meines Projektes in der Schule werte ich als Erfolg.
15 Schulkinder werden an meinem Sportprojekt teilnehmen.
Nur das Gruppenverhältnis von vierzehn Schülern und einer Schülerin finde ich doof. Das hätte ich mir doch etwas ausgewogener gewünscht.


Der Adenauerring wirkt gerade wie eine sehr gelungene Waschmittelwerbung auf mich.
Wärmend und frisch. Nur von Genussmenschen bevölkert. Wahrscheinlich auch aufgrund meiner Müdigkeit wie mit dem Weichzeichner überzogen, der dem Geschehen eine träumerische Note verleiht.



„Seid nett zueinander und passt gut auf Euch auf! – Wer immer Ihr auch seid?!



*Beitrag wurde bereits am Donnerstag, 27. April 2023 verfasst*



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