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„Motzig, trotzig und voll motiviert“

John Baker Sander
2. Mai 2023(bearbeitet)
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Der Heimwettkampf war sowohl wunderschön, als auch von der Einsatzbereitschaft der Trainingsteilnehmer aka Wettkämpfer eine Katastrophe wie ich sie in 20 Jahren noch nicht erlebt hatte.

Bereits vor dem Start fiel eine Teilnehmerin wegen Fieber aus.
Kein Problem. Krank ist krank. Dafür brachte die Mama, der Trainingsteilnehmerin sehr leckeren Kuchen vorbei, der unser ohnehin üppiges angebotenes Kuchen- und Gebäckbuffet aufstockte.

Dann jedoch noch bevor der Wettkampf losging, fielen drei Wettkämpfer von mir aus. Bauchschmerzen, Bein weh und noch mehr Bein weh.
Worüber ich Bauklötze staunte.
Wieso komme ich überhaupt mit meiner Familie zum Wettkampf, wenn es mir nicht gutgeht?

Ich war nun gefordert. Musste die Meldebögen umschreiben und auch meine Wettkämpfer komplett anders als im Vorfeld geplant aufstellen.

Dazu nervte mich ein Mensch aus dem Herrenteam mit seinen dummen Kommentaren wie ich die Wettkämpfer (seiner Meinung nach aufzustellen hätte). – Ausgerechnet der Mensch, den ich sowieso schon auf dem Kicker hatte.


Wir mochten um 8 Uhr 30 alles für den Wettkampf aufbauen.
Da ich um 9 Uhr 30 die Familien mit meinen Trainingsteilnehmern bestellt hatte, um sie für den Start um 10 Uhr 30 mit Gymnastik und Co. aufzuwärmen.

Unser Abteilungsleiter, dessen Idee das Heimturnier war, hatte uns einige Tage vor der Sportveranstaltung wissen lassen, dass er kurzfristig nach Berlin müsse, deshalb auch mit Abwesenheit glänze.
Ihm muss man jedoch zugutehalten, dass er Geschirr besorgte, einen Kuchen beisteuerte, Getränke und Schiedsrichter besorgte und auch sonst stets ein offenes Ohr für die Anliegen meiner Mannschaften und mich hat.

Selten im Leben hätte ich so gerne einem Menschen, nach einer Aussage, gegen das Knie getreten wie in diesem Moment. … natürlich wurde dieser Gedanke nicht in die Tat umgesetzt.
Aber die kurzzeitig wohltuende war durchaus vorhanden.; Sorry.

So bauten Vater und ich bereits am Samstagabend, nachdem der letzte Verein und Abteilung die Halle verlassen hatten, eineinhalb Stunden, gemeinsam auf. – Ich kann mich mehr als glücklich schätzen, so einen Papa zu haben.

Der Herr meinte aber – obwohl Vater und ich die gesamte Saison – für seine Mannschaft Kampfgericht machten, er mochte nicht so früh da sein, ab 10 Uhr dürfe man mit ihm rechnen. … um 9 Uhr 46 schlug er mit Ehegattin in der Halle auf. Das soll der Fairness halber auch erwähnt werden.
Solange seine Gattin dabei war, wirkte er wesentlich zugänglicher und freundlicher.

Zurück zum Wettkampf. Die Umstellungen taten uns verdammt weh.
Man weiß im Sport nie, was passiert, jedoch bin ich mir sicher, dass wir unseren Wettkampf gegen besagte Mannschaft, wie auch im März ohne diese Umstellungen erneut knapp gewonnen hätten.

Nachdem ersten Wettkampf fielen drei weitere Trainingsteilnehmer für den
2. Wettbewerb aus
Die Eltern konnten es genauso wenig fassen wie ich.
Bauchschmerz. Schlecht. Müdigkeit.

Bei den anderen Mannschaften gab es übrigens so weit wir das in der Turnhalle mitbekamen, keine Ausfälle.

Eigentlich mochte ich mir mit meinen Trainingsteilnehmern den Wettbewerb zwischen den Gästeteams ansehen.
Dabei Kuchen essen und für zusätzlich gute Stimmung sorgen.

Stattdessen saß ich etwas abseits vom Geschehen an einem Tisch und schrieb wieder Spielbögen um. Während meine Trainingsteilnehmer und Familien alleingelassen auf den Zuschauerrängen standen. – Alles andere als Ideal.

Der zweite Wettkampf machte mich als Übungsleiter ausgesprochen happy. Gerade meine jüngsten wuchsen über sich hinaus und verlangten einem verdutzten gegnerischen Team einen tollen Kampf ab.
Wir verloren auch diesen Wettkampf knapp.

Kurz vor dem 2. Wettbewerb meiner Mannschaft fanden auch Papa und Mama in die Halle. Die gerne auch schon früher uns (Team und mich) unterstützt hätten, jedoch für 50 Jahre Ehe in der Kirche verlesen wurden, hierfür persönlich von obersten Geistlichen unseres Dorfes einige Tage zuvor eingeladen wurden.

Die Trainingsteilnehmer, die nicht am Wettbewerb teilnehmen konnten (wollten) hüpften zusammen auf der Hallenseite umher. Was weniger bei mir, als bei ihren Eltern zu Empörung führte.
Vielleicht muss ich wirklich nochmal in mich gehen, ob ich als Übungsleiter meinen Zenit überschritten hab? Glauben mag ich daran (noch) nicht. Jedoch tat mir das weh, dass einig nicht bereit waren für die eigene Mannschaft zu kämpfen.

Ich bin dankbar für die Hilfe der Familien und deren Angehörigen (Großeltern etc.).
Die sich mit Kuchen- und Kaffeespenden übertrafen. Uns bei den Wettkämpfen lautstark und fair unterstützen. Ebenso beim Abbau des Wettkampfes (Kuchenbuffet, Tische und Stühle wegbringen) mir vieles aus den Händen nahmen.

Wir stellten erneute eine Spendenkasse auf. Legten keine Preise für Kaffee und Kuchen fest. Sondern jeder sollte geben, was er mag und kann, war unsere Devise.
Wie die Kasse rappelt und klappert, war das erneut die richtige Entscheidung. Alles, was nach Abrechnung der Auslagen übrigbleibt, fließt selbstverständlich in die Trainingsteilnehmer (z.B. für neue Markierungshütchen und Co.).

Ich bin froh, dass es geschafft ist.
Freue mich für mein Sportteam über gute Leistungen trotz der Niederlagen. Sehe uns insgesamt als Mannschaft, was auch alle Familien unserer Trainingsteilnehmer einschließt, auf einen hervorragenden Weg.

Die neue Woche …! Training! … es geht wieder los.
Ab heute starten wir in die Vorbereitungen der Saison 2023/2024.… eben noch motzig und trotzig, jetzt jedoch volle Vorfreude auf meine Sportler und motiviert wie nie zuvor.



„Seid nett zueinander und passt gut auf Euch auf! – Wer immer Ihr auch seid?!



Kommentare (2)

Fizzy Lemon
02. Mai 2023, 15:09
Hmm.... Die Küchenschlacht war doch ein Erfolg. Das Buffet war weggefuttert. Toll so ein Kuchenesswettbewerb. Kein Wunder, dass da einige Bauchweh hatten... :D
John Baker Sander
02. Mai 2023, 17:50
Fizzy, du bist ein Meisterdetektiv!

Man kann dir nichts verheimlichen. Ich trainiere Menschen im Kuchenesswettbewerb.



Viele Grüße
John
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