Um kurz nach 7 Uhr stand ich in der Turnhalle, um die Projektwoche vorzubereiten. Bester Laune war ich. Allerdings nur solange, bis ich auf eine übereifrige Hallenwartin traf.
Die mir mitteilte, bevor sie den Boden mit ihrer Maschine abgefahren hätte, dürfte ich nichts vorbereiten. Generell nicht vor 7 Uhr 30, das hätte ich ihr vorher ordnungsgemäß anmelden müssen.
Verwundert war ich. Stark verwundert.
Erstens kennt mich die Hallenwartin, weiß, dass ich an solchen Tagen immer schon morgens vorbereite. Außerdem wurde ja auch die Halle schon vor Monaten vorschriftsmäßig durch die Schule geblockt.
Seit meiner ersten Projektwoche im Jahr 2006 (?) war dies nie Problem.
So stellte ich lediglich benötigten Materialien aus dem Sportraum griffbereit zusammen.
Danach machte ich mich auf zur Schule.
Holte meine Projektgruppe ab. Lief mit einer anderen Projektgruppe und Projektleiterin zusammen an die Turnhalle.
Kaum in der Halle. Mittlerweile war es schon 8 Uhr 35.
Da einige Kinder vergessen hatten, dass ab dieser Woche Projektwoche stattfindet, mussten wir unserer Projektkinder erstmal auf dem Schulhof zusammensuchen und setzten uns mit deutlicher Verspätung zu der Projektstätte, bekannt auch als Turnhalle in Bewegung.
Mir wurde der nächste Dämpfer noch in der Turnhalle versetzt.
Die Projektgruppen müssten sich bereits um 11 Uhr 25 umziehen, da man bereits um 12 Uhr zurück an der Schule sein muss.
Die Kinder aus der 3. Und 4. Klasse dürften sogar erst um 13 Uhr den Pausenhof verlassen.
Eigentlich bin ich an Projekttagen gewohnt, pünktlich um 12 bei der Projektwoche Schluss zu machen, dann die Kinder in die Schule und den Hort zurückzubringen.
So jedoch waren das heute bei weitem keine drei Stunden Projekttag.
Schließlich brauchen die Kinder auch Pausen. Eine Frühstückspause, mehrere kleine Pausen und natürlich zwischendurch Trinkpausen.
Unsere effektive Projektzeit lag schätzungsweise bei ca. 2 Stunden und 10 Minuten.
Ob ich die obligatorische Schul-Vorführung einbaue, weiß ich noch nicht? Schließlich geht es darum in erster Linie den Kindern ein anständiges Sportprojekt anzubieten, das neben lehrreichen Übungen vor allem Freude macht.
Erst, ganz weit hinten am Horizont, steht für mich momentan der Gedanke an eine Aufführung beim Schulfest.Denn ich werde die Kinder nicht für eine Aufführung durch das Projekt hetzen.
Was mich begeisterte, meine 13 Projektkindern zogen von der ersten bis zur letzten Minute mit. Sodass wir vom geplanten Projektprogramm doch noch eine Menge umsetzen konnten.
Schlag zwölf liefen wir – die beiden Projektgruppen – zusammen in der Grundschule ein.
Wo uns schon sämtliche Eltern erwarteten, die uns fragten, wieso ihre Kinder nicht um zwölf an der Halle abgeholt werden konnten? – Gute Frage!
Viele der Erziehungsberechtigten fuhren Heim, um auf dem Informationszettel nochmals nachzulesen, ob sie sich nicht vielleicht im Datum geirrt hatten?
Ich bat um ein kurzes Gespräch mit der Direktorin.
Die mir erklärte, dies hätte alles Versicherungstechnische Gründe.
Kinder dürften nicht mehr von der Turnhalle, nach Schulschluss abgeholt werden.
Auch dürften Eltern ihre Kinder nicht mehr ab dem 2. Projekttag direkt zur Turnhalle bringen.
Jede Initiative, die von der Schule gestartet wird, muss an der Schule beginnen und aufhören.
Ich erklärte der Direktorin, wie viel effektive Projektzeit flöten geht.
Bin nicht sicher, ob es etwas gebracht hat?
Die Direktorin macht auf mich einen ausgesprochen netten Eindruck.
Ihr war deutlich anzumerken, dass sie mit meinen Argumenten nicht gerechnet hatte, dennoch wird sich wohl am Sachverhalt nichts ändern, da Vorschrift nun einmal Vorschrift ist.
Diese Vorschriften werde ich zumindest zu dieser Projektwoche erfüllen. Ob ich mich jedoch nochmal anheuern lasse für eine Projektwoche unter diesen Umständen?
Die Hallenwartin werde ich versuchen, ihr Allein-Herrscher-Syndrom auszutreiben. Man hat das Gefühl, dass hatte ich ewig nicht, dass sie versucht die Turnhalle davor zu verteidigen, das vorbereitete Sportstunden stattfinden können.
Meine eigenen Trainingsgruppen lieferten starke Übungseinheiten ab.
Dazu ist ein ehemaliger Trainingsteilnehmer zu uns in den Verein zurückgekehrt. Der mich beim Training hervorragend unterstützt.
„Seid nett zueinander und passt gut auf Euch auf! – Wer immer Ihr auch seid?!
