Es ist jetzt 6 Tage her das ich es weiß, dauernd wechselte die Stimmung von Frieden zu Schweigen hin über Wut und grosser Überforderung. Jeder neue Tag war anders und mir fielen immer wieder andere Titel ein. Das ist hier kein Gedicht oder ne Geschichte. Das muss nicht gut lesbar sein oder so. Ich überlegte, mit wem rede ich und wem erzähle ich es. Dann merkte ich, sagt man nichts, kann man viel Normalität geniessen.
Aber sage oder schreibe ich nichts, wirds noch stiller und niemand erzählt was passiert. Ich suchte halbherzig im web nach betroffenen Hilfen Blogs etc. Nichts gefunden, was direkt sagt, wie schlimm es wird.
Meine Kollegin meinte, du ratterst es so runter, du hast noch nicht in der Ecke gelegen und geheult. Es kam noch nicht bei dir an. Das wird heftig wenn sie nur noch kotzt, keine Kraft hat und die Haare verliert.
Allweil bin ich hellwach Tochter, schlage mir die Nächte um die Ohren und bin Profi für alles. Pet-CT, Knochenmarksbiopsy, Kardio, Blutbilder, Krankenscheine, Überweisungsscheine, Terminkalender und Termine, Taxi fahren.
Meine Mutter lacht mit Galgenhumor, bestellt Perücken und Augenbraunstifte. Wir kiffen zusammen wenn sie ein Ablaufdatum findet.
Gemerkt hat sie es durch Halsweh und Schluckbeschwerden. Der Hausarzt schickte sie zum HNO und der machte 2 biopsyn einer Wucherung im Hals.
Hochmalignes Zell Typ B Lymphkarzinom.
Irgendwie hat sies im Hals und ich auch. Mir stehts bis zum Hals jedoch nur.
