Lunaria-Galaxie
Blog Übersicht»Immer neue Überschriften
Zurück

Immer neue Überschriften

Marcus
11. Mai 2023(bearbeitet)
1 Aufrufe
Noch nicht bewertet

Es ist jetzt 6 Tage her das ich es weiß, dauernd wechselte die Stimmung von Frieden zu Schweigen hin über Wut und grosser Überforderung. Jeder neue Tag war anders und mir fielen immer wieder andere Titel ein. Das ist hier kein Gedicht oder ne Geschichte. Das muss nicht gut lesbar sein oder so. Ich überlegte, mit wem rede ich und wem erzähle ich es. Dann merkte ich, sagt man nichts, kann man viel Normalität geniessen.

Aber sage oder schreibe ich nichts, wirds noch stiller und niemand erzählt was passiert. Ich suchte halbherzig im web nach betroffenen Hilfen Blogs etc. Nichts gefunden, was direkt sagt, wie schlimm  es wird. 

Meine Kollegin meinte, du ratterst es so runter, du hast noch nicht in der Ecke gelegen und geheult. Es kam noch nicht bei dir an. Das wird heftig wenn sie nur noch kotzt, keine Kraft hat und die Haare verliert.

Allweil bin ich hellwach Tochter, schlage mir die Nächte um die Ohren und bin Profi für alles. Pet-CT, Knochenmarksbiopsy, Kardio, Blutbilder, Krankenscheine, Überweisungsscheine, Terminkalender und Termine, Taxi fahren.

Meine Mutter lacht mit Galgenhumor, bestellt Perücken und Augenbraunstifte. Wir kiffen zusammen wenn sie ein Ablaufdatum findet.


Gemerkt hat sie es durch Halsweh und Schluckbeschwerden. Der Hausarzt schickte sie zum HNO und der machte 2 biopsyn einer Wucherung im Hals. 


Hochmalignes Zell Typ B Lymphkarzinom.

Irgendwie hat sies im Hals und ich auch. Mir stehts bis zum Hals jedoch nur. 



Kommentare (4)

Jenny
11. Mai 2023, 16:27
Liebe Mone, ich wünsche Dir ganz viel Kraft für die kommende Zeit, eine Zeit die sich niemand wünscht. Drücke ganz dolle die Daumen für Deine Mama, das am Ende alles gut wird. :(
Fizzy Lemon
11. Mai 2023, 20:28
Ja, da kommt auf alle was zu. Da kann ich aus eigener Erfahrung reden, da meine Mutter ja auch monatelang mit ihrem Krebs im Krankenhaus lag und wir alle zusammenkamen und beratschlagten, was man tun könnte. Vor allem aber vergaß man neben dem Patienten die Angehörigen nicht, die ja schließlich auf unter dieser Erkrankung leiden. Freilich nicht in dem Maße, wie es die Erkrankten selbst tun. Auf der Onkologie bekam ich viel mit und sprach mit einigen. Tatsächlich hatte ich auch den Eindruck, dass da viele mit Galgenhumor rangingen und kurioserweise die Angehörigen aufgelöster waren. Selbst auf der Paliativstation kam mir so etwas in der Art entgegen. Nur ist es auch ein seltsames Gefühl, wenn man da sitzt - machtlos dasitzt - und quasi das Leben der Mutter abwickelt. Das soll jetzt kein Unken sein, denn bei ihr war der Krebs weit fortgeschritten und metastasierte in Knochen und Gehirn. Jeder, der sie untersuchte, zuckte mit den Achseln und fragte rhetorisch, was da noch gut werden soll. Wenn es bei Deiner Mutter früh erkannt wurde, dann besteht heute eine große Chance, dass sie den Krebs besiegt. Es wird kein leichter Kampf und sie wird eine Roßkur durchleiden. Du wirst ebenso leiden, aber ich kann Dir nur raten, aus dem Leid Stärke zu ziehen um ihr in dem Kampf beizustehen. Denn wenn eines wichtig dabei ist, dann ist es die Unterstützung der Familie und der Freunde.
Marcus
11. Mai 2023, 21:49
Ich kann nur sagen, ich vergesse mich nicht. Lehne die Pflegefachkraft da ab. Andere meinten da käme viel auf mich zu, ich sagte konsequent das ich nur kind bin.
Ja da kommt heftiges
John Baker Sander
12. Mai 2023, 00:07
Liebe Hayley Laurent!

Bedingungslos schließe ich mich den besten Wünschen der Vor-Kommentatoren an.
Ich wünsche euch von Herzen, dass alles gut wird und ihr das ganze als Familie gemeinsam meistern könnt.

Es ist toll, dass ihr nicht den Kopf in den Sand steckt, sondern den Kampf gegen "das Übel" annehmt!

Pass bitte auch gut auf dich auf.



Liebe Grüße
Einloggen um zu kommentieren.