Sonntagmorgen stand ich zuerst vor und dann in der katholischen Kirche meines Heimatdorfes.
Vor dem Gottesdienst machte ich mich kurz mit den Jubilaren – die vor 50, 60 oder gar 70 Jahre ihre Erstkommunion feierten- bekannt. Viele waren nicht erschienen. Sechs, um genau zu sein. Die Jubilare, die sich vor 20, 25 oder 40 Jahre ihre Erstkommunion feierten, hatten alle im Vorfeld abgesagt.
Was die Kirchenhelfer offensichtlich mehr traf wie den Pfarrer selbst. Kommentare wie: „So wenig Jubilare hatten wir noch nie" lässt auch auf eine tiefe Leidenschaft für die weltweit angezählte Kirche schließen.
Toll, wenn Menschen noch Kirche leben, wie es sein soll.
In der Kirche herrschte eine gelöste Atmosphäre. Was es mir deutlich leichter beim Fotografieren machte. Alle Gottesdienst-Besucher wirkten entspannt und der Pfarrer und seine drei Messdiener machten ihre Sache überzeugend.
Innerhalb einer Stunde und einigen schönen Kirchenliedern vom wohlklingenden Kirchenchor dargeboten, eins, zwei kleinere Lesungen und der ein oder anderen Danksagung hatte die Messe ihr Ende gefunden.
So mag ich Kirche. Entspannt, ohne großen Druck. Menschlich, freundlich, warm und teilweise unterhaltsam.
Im direkten Anschluss wurden schnell einige Gruppenfotos von den Jubilaren samt Pfarrer und Messdiener gemacht.
Danach ging es mit den Jubilaren und ihren Familien zu einem kleinen
Umtrunk in den Pfarrhof.
Kleine Brezeln, etwas Spundekäse, ein Schlückchen Sekt, mit oder ohne Orangensaft, O-Saft pur wie in meinem Fall oder Mineralwasser wurde ausgeschenkt. Auch hier war die Atmosphäre gelöst.
Dazu Sonnenschein und gut aufgelegte Menschen.
Mein Sonntag verlief ansonsten doch recht beschaulich.
Hier sind noch weiterhin Pfingstferien.
Was ich an der Anzahl meiner Trainingsteilnehmer auch zu spüren bekam. Dafür waren sowohl die Familien als auch die Trainingsteilnehmer sagenhaft gutgelaunt und die Trainingsleistung lag auch deutlich überm Durchschnitt.
Ich war etwas überrascht als man mir erzählte das die Schule am Freitag direkt nachdem Feiertag wieder beginne.
Ob dem wirklich Sinn macht, freitags wieder in den Unterricht einzusteigen?
Ich kann mich nicht erinnern, dass ich während meiner Schulzeit je freitags in den Schulalltag eingestiegen wäre.
Mamas Cousine war am Nachmittag für einige Stunde zu Besuch.
Was Mama doch immer wieder guttut.
Ich halte meine Öhrchen hier gespitzt, lass mich gerne in die Vergangenheit und Kindheit zurückversetzen.
Die mittlerweile bei dem, was ich 2023 zu sehen bekomme, so anders wirkt, völlig aus dem Rahmen gefallen, entschleunigt. … und doch war sie nicht weniger von Abenteuern und Erinnerungen geprägt.
Ich fühle mich der Kindheit Mamas, ihren Cousinen und Papas und überhaupt älteren Jahrgängen deutliche mehr beim Thema Rückschau auf die Kindheit verbunden, wie dieser gefühlten Reizüberflutung, die ich heutzutage bei vielen (und manchmal auch bei mir selber aufgrund des riesigen Angebotes) ausmache.
Wobei ich mich oft frage, was da wohl später an Erinnerungen haften bleiben wird, wenn man sich gefühlt alle zehn Minuten mit neuem beschäftigt hat?
Ob das allerdings daran liegt, dass ich ja zur sogenannten „Lost Generation" gehöre (die letzte Generation ohne eigenes Mobilphone) oder ob das lediglich dem Alter geschuldet ist, wie ich die Kindheit wahrnehme und die wichtigsten Erinnerungen durch die rosarote Brille verklärt sehe? – Ich weiß es einfach (noch) nicht?
Die sympathischen Hamburger folgen hoffentlich im nächsten Jahr dem VFB in das Fußballoberhaus.
„Seid nett zueinander und passt gut auf Euch auf! – Wer immer Ihr auch seid?!
