Das kleine Hexenhäuschen wurde friedlich von der Sonne beschienen, die kleine Hexe war wie immer damit beschäftigt neue Formel und Rezepte zu testen. Auch die kleine DäMone tat das was sie immer machte, nämlich nichts oder dummes Zeugs. Und auch der Postzusteller Herr Freundlich brachte wie immer, so auch an diesem Tage, die vielen Fanbriefe zum Hexenhäuschen. Er liebte seinen Job, beim Metzger bekam er immer ein Stück Wurst für lau, beim Bäcker immer eine Semmel und bei der Hexe Jen stets einen Pilzlikör, den er besonders liebte. Die kleine DäMone hockte auf dem Eingangstürchen und fragte ihn voller Neugierde
"Naaa, was für mich dabei ?"
"Nö, alles für das verehrte Fräulein Hexe" sagte Herr Freundlich.
Er stellte sein Rad an die Wand und warf einen Blick auf den Besen der Hexe, dabei fiel ihm auf, das die TÜV Plakette abgelaufen war. Das musste er sofort dem Fräulein Hexe mitteilen, nicht das sie noch Ärger deswegen bekäme. Sie kam gerade mit einem Fläschchen Pilzlikör aus dem Haus, als er ihr die Nachricht überbrachte.
"Ach du liebe Güte" sagte sie mit bedrückter Stimme
"Das habe ich total verschwitzt, ich muss da gleich hin, sonst entzieht mir der örtliche Hexenbesenverein noch die Fluglizenz"
Gesagt, getan flugs schwang sie sich auf ihren Besen und verschwand in Richtung Hintersalatblatthausener Innenstadt, wo sich der TÜV befand.
Die kleine DäMone unterdessen hatte die prima Idee sich nützlich zu machen, was nicht immer, besonders in ihrem Fall eine gute Idee war. Sie wusste das die kleine Hexe immer um diese Zeit in den Wald ging um frische Pilze zu suchen, die sie für Likör, ihrem legendären Süppchen oder einem leckeren Ragout verarbeiten wollte. Als schnappte sie sich kurzerhand ihr Körbchen und stiefelte in den Wald. Sie zupfte fröhlich die Pilze aus dem Boden grad wie es ihr gefiel und schon bald hatte sie den ganzen Korb bis oben hin voll, so dass sie ihn kaum noch schleppen konnte.
Die kleine Hexe inzwischen am Ziel angekommen, gab mit ängstlichem Blick ihren Besen zur Inspektion dem Besenmeister Sander in die Hände, er warf ein prüfendes Auge auf das gute Stück und meinte
"Die Plakette ist aber schon gut drei Monate abgelaufen, eigentlich muss ich das melden" sagte er strengem Blick.
"Ach guter Mann" sagte die kleine Hexe zaghaft und öffnete fix noch einen Knopf ihrer Bluse
"Können sie nicht ein Auge zu drücken, ich hatte soviel um die Ohren, das ich das glatt vergessen hatte"
Der Besenmeister hatte nur noch ein Blick für das Dekolleté der Hexe und nickte wortlos. Er schaute sich ihren Besen von allen Seiten an, prüfte dies und das und dann der erlösende Satz.
"Alles in Ordnung Fräulein Hexe, sie bekommen die neue Plakette"
Die kleine Hexe war erleichtert und bedankte sich tausendmal, dann schwang sie sich elegant auf ihren Besen, ihr Minirock rutschte dabei hoch und gab einen herrlichen Blick auf ihre schlanken Beine frei. Besenmeister Sander stieß einen Pfiff bei diesem Anblick aus. Dann verschwand sie auch wieder in den sommerlichen Nachmittagshimmel.
Die kleine DäMone hatte in der Zwischenzeit alle ihre Pilze verarbeitet und gönnte sich in ihrem Ohrensessel ein klitzekleines Päuschen und bemerkte dabei gar nicht, das der Postbote Freundlich das Haus erneut betrat. Er hatte seine Runde beendet und wie immer gönnte er sich einen Absacker bei der Hexe auf seinen Weg nach Hause. Da die Hexe nicht da war die DäMone lauthals am schnarchen war ging er zum Schrank und kredenzte sich ein Gläschen, er wusste ja wo alles stand. Kaum hatte er das Glas geleert da wurde ihm übel sein Gesicht lief blau an und wechselte dann in ein Neongrün bevor er dann Steingrau wurde. Herr Freundlich öffnete den obersten Knopf seines Hemdes und japste nach Luft, genau in diesem Moment flog die Hexe Jen herbei und sah bereits im Anflug das da was nicht stimmte. Der Postbote war bereits zur Seite weg gekippte es wurde Zeit zu handeln. Fix rannte sie zum Hexenschrank griff ein kleines Fläschchen, das ihr mal Tante Eulalia geschenkt hatte und flößte es Herrn Freundlich ein. Dieser öffnte sofort danach die Augen und schaute sich verdutzt um. Die kleine Hexe war erleichtert, das war knapp und hätte ins Auge gehen können. Die Hexe Jen entschuldigte sich vielmals für diesen Zwischenfall und Herr Freundlich marschierte auf wackligen Beinen nach Hause.
Die kleine DäMone die durch den Lärm erwachte beichtete der kleinen Hexe alles und wurde wieder mal in das Glas gesteckt, wo sie über Nacht über ihre Missetaten nach denken konnte.

Ich weiß nicht, ob der Besenmeister für solche Reize empfänglich ist? Wohl eher für ein Steak mit Kräuterbutter und einer Cola light.^^