Ich bin aus meinem Blog-Nickerchen erwacht!
Das Vereinsjubiläum liegt hinter mir. Gott-sei-dank!
Auch wenn das Jubiläum insgesamt durchaus eine weitere positive Erfahrung war, bin ich nun wieder froh, dass es nun auch wieder vorbei ist.
Los ging es am Mittwoch mit dem Aufbau. Hier mischte bereits Papa mit. Ich noch nicht, da ich erst kurz vor 21 Uhr Zuhause war.
Donnerstagabend wurden das Cocktailständchen aufgestellt. Dazu Bierwagen, Bonkasse, der Stand fßr die anti-alkoholischen-Getränke aufgebaut.
Zudem unzählige Tischgarnituren (bestehend aus je 2 Bänken und einem Tisch; mindestens 60). AuĂerdem die BĂźhne aufgestellt.
Zusätzlich wurde der Diaprojektor aufgebaut um einen Imagefilm ßber die Abteilungen zu zeigen. Auch wurde die Vereinschronik mit allen Bänden fßr Interessierte aus dem Geschäftszimmer in einen fßr die Gäste umgewandelten Besucherraum geschleppt.
Freitag.
Meine Ăbungseinheiten endete um 20 Uhr mit meinen Sportgruppen.
Um 21 stand ich geduscht, geschniegelt und gebßgelt mit dem Fotoapparat zur Disco auf dem Festgelände bereit.
Wir â der Ausrichter - rechneten mit mindestens fĂźnfhundert Menschen.
Jedoch â obwohl das Wetter durchaus sommerlich war â verirrten sich nur knapp 300 Menschen (Helfer eingerechnet) auf das Festgelände.
Das war durchaus ein kleiner Dämpfer. â Dennoch, die Festbesucher hatten durchweg ihren SpaĂ.
Vater begleitete mich auf die Disco.
Er traf dort auf Menschen, mit denen er ßber Jahrzehnte hinweg ein Sommernachtfest fßr unseren Heimatort jährlich auf die Beine gestellt hatte.
Die durchweg älteren Herrschaften merkte man die Freude an dem Wiedersehen deutlich an. â Beneidenswert dieser Zusammenhalt und Gemeinschaftssinn.
Ich brachte Papa zwischendurch nachhause.
Vater war klar im Kopf, zeigte nur leichte Schwankungen beim Gehen, die mir leichte Sorgen bereiteten. Kein Wunder, ich glaube, dass letzte Mal das er auch nur annähernd mehr trank, liegt bereits Jahre zurĂźck. Ganz sicher hätte Vater auch alleine nachhause gefunden, jedoch gehe ich â wenn es sich um meine Eltern handelt â kein Risiko (mehr) ein.
Samstags wurde ein Spielfest fĂźr die Kinder veranstaltet.
Zuvor musste natĂźrlich noch der MĂźll von der Disco entsorgt werden. Es ist wirklich nicht zu fassen, dass offenbar viele Raucher die Auffassung vertreten, man kĂśnnte seine Kippen loswerden, wo man geht und steht?
Einfach auf den Boden werfen, irgendwo wie sich ein Doller finden, der die Kippen aufhebt und anschlieĂend wegräumt.
Durch die MĂźllbeseitigung fiel der Schlaf kurz aus.
Das Spielfest wurde hervorragend angenommen.
Was wohl auch nicht zuletzt an den vielen Sportstationen lag. Ob zum Balancieren, Bälle in den Korb werfen, kleiner Hindernissparkur oder TanzvorfĂźhrungen. Dazu wurden zwei groĂe HĂźpfburgen aufgestellt. Auf denen man toben und auf der anderen Seite herunterrutschen konnte.
Leider nieselte es immer mal wieder zwischendurch, was diesem Jubiläumsakt aber keinen Abbruch tat.
Am Abend war zum Tanzen eingeladen. Eine in unserer Region bekannte Tanzband spielte auf.
Wir â der Jubiläumsverein und Ausrichter â rechneten mit groĂem Ansturm. Der jedoch zu unserem Entsetzen zu gering ausfiel.
HÜchstens 200 Leute fanden sich bei uns auf dem Vereinsgelände ein.
Die Tanzband machte ihre Sache groĂartig.
Die anwesenden Besucher feierten die Musiker fĂźr ihre Performances. Die Band spielte einen Hit, nach dem nächsten aus vielen Jahrzehnten der Musikgeschichte spielten. Ob âABBA", 80er oder auch hochmodernes.
Mama, Vater und Bekannte saĂen heiter plaudernd beisammen. Selbst von Ă70 Jahrgang gab es nur Lob fĂźr die Musikauswahl der Tanzkapelle.
Die Schuld trug wohl das Wetter?
Nur 18 C°. Nieselregen immer wieder zwischendurch.
Die gutgelaunte Party-Menge trank leider zu wenig, sodass wir â der Ausrichter des Jubiläumsfestes â momentan davon ausgehen, mit einem leichten Minus aus dem Fest herauszugehen.
Um das herauszustellen. Natßrlich ging es nicht in erster Linie darum, einen Mega-Umsatz zu machen (geschadet hätte es allerdings auch nicht, weil alles ja meinem Heimatverein zugutegekommen wäre), sondern mit diesem dreitägigen Jubiläumsfest etwas zu schaffen, dass lange den Besuchern in Erinnerung bleibt.
Mit dem Sonntag konnten wir â der Ausrichter, der Jubiläumsverein â sehr zufrieden sein. Die Sonne war zurĂźck. Es war sommerlich warm. Das Blasorchester spielte ein kleines Konzert. Lokale Politiker und sogar aus dem Bundestag gratulierten mit kurzen Festreden dem Verein. AuĂerdem ein Mensch vom Turnerbund und der BĂźrgermeister.Der BĂźrgermeister hob die Wichtigkeit des Vereines fĂźr meinen Heimatort hervor.
Ich dachte bei mir; dafĂźr lässt du aber ziemlich oft und regelmäĂig die Turnhalle fĂźr den Trainingsbetrieb sperren und das fĂźr Veranstaltungen, die auch im Rathaus, Gemeindehaus und Co. locker hätten stattfinden kĂśnnen.
Beim Chronik anschauen. Kaffee und Kuchen und anschauen es Imagefilmes lief das Fest gemĂźtlich aus.
Danach folgten Dreidreiviertelstunden Abbau. Bevor Vater und ich, der 1. Vorsitzende, die 2. Vorsitzende und noch ein Mann aus dem geschäftsfĂźhrenden Vorstand das Vereinsgelände verlieĂen.
Mit Ausnahme der freiwilligen Kuchenspenden kĂśnnen wir mit dem Helfer-Einsatz keineswegs zufrieden sein.
Viele Ăbungsleiter und Abteilungen waren offenbar nicht bereit, Einsätze zu leisten? Zumindest hatte ich viele bekannte Gesichter aus dem Vereinsleben nicht wahrgenommen.
Weitaus sicherer kann ich behaupten, dass Vereinsmitglieder kaum bereit waren sich zu engagieren.
Wir starteten gleich mehrere Aufrufe und fragten nach Stundenweise Helfereinsätze an, die Rßckmeldungen waren schwach bzw. nicht vorhanden.
Meine Person durfte sich ßber viele unterhaltsame Gespräche freuen und fßhren.
Teilweise mit Menschen, die ich schon Jahrelang vom Sehen kenne, jedoch bis zum Jubiläumsfest nie mehr wie ein âHallo". Oder âWie geht's?" ausgetauscht hatte.
Was mich freute, dass ich festgestellt hatte, ich habe zu fast allem eine Meinung oder bin zumindest bereit mir eine zu Bilden. Ob Menschen oder Themen spielt hier eine untergeordnete Rolle.
Noch viel besser finde ich, dafßr klopfe ich mir heute mal selbst auf die Schulter, ich bin auch durchaus bereit sie zu ändern, wenn man mich mit Argumenten ßberzeugt. ⌠ich war mir bis vor dem Jubiläumsakt oft nicht sicher, wie offen und empfänglich ich fßr andersdenkende tatsächlich bin und sein will und kann.
âSeid nett zueinander und passt gut auf Euch auf! â Wer immer Ihr auch seid?!

Wie willst mit einem Diaprojektor einen Film zeigen? Du meinst wohl einen Filmprojektor/Beamer. Lass das Dia einfach weg und schreib Projektor. ;)
Ja, das ist langsam sehr verbreitet, dass man immer weniger machen mĂśchte. Gleichzeitig aber von Anderen immer mehr fordert, als ob man das Ăźberhaupt kĂśnnte. Solange man keinen persĂśnlichen Vorteil sieht, ist man schnell dabei, sich aus allem rauszuhalten. Eigentlich ein vereinsuntypisches Verhalten, das aber offensichtlich immer mehr wird. Ist wohl unser Zeitgeist im Augenblick. Die groĂe Desozialisierung. Oder?