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„Ich möchte nicht zum Sicherheitsdienst“

John Baker Sander
30. August 2023(bearbeitet)
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Mit „F" stand ich vor der „Taverne Olive".„F" war bestens gelaunt. „Alle sagen, ich bin hübsch, die denken, ich sollte Model werden". Strahlte sie.
Die Leidenschaft zumindest dafür kann man ihr nicht absprechen.

Freundlich, bejahend und dem Leben zugewandt. „F" war auch an diesem Mittwoch wichtig für mich.
Sie weiß, bestimme Dinge im Leben wie die Sonnenwärme und ähnliches noch weitaus mehr zu schätzen wie ich.
Ich verliere auf solche wohltuenden Dinge gerne auch einmal Fokus.

„F" posierte vor einer Rose im Eingangsbereich der „Pepe e Sale Pizzeria" als uns Schreie einer Frau unsanft aus aller Positivität rissen.

Die Schreie wollten gar nicht mehr verstummen. Es klang, als füge man einer Frau großes Leid zu. Von der Pizzeria aus, sahen wir zwei Kerle, die einer wohlgenährten Frau eindeutig die Arme verdrehten. Ich schaute einige Sekunden zu. Zumal ich von meinem Beobachtungsposten sah, dass ein Mann seinen Fotoapparat auf das Geschehen hielt und versuchte – das entnahm ich den wilden Gestikulieren - zu vermitteln.

Den anderen Fußgänger schien die wehklagende Frau egal zu sein.
Diese liefen schnellstens weiter. Bloß weit weg vom Geschehen.
Eine Frau gesellte sich zu „F" und mir und sagte sofort im Helfermodus, da die Schreie nicht aufhörten, durch Mark und Bein gingen. „Ich rufe jetzt die Polizei.

Ich lief zum Geschehen. Fand das recht brutal wie die zwei Männer der Frau die Armen auf den Rücken verdreht hatten. „Ich will zum Jugendamt", rief die Frau immer wieder. „Ich will zum Jugendamt". Dann folgten wieder Schreie.

Innerlich hatte ich schon die Fäuste geballt.
Wobei ich sehr wahrscheinlich gegen die zwei Männer keine Chance bei einem Kampf gehabt hätte.
Schienen die doch, so wie sie der Frau die Arme blockierten, in Kampfkünsten nicht ganz unbewandert zu sein.
Den anderen Mann, der sich für die Frau einsetzen wollten, mahnten sie immer wieder, den Fotoapparat herunterzunehmen und alles, was er gefilmt oder geknipst hätte zu löschen.

Ohne (viel) Aggression in der Stimme, fragte ich: „Was ist denn hier los? Ihr wisst schon, dass aufgrund der Schreie Menschen die Polizei angerufen haben?"; Insgeheim hatte ich Hoffnung, die zwei würden die Frau loslassen, und das weitersuchen;
„Wir sind vom Sicherheitsservice, wir schützen Sie, dass die sich nichts antut. Die Polizei, das ist gut."

Einer der beiden Männer zeigte mir einen an der Hose festgemachten Plastikchip mit einem unbekannten Symbol. Was ihn wohl als Mitarbeiter des besagten Sicherheitsdienstes ausweisen sollte.

Es verging keine weitere Minute als eine Frau und ein Mann von der Ordnungsbehörde am „Tatort" eintrafen. Die Frau – der weiter die Arme auf den Rücken verdreht wurden - schrie weiter wie am Spieß.

Das Ordnungsamt klärte auf.
Die junge Frau bekannt sei, die zwei Herren wirklich für den Schutz des „Schreihalses" zuständig wären.

Wobei, wenn man mir in dieser Heftigkeit die Arme auf den Rücken biegen würde, ich wohl auch anfangen würde zu schreien.


Ich fragte nach: „Muss man die junge Frau denn so hart festhalten, das ist doch noch ein Mädchen?" Woraufhin die zwei vom Sicherheitsdienst fast einstimmig antworteten: „Ja".
Bevor der etwas Größere der Beiden fortfuhr: „Wenn wir sie loslassen ist sie weg und tut sich was an, wir bewahren sie nur vor Schaden".

Das Ordnungsamt befahl den anderen Mann, weil der Sicherheitsdienst darauf hinwies, alles von seiner Kamera zu löschen.

Sicherheitsdienst, die junge Frau schlugen eine Richtung ein, der Mann und ich liefen mit „F" – die sich auch dazugesellt hatte – Richtung Pizzeria zurück. Wo uns die Frau erwartete, die, die Polizei gerufen hatte.

Wobei bei uns ja in dicken Anführungszeichen „nur" die „Ordnungsbehörde" vermittelte und informierte, dass im Fall „schreiende Frau" alles seine Richtigkeit hatte.

Wenn ich jetzt spekulieren müsste, wie der tatsächliche Sachverhalt ist,
würde ich fast darauf tippen, dass die junge Frau irgendwo ausgebrochen ist und mit Alkoholkonsum oder anderen Drogen zu kämpfen hat, der Sicherheitsdienst sie in eine Klinik oder ähnliche Einrichtung zurückbringen sollte.

Ich kann der Frau nur alles erdenklich Gute für die Zukunft wünschen, dass sie ihre Dämonen oder zumindest diesen Sicherheitsdienst bald loswerden kann und einen (vernünftigen) Lebensweg aufnehmen kann.


Kennt ihr den Song „Sicherheitsdienst" von „Heinz Rudolf Kunze"?




Seid nett zueinander und passt gut auf Euch auf! Wer immer Ihr auch seid?!


Kommentare (2)

Hasal
31. Aug. 2023, 09:04
Ja Leben zu retten, gilt auch beim Sicherheitsdienst . Bloß ist blöd , wenn man das nicht vorher weiß , aber helfen möchte. Aber der Sicherheitsdienst muß dann brutaler zu greifen . Gott sei Dank bekommt man sowas selten zu sehen.
John Baker Sander
31. Aug. 2023, 22:50
Liebe Hasal!

Weise Worte! Mir gehts ähnlich, ich verzichte gerne auf kleinere Abenteuer wie dieses.


Liebe Grüße
John
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