Die Einschulung der Erstklässler aus meinem Heimatort war wie jedes Jahr ein Erlebnis.
Immer wieder stelle ich schmunzelnd fest, dass oftmals die Eltern viel aufgeregter sind wie ihre Kinder.
Die 2. 3. 4. Klasse führte für die Erstklässler kleine Sketche auf, sang Lieder oder führte Tänze auf.
Ich fand es erheiternd, dass eine der Grundschulklassen den Schlager-Kult- Hit von „Anita und Roy Black" sang: „Schön ist es auf der Welt zu sein".
Die ältere Generation und meine summten Generationenübergreifend kräftig mit.
Die Schul- und Geschwisterkinder fanden den Liedtext lustig.
Während die Schulanfänger eine erste Schulstunde mit ihren Klassenlehrerinnen absolvierten und somit richtige Schulluft schnupperten, standen und saßen alle Schulanfänger-Eltern und Verwandten im Schulhof beisammen.
Jeder sprach gefühlt mit jedem. Dabei aß man den Kuchen, den der Schulelternbeirat und Förderverein der Grundschule an einem Verkaufsstand anbot.
Die Eltern (und auch ihre Familien) waren sich so nahe, wie sie es vielleicht nie wieder in der Schulzeit ihrer Kinder sein werden?
Denn an diesem Septemberdienstag saßen sie ausnahmslos alle im selben Boot.
Ich fotografierte.
Zuerst das Einschulungsprogramm.
Mit Ansprachen vom Bürgermeister, Schuldirektorin, Sprecherin des Elternbeirates & Mitglied im Förderverein der Schule.
Das klingt nach vielen langweiligen Ansprachen.
Da jedoch kaum eine dieser Personen mehr als fünf Sätze sprach, war das für alle vortrefflich auszuhalten und nicht besonders ermüdend.
Zwischendurch gab es die bereits erwähnten Vorführungen der älteren Schulkinder.
Nachdem die Schulanfänger aus ihrer ersten Schulstunde zu ihren bereits wartenden Eltern in den Pausenhof zurückgekehrt waren, wurden die Einschulungsfotos gemacht.
Die Eltern gaben mir Zeit, mich um jede Schulanfänger-Familie einige Minuten kümmern zu können.
Viele Schulanfänger-Familien kannte mich bereits aus früheren Jahren.
Fast immer, weil ich bereits von älteren Sprösslingen die Einschulungsfotos fotografiert hatte.
Ein kleiner Zwischenfall, auf den ich gerne verzichtet hätte, machte mir diese Veranstaltung teilweise madig.
Der Akku zeigte an, dass er keine Power mehr hatte.
Kein Problem, wird eben ein anderer eingesetzt und weiter geht's; so dachte ich.
Ich entnahm den leeren Akku aus dem Fotoapparat, setzte den neuen ein. Doch der Deckel zur Akku-Kammer ließ sich unerwarteterweise nicht mehr schließen. Der Akku hing im Fotoapparat fest.
Innerlich fluchte ich und ließ einige bitterböse Schimpfkanonaden ab.
Im Gegensatz zur mir nahmen es die Schuleltern und ihre Familien locker. Riefen: „Kein Problem, es sind ja genug Handys hier!"
Dennoch konnte man zumindest von einigen Gesichtern Enttäuschung ablesen.
Ich rüttelte, obwohl ich es besser wissen sollte, wild und unbeholfen am Fotoapparat.
Was zur Folge hatte, dass der Akku sich etwas – wie erhofft – zur Einsatzluke verschob.
Greifen konnte ich den Akku nun, jedoch ließ er sich noch immer nicht herausziehen.
Völlig durchgeschwitzt vom kraftvollen rütteln, innerlichen fluchen und zahlreicher Blicke im Rücken kam ich auf die Idee, mir ein Messer am Kuchenstand auszuborgen.
Siehe da, nachdem ich das Messer als eine Art Hebel benutz hatte, ließ sich der vermaledeite Akku vorsichtig aus der Luke endlich herauslösen.
Ganze sieben Minuten hatte mich diese Aktion rund um den blockierten Akku gekostet.
Was mir aufrichtig leidtat für die Eltern, Verwandtschaft und die Schulanfänger.
Bei solchen Veranstaltungen muss die Technik funktionieren. Muss!
Ich entschuldige mich mehrfach für die Verzögerung.
Im Anschluss ging alles wieder seinen gewohnten und erhofften Gang.
Ich fotografierte, bis auch der letzte Fotowunsch erfüllt war.
Trotzdem war und ist es ärgerlich.
Dieses zwischenzeitliche – siebenminütige - Versagen nagte den gesamten Dienstag an mir.
Vielleicht hatte ich jedoch auch diesen Dämpfer aufgrund meiner kleineren Überheblichkeiten verdient?
Bisher war es für mich eine absolute Selbstverständlichkeit, dass der Fotoapparat funktioniert.
Ein mögliches Versagen der Technik, noch von mir als Benutzer, kam mir bisher überhaupt nicht ansatzweise in den Sinn.
Der neue Blitz und ich sind gut miteinander klargekommen.
Wobei ich bei den Anwendungen des Blitzgerätes deutlich Luft nach oben habe.
Zuvor gab es übrigens bereits einen ökumenischen Gottesdienst für die Schulanfänger und ihre Familien.
Für den ich jedoch nicht geladen war. Insgesamt war ich dankbar, nicht teilnehmen zu müssen und zu wollen.
Auf Vaters MRT Ergebnisse müssen wir laut dem Arzt drei bis vier Tage warten.
Mama und Bruder hat das ganze deutlich mehr geschlaucht wie Vater und mich. Zumindest lässt sich Vater nichts anmerken.
Ich bin der Meinung, ich mache mir erst wirkliche Gedanken, wenn es auch was gibt, worüber man sich ernsthafter Gedanken machen muss.
Vielleicht habe ich auch nur keinen Bock, das Thema an mich heranzulassen und scheue die Auseinandersetzung damit?
Ich brach später – jedoch so verabredet – in den Alltag auf.
Merkte jedoch erst viel zu spät, dass ich vor lauter schnell, schnell den Geldbeutel in die falsche Tasche gepackt hatte.
Ohne auch nur einen müden Cent in der Tasche durch die Stadt zu laufen, fühlte sich extreme merkwürdig an.
Die Sicherheit, wenn man etwas braucht, sofort zuschlagen zu können, fehlte mir etwas.
Ich hätte mir natürlich sowohl von anderen Menschen als auch Familie Geld leihen können – zumal die aufgrund Vaters MRT – auch in Worms weilten, verzichtete jedoch darauf.
Mit Bruder traf ich mich in einer Alltagspause.
Der mir eine preiswerte Sonnenbrille spendierte, samt Brillenetui und mich beim „Adami" zu einer Cola einlud.
Soviel zu, die Zuckerbombentage sind fürs Erste vorbei.
Wobei dieser – zugegeben - sehr willkommen war.?
Seid nett zueinander und passt gut auf Euch auf! Wer immer Ihr auch seid?!
