Durch das kleine, jedoch feine Bahnhofskiosk in Worms zu laufen und dabei die bunten Zeitschriften, Bücher und Ramschartikel zu betrachten, macht mir seit jeher Freude.
Stundenlang könnte ich Magazin-Cover anschauen.
Darin herumblättern, ist ja leider verboten.
Wobei ich immer meine, vielleicht war ich jedoch in den 80er und 90er noch zu sehr Kind, dass damals alle Zeitschriftencover mehr auf Hochglanz poliert waren und eine andere Ausstrahlung besaßen?
Ich wundere mich stets und schmunzele darüber, zu welchen Themengebieten es alles Zeitschriften gibt.
Von beste Alkohol, über Sex, Fotoapparate und Fotowelten, TV-Serien, Sammlerfiguren bis zum Zoo-Magazin, wird alles thematisiert.
Besonders populär scheinen mir seit Jahren Psychologie-Zeitschriften zu sein.
Neben Legenden-Magazinen wie die „Sportbild" (Bild überhaupt), „Kicker", Spiegel, usw. kann man zu fast jedem Thema etwas finden.
Sogar eine Zeitschrift über Webstühle hatte ich bei meinem Gang durch den Kiosk entdeckt.
Süßigkeiten und Getränke hatte ich weder in Worms noch in anderen Kiosken – seit ich zurückdenken kann – selten gekauft.
Das sind Lebensmittelpreise, wie diese zustande kommen ist mir schleierhaft?
Ja, ich weiß, dass man das den Reisenden, die schnell weitermüssen, auch Getränke und Essen andrehen möchte.
Wenn ich großen Hunger hätte und vor allem sehr großen Durst wäre ich sicher der Letzte, der nicht doch zuschlagen würde um seine Gelüste zu befriedigen.
Jedoch die überwucherten Preise zu den gleichen Produkten im Supermarkt machen mich doch hin und wieder (ziemlich) sprachlos.
Fast als würden die Kioskbesitzer sich die Verkaufspreise nach Lust und Laune ausdenken.
Wobei es auch bei Zeitschriften eine interessante und unerfreuliche Preisentwicklung zu beobachten gibt.
Meine Mama liest seit mehr als 40 Jahren die Frauenzeitschrift „Tina".
Einmal in der Woche freut sie sich darauf.
Wobei ich mir nicht sicher bin, ob sie die Zeitschrift wirklich liest oder einfach ihren Spaß am Durchblättern hat.
Bis heute traut meine Mama dem Internet nicht.
Sich mit Internet und Co. zu befassen, fällt ihr schwer.
Bis heute – seit vielen Jahrzehnten – schneidet sie ein-zweimal im Jahr die interessantesten Artikel aus und heftet die „Tina-Weisheiten" nachdem sie zuvor in eine Glassichthülle eingetütet wurden ab.
Früher las ich dank Opa immer den „Stern". Denn er abonniert hatte.
Dabei fällt mir auf, ich nörgele hier an Mama herum, war jedoch keinen Deut besser, las auch nur das, was mich interessiert. … ob ich wohl jemals einen kompletten „Stern" durchgelesen hatte?
Irgendwie packen mich diese bunt verpackten Welten noch immer.
Ich fürchte, das ist so etwas, dass ich nie komplett aus mir herausbekommen werde. Ich ertappe mich selbst dabei, obwohl es Jahrzehnte her sein muss, dass ich ein „Asterix-Heft", „Lucky-Luke", Superhelden-Comic oder ähnliches las, dass ich doch immer mal wieder aus Interesse schauen, was aus diesen gemochten Figuren geworden ist, lese über ihre Hintergründe bzw. wenn etwas Neues herauskommt.
Ohne die Absicht zu hegen mir ein Band oder anderes Merchandise von und mit diesen Figuren zuzulegen.
Kontrastprogramm vielleicht zu der Welt, die einen manchmal mit schlechten Nachrichten förmlich zu erschlagen scheint?
Wobei ich noch immer fest der Überzeugung bin, dass es viel, viel mehr Gutes gibt, wie böses – und dass durch alle Menschen und Themengebiete hindurch.
Ob sich wohl jemand freiwillig eine Viertelstunde nur „Wohlfühl-Nachrichten" ansehen würde?
Da bin ich mir nicht sicher.
Seid nett zueinander und passt gut auf Euch auf! Wer immer Ihr auch seid?!
