Erstmals seit Monaten war ich ohne Kappe unterwegs.
Das Sonnenlicht war erträglich und die Sonnenwärme angenehm. Frühherbstlich. Lange Hose, T-Shirt und erstmals (gefühlt) seit Mitte April trug ich auch eine Weste. Ideales Spaziergehwetter.
Ich ließ mich im „Adenauer-Ring" nieder.
Las fast hundert Buchseiten. Starrte auf das schäumende Wasserbecken mit erneut sprudelnden Springbrunnen. Für das weiß schäumende Becken war wohl irgendeine starke Chemikalie verantwortlich, mutmaßten die anderen Besucher lauter und ich innerlich leise.
Kinder machten sich ein Spaß daraus, auf Höhe des „Asia-Shops"- oberhalb des „Adenauer-Ringes", die zahlreichen herumliegenden Kastanien in das breite Wasserbecken des Sprungbrunnens zu werfen.
Ganz schön gefährlich.
Die meisten Kastanien fanden dennoch das Ziel direkt in das Becken.
Doch einige Wurfgeschosse sausten auch an den Köpfen und Füßen von den anderen sitzenden Parkanlagebesuchern und mir vorbei.
Just in dem Moment als die dritte Kastanie mich haarscharf verfehlte, ich aufgestanden war, die Kinder auf die Gefährlichkeit ihrer Aktion hinweisen wollte, verzogen die sich blitzschnell.
So durfte ich meinen Vortrag über das Werfen von Kastanien in Menschennähe (vorerst zumindest) für mich behalten.
Unerwartet traf ich auf „F", die in Gedanken versunken schien.
Erst nachdem ich „F" mit einem Mittellauten „Tschakka" begrüßte, wurde sie auf mich aufmerksam.
„Ich war einkaufen, in einem türkischen Laden - aus ihrer weißen Einkaufsbeutel lugte, wie eine Art Bestätigung ihrer Aussage, eine Art Fladenbrot hervor – alles so teuer."
Ich kenne keinen anderen Menschen bei dem die Aussage: „alles so teuer" ähnlich positiv klingt wie bei „F".
Am Abend ärgerte ich mich kurzzeitig über einen Trainingsteilnehmer, der – mit sofortiger Wirkung - jetzt so kurz vor Beginn der Wettkämpfe seine Teilnahme an den Übungseinheiten bei mir einstellt.
Er möchte unbedingt zurück zum Fußball wechseln.
Was ich vielleicht sogar verstanden hätte, wenn er nicht vor etwas mehr als einem Jahr zu mir gewechselt wäre, weil er dort – beim Fußball – von den Übungsleitern nur angebrüllt worden wäre.
Ich habe mir geschworen. Mir aufgrund der Wechselabsichten keine (weiteren) graue Haare wachsen zu lassen.
Der Familie des ehemaligen Trainingsteilnehmers geschrieben:
Der Wechsel für uns als Abteilung und speziell zu diesem Zeitpunkt nicht nachvollziehbar ist.
Man bitte nochmals auch Zuhause Ursachenforschung betreibt, wie es zu den Wechselabsichten kommen konnte?
Zumal mich der besagte Teilnehmer innerhalb meiner Übungseinheiten noch kürzlich nach Wettkämpfen und Co ins Kreuzverhör genommen hatte und besonders in den vergangenen Wochen und Sommermonaten sehr motiviert in den Trainingsstunden mitwirkte.
Außerdem ließen wir die Familie auch in meiner Rückantwort natürlich wissen, dass der nun ehemalige Trainingsteilnehmer und seine Familie jederzeit wieder bei uns im Verein und Abteilung willkommen ist.
Ich kann mich nicht erinnern, wenn ich zuletzt so interessiert und konzentriert eine Nachrichtensendung sah, wie am Donnerstagabend, bevor ich mit Vater auf einem anderen Programm die 2. Halbzeit eines Fußballspiels verfolgte?
Seid nett zueinander und passt gut auf Euch auf! Wer immer Ihr auch seid?!
