Nach einem tollen Training holten die Eltern oder Großeltern - die nicht mit in der Übungsstunde blieben – ihre Kinder ab.
Einem der Kids ging das zusammen nachhause gehen nicht schnell genug.
Unterhielt sich der Papa doch sehr angeregt noch mit anderen Eltern.
Was könnte für einen vierjährigen langweiliger sein?
Dieser erwähnte vierjährige Sohn, nutzte die Chance, um aus der Turnhalle zu spazieren um dann sich Mutterseelenallein auf dem Heimweg zu machen.
Der Papa bemerkte das Fehlen seines Sohnes schnell.
Voller Sorge stürmten dann der Vater und ich – der den Geräteraum der Turnhalle aufräumte - durch die Halle, riefen den Namen des Sohnes.
Die anderen noch in der Umkleidekabine befindlichen Eltern mit ihren Kids informierten uns: „Er – der vierjährige - hat sich schnell umgezogen, hat sich verabschiedet und ist zur Tür der Umkleide hinaus."
Der Vater fand schnell seine Fassung wieder.
Meinte: „Der ist ganz sicher auf dem Weg nachhause."
Stürmte aus der Halle zum Parkplatz und fing seinen Sohn, der immerhin sportliche 500 m zurückgelegt hatte – wie ich nur Minuten später erfuhr - mit dem Auto wieder ein.
Aufatmen!
Später erfuhr ich in einem Telefonat mit dem Vater:
Dass der Sohn ausgerissen war, um schnellstens an seinem Adventskalender zu gelangen, um das Dienstagtürchen zu den dahinter lauernden Süßigkeiten zu öffnen.
Wohl nur in den Augen eines vierjährigen ein nachvollziehbarer Grund um Reis auszunehmen?
Auch erzählte der Papa des kleinen Flüchtlings, dass der Sohn vor einigen Tagen aus dem Kindergarten mit einem Freund bereits ausgebrochen ist.
Plötzlich und unerwartet mit seinem Spielgefährten Zuhause vor ihm – dem Vater - aufgetaucht sei.
Mit der Begründung, er wollte seinem Freund doch mal das schöne Aquarium zeigen.
(Mein Gesprächspartner am Telefon ist derzeit übrigens in Homeoffice.)
Der Vater fragte seinen Sohnemann – nach der Flucht aus dem nicht ausbruchssicheren Kindergarten - wie er denn überhaupt ins Haus gekommen sei?
Woraufhin der vierjährige breit grinsend, unschuldig und freudig erklärte, an diesem Morgen hatte er einen Haustürschlüssel vom Brett genommen und in einem der im freien stehenden Dekorationskürbisse deponiert.
Der Vater konnte die Fluchtpläne seines Zöglings – hörbar - noch immer nicht begreifen.
Der Papa des Ausreißers wiederholte am Telefon: „Der ist vier, vier! … und hat das geplant!"
Ich konnte, (aber nur), weil beide Flucht-Geschichten einen guten Ausgang hatten, darüber gleichermaßen Kopfschütteln wie auch im Nachhinein schmunzeln.
Dennoch werde ich dem kleinen Ausbrecherkönig – der bei mir im Training fromm wie ein Lämmchen ist – auch nochmal die Leviten lesen und in Zukunft ganz besonders im Auge behalten.
Nicht dass, der junge Teilnehmer meiner Einheiten versucht, die Biege zu machen, während ich für ihn voll verantwortlich bin.
Seid nett zueinander und passt gut auf Euch auf! Wer immer Ihr auch seid?!
