»Ist ´ne wahre "Geschichte", also eine tatsächliche Begebenheit« (Anmerkung der Autorin)
Ich war 3 Jahre alt, als meine Mutter mir zu Weihnachten eine kleine Puppe schenkte. Sie hatte schwarze, kurze, lockige Haare und ein rosa-weißes gestricktes Kleidchen an mit 2 Bommeln am Kragen.
Diese Puppe war allerdings nicht gekauft, sondern wurde mütterlicherseits von Generation zu Generation an die Töchter der Familie weitergegeben. Wie alt diese Puppe also genau war, weiß ich bis heute nicht. Meine Mutter erzählte mir, sie bekam sie von ihrer Mutter, und meine Oma erzählte mir eben das Gleiche. Da meine Ur-Oma aber tot war, konnte ich es nur bis dahin zurückverfolgen.
Wahrscheinlich war mir als 3 jähriges Kind diese Puppe schon unheimlich, denn es dauerte nicht lange, da nahm ich beide Zeigefinger, und drückte der Puppe ihre Augen aus. Natürlich fielen diese kleinen Glasaugen nach innen in die leeren Augenhöhlen der Puppe. Und da es eine Puppe aus diesem alten Plastik war, war sie auch völlig hohl. Die Augen der Puppe befanden sich nun von da an in ihrem Körper und wenn man sie hoch nahm oder drehte, fielen im Inneren auch die Augen der Schwerkraft zum Opfer.
Ich hatte nie viel mit dieser Puppe gespielt, denn sie war mir immer unheimlich. In meinem Kinderzimmer, setzte meine Mutter diese Puppe also auf meinen Schrank, so eine Art Kinder-Anbauwand. Ganz oben rechts saß sie nun. Doch sie strahlte immer eine unheimliche Aura aus für mich. Wenn ich abends in meinem Bett lag, was genau gegenüber dieses Schrankes stand, lag ich immer mit dem Gesicht zu ihr gewand um einzuschlafen, weil mir immer sehr unbehaglich dabei war. Denn dort, wo ihre Augen einst waren, sah man nur noch 2 schwarze Schlitze....schwarze Augenhöhlen die so leer aussahen. Aber es waren nicht nur die fehlenden Augen die sie so unheimlich machten, sondern auch ihre ganze Erscheinung. Sie sah für eine Puppe nicht wie ein Kinderspielzeug aus. (Ihr kennt ja die alten Puppen aus diesem Plastik, die haben so eine Aura für sich irgendwie) Ich traute mich nicht, mit dem Rücken zu ihr zu schlafen und schlief deswegen jahrelang immer mit dem Rücken zur Wand und dem Gesicht zu ihr ein. Damit fühlte ich mich sicher.
Ihr könnt euch nicht vorstellen was diese Puppe in mir ausgelöst hat als Kind. Das mag sich jetzt vielleicht lustig anhören wenn man das so liest, aber damals war mir nicht zum lachen zumute. Ich war oft kurz davor, meiner Mutter zu sagen das sie die Puppe rausnehmen soll aus meinem Zimmer aber ich hab mich nie getraut. Ich wusste nie was ich sagen sollte und meine Mutter war so ein Mensch, die hätte sich zwar angehört was ich ihr sage, aber am Ende dann gesagt "Och, mach doch nicht so ein Gesch....iss." und hätte die Puppe trotzdem nicht weggenommen, weil es in ihren Augen Spinnerei wäre.
Die Jahre vergingen, und jeder der zu mir kam, auch meine beste Freundin, fand diese Puppe einfach nur unheimlich.
Ich wurde 9 Jahre alt und kam zur Kommunion.
Meine Mutter veranstaltete das Essen bei uns zu Hause. Das ganze Haus war umgeräumt und die Gäste und Verwandschaft kamen und der Tag begann.
Mein Bruder, damals 24 und meine Cousine und mein Cousin, beide damals 14, waren auch dabei. Meine Cousine war schon immer so leicht Goth angehaucht und mein Bruder immer zu jedem Mist bereit. Die beiden waren ein Kopf und ein Arsch (wie man das bei uns sagt).
Irgendwann kam einer der beiden auf die Idee, man könnte doch eine "Geisterbeschwörung" machen. Jeder war damit einverstanden, ich hatte nichts zu sagen, und so wurde ein großes Holzbrett beschriftet und ein Weinglas vom Tisch der Gäste genommen. Diese "Geisterbeschwörung", fand im Zimmer meines Bruder statt. Sein Zimmer befand sich unter dem Dach, gleich nebem dem Dachboden.
Ich als 9 jährige, wusste gar nicht was das ist und war mehr oder weniger freiwillig und neugierig dabei. Es dauerte auch nicht lange, da bewegte sich das Glas und die Runde begann damit Fragen zu stellen. Fragen wie "Wer bist du?" und "Mit wem reden wir gerade?". Die ersten Minuten kam nur Kaudawelsch zustande...doch dann schrieb das Glas, auf die Frage hin, mit wem wir sprechen, die Buchstaben "Puppe ohne Augen". Bis ich das gelesen hatte, denn meine Lesekenntnisse waren nicht gerade fortschrittlich, sahen meine Cousine und mein Bruder sich an. Meine Cousine und mein Cousin kannten diese Puppe nicht, dafür waren sie zu selten bei uns. Und mein Bruder kannte sie zwar, doch hatte ja nie mitbekommen was für eine panische Angst ich davor hatte und welches Ausmaß an Angst das bei mir genommen hatte.
Als ich das las wurde mir ganz schlecht und ich nahm sofort den Finger vom Glas und lies die anderen weiter machen. Und sie fragten weiter "welche Puppe?" und das Glas schrieb nochmal "Puppe ohne Augen". Und sie fragten weiter "wo bist du?" Und das Glas schrieb "Zimmer unter euch". Und alle waren baff. Wir gingen runter in mein Zimmer und die Puppe saß natürlich wie immer auf meinem Schrank. Aber somit wussten die anderen jetzt, dass es eine Puppe ohne Augen wirklich gibt. Mein Bruder erzählte meinem Cousin und Cousine dann, dass ich damals mit 3 Jahren, der Puppe ihre Augen ausgedrückt hatte und sie seitdem auf meinem Schrank sitzt.
Wir gingen wieder hoch und ich hatte furchtbare Angst und bat darum, aufzuhören. Doch die anderen wollten nicht. Ich ging dann runter zu den Gästen, weil ich ein Gefühl von Sicherheit haben wollte. Und nach einer Zeit hörte ich laute Schritte oben. Meine Mutter fragte mich launisch "Was machen die da oben! Geh stör die mal." Und ich ging hoch zum Dachboden und da saßen sie alle drei ganz ruhig mit den Fingern auf dem Glas.
Ich blieb dabei, denn mittlerweile fühlte ich mich nirgends mehr sicher. Und sie unterhielten sich weiter mit dem Gals und verarschten das Ganze noch, bis das Gals schrieb "kommt und sucht mich". Wir gingen wieder runter in mein Zimmer und sahen das die Puppe einen Arm oben hatte. (Ich weiß, ich weiß, das klingt wie aus einem schlechten Horrorfilm, aber Leute, das sind meine Erlebnisse und ich denke mir wirklich nichts aus davon.)
Als wir das sahen, wollte auch meine Cousine damit aufhören. Denn jeder von uns wusste, dass es von UNS keiner gewesen sein kann. Erstens ist der Schrank sehr hoch, und zweitens waren wir alle zusammen und nur unten waren die Gäste.
Wir gingen raus aus dem Haus, standen im Garten und beruhigten uns erstmal. Da erzählte mein Bruder noch ´ne Geschichte von einem Vogel aus der Hölle, der "Kreuzchen" genannt wird und der, wenn er kommt, immer einen Laut ausruft der sich anhört wie "Komm mit" "Komm mit". Und nähert dieses Kreuzchen sich dir bis auf 2 Meter, ist das ein Zeichen dafür, dass du bald stirbst.
Mir wurde schlecht. Stellt euch das mal vor...als 9 jährige, die ihre erste, heilige Kommunion feiert!!!
Nach einiger Zeit, gingen wir wirder rein und setzten uns zu den Gästen an die Tische. Doch ich sah nach kurzer Zeit wie mein Bruder und mein Cousin nach oben verschwanden. Meine Cousine und ich gingen hinterher. Als wir oben im Zimmer ankamen, sahen wir, dass die beiden wieder fleissig weiter gemacht haben. Aus Neugier, (nehm ich mal stark an) haben wir trotz unsrer Angst wieder mitgemacht. Und es wurden Dinge von meiner Cousine gefragt wie, "Zeig uns das du wirklich da bist". Das Brett antwortete wieder: "Puppe ohne Augen". Und wir wussten nicht was das bedeuten soll, also gingen wir wieder die Treppe runter in mein Zimmer, diesmal aber langsamer, weil jeder schon befürchtete das etwas schlimmes passiert.
Und als wir die Zimmertür öffneten, und rechts um die Ecke sahen, sahen wir das die Puppe einen ihrer Arme komplett hochhielt. Ein kurzer Schrei meiner Cousine und die ersten beiden traten aus der Zimmertür zurück um nach oben zu flüchten. So konnte ich einen Blick darauf erhaschen, und tatsächlich, sie hatte einen ihrer kleinen Puppenärmchen weit nach oben gerichtet, wie ein Winken. Zwar geschockt, aber unbeeindruckt, ging ich auch raus und nach oben zu den Anderen. Denn ich dachte mir, das in der Zeit, als mein Cousin und ich unten saßen, einer der beiden ihr den Arm hochgehoben hatte. Aber als sie weiter mit dem Brett sprachen, und immer die gleiche Aussage nur kam, gingen wir wieder runter. Und das war unmittelbar nachdem wir wieder hoch gegangen waren. In der Zeit war niemand auch nur in unserer Nähe vom Dachboden und meinem Zimmer. Zu dem Teil des Hauses, in dem wir uns befanden, führten zwei lange Treppen hin, das hätte man einmal gehört wenn da jemand hochgekommen wäre, und zum anderen hätte es mindestens 1 Minute Zeit gekostet um zu uns zu gelangen von unten wo die Gäste waren.
Nachdem das Brett nun wieder den gleichen Satz geschrieben hat, gingen wir sofort wieder runter, und die Puppe hatte den Arm wieder unten, doch dafür ihren anderen Arm nach oben gerichtet. Es war einfach nur unheimlich. Klar, wenn man das so liest jetzt, denkt man sich auch "Was für ein Schwachsinn", aber die Situation damals, war logisch nicht zu erklären.
Ich weiß noch, dass sie immer und immer wieder zu dem Brett sagten, "Zeig dich uns, wirf irgendwas um, puste die Kerzen aus, oder mach´ sonst irgendetwas", aber es kam immer und immer der selbe Satz "Puppe ohne Augen". Und als wir ein drittes mal runter gingen, hatte sie beide Arme unten in Normalposition, aber ihr Kopf war komplett nach hinten gedreht.
Mir wurde richtig schlecht. Selbst meinem viel älterer Bruder, der das Ganze von Anfang an zusammen mit meiner Cousine als Scherz betrachtete, war nicht wohl zumute, das merkte man ihm an, und das war das, was mir am meissten Angst bereitete, denn solange ich merkte, dass es für alle nur ein Spiel war, hielt sich meine Angst in Grenzen, doch als ich merkte, dass sie selbst langsam Angst bekamen, hab ich mich nicht mehr sicher gefühlt...
Wir bauten das Brett ab und wollten zu den Gästen runter gehen. Man merkte allen an, dass sie doch geschockt waren.
Doch keiner kam auf die Idee, diese scheiß Puppe mal da wegzuholen!
Für alle Beteiligten, meinen Cousin, meine Cousine und meinen Bruder, war es ja okay, sie konnten diesen Vorfall getrost vergessen, aber ich, .... ich musste mit diesem "Ding" auf meinem Schrank leben und mir war gar nicht wohl dabei. Um ehrlich zu sein, hatte ich solche Angst von da an, dass mich das meine gesamte Kindheit über begleitet hat. Und zwar nicht so nebenbei, sondern intensiv beschäftigt und beeinflusst hat. Ich hatte zahlreiche, schlaflose Nächte, Albträume von diesem Tag und immer eine unheimliche Aura wenn ich in meinem Zimmer war.
....die Jahre vergingen und ich wurde 16,17 und konnte das erste mal über die Puppe sprechen. Meine Eltern renovierten mein Zimmer vom Kinderzimmer in ein Jugendzimmer um, und ich dachte mir, ich ergreife jetzt die Chance und frage, ob sie die Puppe grade wegwerfen können....und so kam es, dass meine Mutter alles wegräumte, was an Kindheit erinnerte.
Ich dachte, sie hat die Puppe weggeworfen, weil sie alles was weg sollte, in solche große, blaue Müllsäcke packte...aber dem war nicht so, bloß wusste ich das nicht.
In den folgenden Jahren, wenn ich von Partys zurückkam, egal ob mitten in der Nacht oder früh am Morgen, vernahm ich komische Geräusche und teils sogar optische Täuschungen vom Dachboden wenn ich an der Treppe die dorthin führte vorbei musste um in mein Zimmer zu gelangen. ABER...ich dachte mir nie was dabei, nicht ein einziges mal, denn ich war nicht gerade ein "braver" Teenie. Zwar kein Alkohol, aber diverse, "harmlose" Drogen waren schon im Spiel, gepaart mit Nächtelangem Durchmachen, schlussfolgerte ich, dass die Akkustik´s und manchmal Optik´s daher kamen.
Mit 28 dann, räumten wir den Speicher weil er neu isoliert werden sollte. Und in einem kleinen Dachboden-Gang, der so eng ist, das man Probleme hat um durchzukommen, fand ich einen blauen Müllsack. Er war hart und nur halb befüllt, ich machte ihn auf und fand zusammen mit ein paar alten Stofftieren, die Puppe ohne Augen. Obwohl ich fast 30 Jahr alt war, hatte sie rein gar nichts von ihrer unheimlichen Aura verloren und ich fühlte mich auf der Stelle klein, schwach, unsicher. Ich nahm sie in die Hände, betrachtete sie genau, wackelte kurz um zu hören ob ihre Augen noch immer in ihrem hohlen Plastikkörper lagen, und warf sie zurück in den Müllsack und zog die Schlaufe oben zu.
Ich nahm den Sack mit runter ins Haus, und sagte zu meinem Freund "Hier, bitte bring diesen Sack auch mit weg, aber BITTE, weit weg!". Der guckte mich nur komisch an, aber nahm den Sack auch ohne das zu kommentieren.
ENDE
Kein Scherz Leute, die Geschichte ist genauso passiert! Und es gibt sogar jemanden hier im Forum, der dabei war...mein Cousin. Zumindest war er bei dem Ereignistag dabei...und ich würde dieses Erlebnis ehrlich nicht schreiben, wenn es nicht so passiert wäre.
Über die Bedeutung dessen, und was wir da erlebt haben, lässt sich streiten. Ich bin keine gläubige Katholikin mehr, ich bin seit meinem 25. Lebensjahr bekennende Atheistin, vielleicht sogar noch Agnostikerin, aber dieser Tag wirft bei mir viele Fragen auf, auf die ich bis heute keine Antwort finde. Wissenschaft hin oder her, Paranormales hin oder her.
Danke fürs lesen =)
