Das war ein Fotografier-Heimspiel für mich.
Die Silberhochzeit fand auf dem Vereinsgelände statt. Dass man, auch gegen genug Euronen für Feierlichkeiten mieten kann.
Eigentlich bin ich nicht so ein Fan davon, dass das Vereinsgelände vermietet wird. Soll es doch, wenn es nach Papa, mir und weiteren geht, doch mehr als Sport und Begegnungsstätte anstatt als Feierstätte für „Hinz und Kunz" dienen. Denn, wenn es Partywütige mieten fällt das Vereinsgelände für den Sportbetrieb dann meist von Freitag bis einschließlich Sonntag komplett aus. Aufbau, Feier, Abbau muss ja auch alles bewerkstelligt werden.
Dennoch hin und wieder muss es eben sein.
Schließlich muss das Vereinsgelände und Gebäuden – sowohl innerhalb wie außerhalb auch erhalten und gepflegt werden.
Das Silberhochzeitspaar „G & M" nahm mich direkt beim Ankommen in Empfang.
Gleich wurde mir klar, die mag ich. Die scheinen Herz zu haben, die lachen gerne und sind wohl auch sonst gerne Mensch.
Vielleicht bin ich für diese „lass uns sofort Freunde sein" zu schüchtern.
Ich mag es durchaus Menschen die mir nahestehen zu umarmen. Wohlgemerkt, die mir nahestehen. Sonst tue ich mir doch damit eher etwas schwerer. Im Gegensatz zu den erwähnten Jubilaren.
Das Silberpaar hatte ich sich große Mühe gegeben den Partyraum hingebungsvoll und atmosphärisch zu schmücken und zu gestalten.
Eine Frau, die Ballons professionell aufhängt – und wahrscheinlich mehr – war engagiert worden. Die Luftballons hängen dermaßen akkurat an der Wand, dass ich mir fast vorkam, wie in einem Museum für Luftballons. Mal Einzel, mal gebunden, mal stehend oder klebend an der Wand.
Dazu gab es einen Fotografier-Bogen – auch ausgetüftelt von der Ballonkünstlerin - in den man sich stellen konnte um ein oder mehrere Erinnerungsfotos machen zu lassen. Ein Fotografier-Bogen der in der Mitte strahlend die Namen des silbernen Hochzeitspaares aufleuchten ließ.
Ein Bogen für Gastgeber, Familie, Freunde, Bekannte und Verwandte. Der rechts oben und links aus Luftballons gestaltet worden war.
Ansonsten wurde der Raum durch bunte Scheinwerfer in ein zartes Baby blau und adeliges rosa getaucht.
Die Musik – das fand ich angenehm – war hörbar, doch zurückgenommen, sodass man sich auch an den Tischen, ob sitzend oder stehen gut unterhalten konnte. Die Musik, Stimmungsmusik – passende Partymusik – kam aus einem Lautsprecher. Dennoch dauerte es eine Weile bis die Partygäste nicht nur zu Musik mitwippten, sondern auch die freie Fläche zum Tanzen nutzen.
Über den gesamten Abend konnte man sich am Büfett bedienen.
Schnitzel, Bratwürste, Steaks. Dazu verschiedene Nudelsalate, Tomatensalat, Gurkensalat und eins, zwei Salate, die in einer Soße schwammen und für mich nicht Identifizierbar waren. Dazu Weißbrot.
Gegen 21 Uhr 30 wurde dann das Buffet durch eine Hochzeitstorte, trockene Kuchen, Sahnetorten und einen Obstkuchen ergänzt.
Wer das alles nicht mochte, konnte sich immer noch an einer „Candy-Bar" bedienen. Gummibärchen als Frösche, Früchte, saure Drops, außerdem Brausemuscheln, Speckmäuse, Pfefferminzbonbon und Donuts in verschiedenen Geschmacksrichtungen durfte man sich an der „Candy-Bar" einverleiben.
Getränke, Softdrinks und alkoholisches wie Bier und Radler, Erdbeerlimes - doch nichts volumenartig hartes, wie die Silber-Hochzeitsbraut mich wissen ließ, da sie das nicht wollte – war in zwei Kühlschränken untergebracht.
Wer wach bleiben wollte, oder wieder munter werden musste, konnte sich an einem Automaten einen Kaffee zubereiten lassen.
Zwischendurch spielte eine Gugge-Musik-Gruppe vier, fünf Stücke die Zusätzlich die ohnehin überaus gute Stimmung weiter anfeuerten.
Einige der Gäste waren mir Bekannt.
Was die Sache mit den Fotos diesmal um einiges erleichterte.
Waren doch 98 % der geladenen Gäste bereit sich unkompliziert ablichten zu lassen.
Wen auch einige erst, nachdem ich ihnen ins Gewissen gerufen hatte, dass ich ja nicht für mich fotografiere, sondern für das liebenswerte Silberhochzeitspaar. Eine Erinnerung, die besser als erwartet fruchtete.
Das Brautpaar amüsierte sich prächtig, war dabei stets emotional und humorvoll.
Selten sah ich Gastgeber, die so gleichmäßig an jedem Gästetisch auftauchten und dabei nicht nur Festtageslaune an sich herantragen ließen, sondern auch solche verbreiteten.
Das bunte Durcheinander sämtlicher Generationen gefiel mir besonders.
Ungefähr 80 Gäste waren auf dieser Silber-Hochzeitsfeier anwesend.
Gerne ließe ich mich auch in die ein oder andere Gesprächsrunde verwickeln. Zumal es dort vorneweg um Sport – das Ortsleben oder um Fotografie ging. Wobei letzteres eher für mich – trotz einiges am Wissen – auch (noch) immer eine Gefühlssache ist. Was möglicherweise nicht immer der richtige Weg ist, sich jedoch richtig anfühlt, ab und an auf andere Einstellungen als auf altbewährtes in der Fotografie (meinen eingefleischten Einstellungen) zu setzen.
Schlips oder Anzug trug kaum einer der Männer. Nicht mal der versilberte Bräutigam. Jeans und feines Hemd waren der Standard.
Die Damen, Röcke, Kleider, Jeans und Hemd. Wobei auch hier eher legere als Hochzeits-Gäste-Garderobe. – Doch natürlich uns Männern am Aussehen und in puncto Eleganz um Welten überlegen.
Bis ungefähr 1 Uhr 30 fotografierte ich fleißig alles, was mir vor die Linse kam.
Dann stellte ich das Fotografieren befriedigt ein.
Wenn sich die Fotos und die Festteilnehmer, die vor der Kamera auftauchen nur noch wiederholen, es keine frischen Personen-Kombinationen mehr für Bilder gibt, da ein Großteil der Gäste bereits die Heimreise angetreten hat, ist es auch mit der „Knipserei" vorbei.
Fazit bleibt, ich habe die Gastgeber gemocht. Generell die Menschen, die diese Silberhochzeit mitfeierten.
Die Fröhlichkeit und Ausgelassenheit wahr etwas (oder mal wieder etwas) ganz besonderes.
Gerade jetzt wo Kriege vor unserer Haustür toben, schlechte Nachrichten oftmals an der Tagesordnung sind, ist das Abschalten von Alltagslast und Weltgeschehen doppelt wichtig?!
Mich hat diese Feier total aus dem Alltag gerissen und mir viel neue Gedanken beschert. Auch nochmals im Umgang mit Menschen und wie man mit Menschen zukünftig (noch) besser umgeht.
Besonders bei Frauen und Männern, die neu auf der Bildfläche von einem (also mir) erscheinen habe ich da ganz gewiss noch hinreichend Verbesserungspotential.
Ich bin, ob ich eine Kamera um den Hals hängen hab oder nicht derselbe Typ. Jedoch mit Kamera um den Hals, ähnlich wie wenn ich in der Turnhalle stehe um Millionenwelten in allen Aktionen Handlungssicherer, schneller und vor allem vom Gefühl verschmelze ich da manchmal regelrecht mit der Partymeute und Location über Stunden hinweg.
Diesen Sonntag werde ich zum Ausschlafen nutzen.
Dann ein Spätfrühstück. Sonst ist Familienzeit angesagt.
Außerdem möchte ich unbedingt noch ein Stück im Buch: „22 Bahnen" von „Caroline Wahl" weiterkommen. Deren Erzählton und Geschichte ich bisher als außerordentlich sympathisch empfinde.
Seid nett zueinander und passt gut auf Euch auf! Wer immer ihr auch seid!?
