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„Das fĂŒhlte sich nicht nach 25Jahren an“

John Baker Sander
17. September 2024(bearbeitet)
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Das war ein Fotografier-Heimspiel fĂŒr mich.
Die Silberhochzeit fand auf dem VereinsgelĂ€nde statt. Dass man, auch gegen genug Euronen fĂŒr Feierlichkeiten mieten kann.
Eigentlich bin ich nicht so ein Fan davon, dass das VereinsgelĂ€nde vermietet wird. Soll es doch, wenn es nach Papa, mir und weiteren geht, doch mehr als Sport und BegegnungsstĂ€tte anstatt als FeierstĂ€tte fĂŒr „Hinz und Kunz" dienen. Denn, wenn es PartywĂŒtige mieten fĂ€llt das VereinsgelĂ€nde fĂŒr den Sportbetrieb dann meist von Freitag bis einschließlich Sonntag komplett aus. Aufbau, Feier, Abbau muss ja auch alles bewerkstelligt werden.

Dennoch hin und wieder muss es eben sein.
Schließlich muss das VereinsgelĂ€nde und GebĂ€uden – sowohl innerhalb wie außerhalb auch erhalten und gepflegt werden.


Das Silberhochzeitspaar „G & M" nahm mich direkt beim Ankommen in Empfang.
Gleich wurde mir klar, die mag ich. Die scheinen Herz zu haben, die lachen gerne und sind wohl auch sonst gerne Mensch.
Vielleicht bin ich fĂŒr diese „lass uns sofort Freunde sein" zu schĂŒchtern.
Ich mag es durchaus Menschen die mir nahestehen zu umarmen. Wohlgemerkt, die mir nahestehen. Sonst tue ich mir doch damit eher etwas schwerer. Im Gegensatz zu den erwÀhnten Jubilaren.

Das Silberpaar hatte ich sich große MĂŒhe gegeben den Partyraum hingebungsvoll und atmosphĂ€risch zu schmĂŒcken und zu gestalten.
Eine Frau, die Ballons professionell aufhĂ€ngt – und wahrscheinlich mehr – war engagiert worden. Die Luftballons hĂ€ngen dermaßen akkurat an der Wand, dass ich mir fast vorkam, wie in einem Museum fĂŒr Luftballons. Mal Einzel, mal gebunden, mal stehend oder klebend an der Wand.
Dazu gab es einen Fotografier-Bogen – auch ausgetĂŒftelt von der BallonkĂŒnstlerin - in den man sich stellen konnte um ein oder mehrere Erinnerungsfotos machen zu lassen. Ein Fotografier-Bogen der in der Mitte strahlend die Namen des silbernen Hochzeitspaares aufleuchten ließ.
Ein Bogen fĂŒr Gastgeber, Familie, Freunde, Bekannte und Verwandte. Der rechts oben und links aus Luftballons gestaltet worden war.

Ansonsten wurde der Raum durch bunte Scheinwerfer in ein zartes Baby blau und adeliges rosa getaucht.

Die Musik – das fand ich angenehm – war hörbar, doch zurĂŒckgenommen, sodass man sich auch an den Tischen, ob sitzend oder stehen gut unterhalten konnte. Die Musik, Stimmungsmusik – passende Partymusik – kam aus einem Lautsprecher. Dennoch dauerte es eine Weile bis die PartygĂ€ste nicht nur zu Musik mitwippten, sondern auch die freie FlĂ€che zum Tanzen nutzen.


Über den gesamten Abend konnte man sich am BĂŒfett bedienen.
Schnitzel, BratwĂŒrste, Steaks. Dazu verschiedene Nudelsalate, Tomatensalat, Gurkensalat und eins, zwei Salate, die in einer Soße schwammen und fĂŒr mich nicht Identifizierbar waren. Dazu Weißbrot.
Gegen 21 Uhr 30 wurde dann das Buffet durch eine Hochzeitstorte, trockene Kuchen, Sahnetorten und einen Obstkuchen ergÀnzt.

Wer das alles nicht mochte, konnte sich immer noch an einer „Candy-Bar" bedienen. GummibĂ€rchen als Frösche, FrĂŒchte, saure Drops, außerdem Brausemuscheln, SpeckmĂ€use, Pfefferminzbonbon und Donuts in verschiedenen Geschmacksrichtungen durfte man sich an der „Candy-Bar" einverleiben.

GetrĂ€nke, Softdrinks und alkoholisches wie Bier und Radler, Erdbeerlimes - doch nichts volumenartig hartes, wie die Silber-Hochzeitsbraut mich wissen ließ, da sie das nicht wollte – war in zwei KĂŒhlschrĂ€nken untergebracht.

Wer wach bleiben wollte, oder wieder munter werden musste, konnte sich an einem Automaten einen Kaffee zubereiten lassen.


Zwischendurch spielte eine Gugge-Musik-Gruppe vier, fĂŒnf StĂŒcke die ZusĂ€tzlich die ohnehin ĂŒberaus gute Stimmung weiter anfeuerten.

Einige der GĂ€ste waren mir Bekannt.
Was die Sache mit den Fotos diesmal um einiges erleichterte.
Waren doch 98 % der geladenen GĂ€ste bereit sich unkompliziert ablichten zu lassen.
Wen auch einige erst, nachdem ich ihnen ins Gewissen gerufen hatte, dass ich ja nicht fĂŒr mich fotografiere, sondern fĂŒr das liebenswerte Silberhochzeitspaar. Eine Erinnerung, die besser als erwartet fruchtete.

Das Brautpaar amĂŒsierte sich prĂ€chtig, war dabei stets emotional und humorvoll.
Selten sah ich Gastgeber, die so gleichmĂ€ĂŸig an jedem GĂ€stetisch auftauchten und dabei nicht nur Festtageslaune an sich herantragen ließen, sondern auch solche verbreiteten.
Das bunte Durcheinander sÀmtlicher Generationen gefiel mir besonders.
UngefÀhr 80 GÀste waren auf dieser Silber-Hochzeitsfeier anwesend.


Gerne ließe ich mich auch in die ein oder andere GesprĂ€chsrunde verwickeln. Zumal es dort vorneweg um Sport – das Ortsleben oder um Fotografie ging. Wobei letzteres eher fĂŒr mich – trotz einiges am Wissen – auch (noch) immer eine GefĂŒhlssache ist. Was möglicherweise nicht immer der richtige Weg ist, sich jedoch richtig anfĂŒhlt, ab und an auf andere Einstellungen als auf altbewĂ€hrtes in der Fotografie (meinen eingefleischten Einstellungen) zu setzen.

Schlips oder Anzug trug kaum einer der MÀnner. Nicht mal der versilberte BrÀutigam. Jeans und feines Hemd waren der Standard.
Die Damen, Röcke, Kleider, Jeans und Hemd. Wobei auch hier eher legere als Hochzeits-GĂ€ste-Garderobe. – Doch natĂŒrlich uns MĂ€nnern am Aussehen und in puncto Eleganz um Welten ĂŒberlegen.


Bis ungefĂ€hr 1 Uhr 30 fotografierte ich fleißig alles, was mir vor die Linse kam.
Dann stellte ich das Fotografieren befriedigt ein.
Wenn sich die Fotos und die Festteilnehmer, die vor der Kamera auftauchen nur noch wiederholen, es keine frischen Personen-Kombinationen mehr fĂŒr Bilder gibt, da ein Großteil der GĂ€ste bereits die Heimreise angetreten hat, ist es auch mit der „Knipserei" vorbei.



Fazit bleibt, ich habe die Gastgeber gemocht. Generell die Menschen, die diese Silberhochzeit mitfeierten.
Die Fröhlichkeit und Ausgelassenheit wahr etwas (oder mal wieder etwas) ganz besonderes.
Gerade jetzt wo Kriege vor unserer HaustĂŒr toben, schlechte Nachrichten oftmals an der Tagesordnung sind, ist das Abschalten von Alltagslast und Weltgeschehen doppelt wichtig?!

Mich hat diese Feier total aus dem Alltag gerissen und mir viel neue Gedanken beschert. Auch nochmals im Umgang mit Menschen und wie man mit Menschen zukĂŒnftig (noch) besser umgeht.
Besonders bei Frauen und MÀnnern, die neu auf der BildflÀche von einem (also mir) erscheinen habe ich da ganz gewiss noch hinreichend Verbesserungspotential.

Ich bin, ob ich eine Kamera um den Hals hĂ€ngen hab oder nicht derselbe Typ. Jedoch mit Kamera um den Hals, Ă€hnlich wie wenn ich in der Turnhalle stehe um Millionenwelten in allen Aktionen Handlungssicherer, schneller und vor allem vom GefĂŒhl verschmelze ich da manchmal regelrecht mit der Partymeute und Location ĂŒber Stunden hinweg.



Diesen Sonntag werde ich zum Ausschlafen nutzen.
Dann ein SpĂ€tfrĂŒhstĂŒck. Sonst ist Familienzeit angesagt.
Außerdem möchte ich unbedingt noch ein StĂŒck im Buch: „22 Bahnen" von „Caroline Wahl" weiterkommen. Deren ErzĂ€hlton und Geschichte ich bisher als außerordentlich sympathisch empfinde.



Seid nett zueinander und passt gut auf Euch auf! Wer immer ihr auch seid!?



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