Der erste Weihnachtssong, der mir begegnete, war im „Tchibo", als „Jingle Bells" durch die Lautsprecher hallte. Zu diesem Zeitpunkt war ich noch ahnungslos, dass dieser Song später eine Rolle spielen würde. Während des Frauenländerspiels zwischen Deutschland und Italien (1:2), das für Deutschland absolut zu gewinnen war, kamen wir auf Weihnachten zu sprechen.
Vater erzählte von dem Weihnachtsklassiker „Jingle Bells", aber ich war so in das Spiel vertieft, dass ich nicht „Jingle Bells", sondern durch einen Hörfehler „Schüttel Bernd" vernahm. Ich fragte ihn erstaunt, wer denn „Schüttel Bernd" sei, und tippte anfangs auf einen Klassenkameraden meiner Mama.
Vater lachte herzhaft, und ich konnte nicht anders, als mitzulachen. Es dauerte eine Weile, bis wir uns zumindest wieder etwas beruhigt hatten. Nun singen wir nicht mehr „Jingle Bells", sondern immer wieder fröhlich „Schüttel Bernd, Schüttel Bernd...".
Das andere das lustig finden, bezweifle ich, aber wir haben uns köstlich amüsiert.
Doch die Geschichte hört hier nicht auf. „Schüttel Bernd" hat inzwischen eine Frau, die „G-i-u-l-i-a". Und ja, sie wird nicht „Julia" ausgesprochen, sondern jeder Buchstabe wird einzeln genannt und stark betont: „G-i-u-l-i-a".
Der Name kam von der Kapitänin der Frauenfußball-Nationalmannschaft, „Giulia Quinn", deren Name im TV eingeblendet wurde. In unserer albernen Phase las Vater „Giulia" als „G-i-u-l-i-a", und so war „Die Legende vom Schüttel Bernd & G-i-u-l-i-a" geboren.
„Schüttel Bernd" und „G-i-u-l-i-a" haben mir auf ihre ganz eigene, lustige Art eine ordentliche Portion Vorweihnachtstimmung ins Herz gezaubert und mir weitere unvergesslich lustige Momente mit meinen Eltern geschenkt.
