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„Erhellende Gedanken in dunklen Zeiten“

John Baker Sander
6. Februar 2025(bearbeitet)
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Zeit: 14 Uhr 15
Ort: "Times", Worms

Wie ungewohnt, in einem Café zu sitzen und zu schreiben, ohne aus dem "Adami" zu berichten.

Ich stöberte durch die SchnĂ€ppchen im Außenbereich der Buchhandlung Thalia. Dabei fiel mein Blick in den Innenbereich des gegenĂŒberliegenden "Times" – ein CafĂ©, in dem ich zuvor nur zweimal Gast war. Einmal mit der engsten Familie am Morgen des Heiligabends und ein Jahr spĂ€ter mit meinem Bruder zum selben kalendarischen Termin.

Das "Times" versprĂŒht im Gegensatz zum "Adami" einen sehr rustikalen Charme. Fast alles besteht aus dunklem Holz, ob Tische oder StĂŒhle – die beigen SitzflĂ€chen setzen einen kleinen Farbtupfer in der dunklen Umgebung. Auffallend ist eine grĂŒne Seitenwand, die mich mit ihrer rauen Beschaffenheit an einen Eierschalenkarton erinnert. Ob es wohl die Farbe "EierschalenkartongrĂŒn" bereits gibt?

Die kleinen dunklen GĂ€stetische wĂŒrden sich auch gut in jeder schummrigen Bahnhofskneipe machen.

Waren in den 80er- und 90er-Jahren dunkle Inneneinrichtungen in Lokalen, Kneipen und Wirtschaften ĂŒblich? Vor meinem inneren Auge tauchen Bilder solcher Gastronomiebetriebe auf, in denen Familienfeiern und Ähnliches abgehalten wurden.

Die LichtverhÀltnisse hier sind ausreichend, selbst die Lampen sind mit dunklem Holz verkleidet.

Aus den Lautsprechern dringt gefĂŒhlt seit zehn Minuten dieselbe Melodie: forscher Rhythmus, verstĂ€rkt von modernen BĂ€ssen. Nur hin und wieder singt eine mir unbekannte Frauenstimme ein oder zwei Worte. Ich verstehe "Makkaroni" – bin mir aber sicher, dass sie garantiert nicht "Makkaroni" singt.

An mir zieht das Leben in Form von StadtgÀngern vorbei.
Ich mag es, ihnen dabei zuzusehen, wie sie ihre Sekunden verbringen.

Die Menschen gehen langsam, achtsam, fokussiert, kopfhÀngend, lachend und lÀchelnd, mit aufrechten oder hÀngenden Schultern, drÀngelnd oder hÀndchenhaltend in alle Himmelsrichtungen davon.

Wie oft bin ich wohl selbst an genau diesen Menschen vorbeigezogen, ohne ihnen einen Gedanken zu schenken? Und wie oft hat vielleicht jemand genau – dieser Menschen - wie ich hier gesessen, aus dem "Times" herausgesehen und mich beobachtet?

Das "Times" wird das "Eiscafé Adami" sicher nicht als mein Stammcafé ablösen. Doch der rustikale Charme, den es durch seine klobige, dunkle Inneneinrichtung erhÀlt, passt atmosphÀrisch hervorragend zu diesem trocken-kalten Wintertag, aus dem ich bei aller Dunkelheit doch den ein oder anderen erhellenden Gedanken mit in den weiteren Verlauf dieses Mittwochs nehme.



Passt gut auf euch auf, seid nett zueinander, wer immer ihr auch seid!?


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