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„(„Oh“ )Weihnachtsbesinnung“

John Baker Sander
25. Dezember 2019(bearbeitet)
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Ich schaute auf den („Oh") Tannenbaum und fühlte mich pudelwohl.

Zuvor hatte ich ja sogar tatsächlich überlegt, mich noch einmal nach der Bescherung auf irgendwie, irgendwo auf die Piste zu begeben.

Jedoch schon beim Kartoffelsalat und Würstchen hatte die anheimelnde Weihnachtsatmosphäre von mir Besitz ergriffen.
Unvorstellbar, noch einmal das Elternhaus zu verlassen.
Stattdessen gab es leichte unbeschwerte TV-Unterhaltung. Diese bildete eine passende Hintergrundgeräuschkulisse. Es wurde gekichert, Plätzchen verzehrt und natürlich auch fröhlich beschert.
Zwischendurch wurde der Braten für die Weihnachtsfeiertage fertig zubereitet.
Da Eltern und ich alle angeschlagen sind, wurde es im Anschluss merklich ruhiger.

Was mir Zeit gab, wie bereits erwähnt auf, in das Geäst und auf den Schmuck des Weihnachtsbaumes zu schauen. Der in diesem Jahr besonders schlicht gehalten war; Rote Kugeln über den Baum verteilt, 2 warmweiße Lichterketten, die den Baum im weihnachtlichen Glanze erstrahlen lassen. Dennoch mangelt es unserer Weihnachtstanne nicht an Ausstrahlung, die hat sie satt.

Wie ich so in den Baum starrte wäre mir doch fast ein Tränchen entwichen. Musste ich doch anrauschende Weihnachtstage meiner Kindheit/Jugend denken.
Wer da mittlerweile nicht mehr mit uns feiern kann?
An mehrere dieser Personen habe ich selbstgefälliger Weise lange keinen Gedanken verschwendet. Jedoch in diesen Minuten, der Selbstbesinnung, waren sie alle wieder da. Wie auch sämtliche Erinnerungen in chronologischer Reihenfolge vorhanden.

Die Weihnachtstage früher waren nicht besser. Sicherlich schon sehr anders.
Was aber nicht nur der Wahrnehmung des fortschreitenden Alters geschuldet sein dürfte?
Ich kann den launigen, unruhigen Feiertagen voller Verwandten und Bekannten genauso etwas abgewinnen, wie den eher stilleren Feiertagen der vergangenen Jahre. Beide versprüht seinen speziellen Esprit und Reiz auf mich.

Es sag sich so leicht, sich auf das richtige Besinnen. Was ist denn das richtige genau? Menschlichkeit, Liebe, Hilfsbereitschaft, Freundschaft, Arbeit etc. ist klar! Dennoch gibt das noch mehr, was neben dem Offensichtlichen zumindest eine kleine Rolle spielt, oder?


Ich bin unglaublich satt. Weshalb ich gleich einen kleinen Weihnachtsspaziergang unternehmen möchte. Das wird erstens meinen vollen Magen und zweitens auch meiner leicht angekratzten Gesundheit guttun.
Es gab in trauter Familienrunde, heute am 1. Weihnachtsfeiertag, gefüllten Weihnachtsbraten mit Flammkuchen, dazu ein knackiger Salat, Semmelknödel und eine herzhafte Bratensoße. Zum Nachtisch gab es eine Nougateis-Rolle.

Die anderen Programmpunkte für heute sind überschaubar.
Duschen, Zeit verbringen mit der Familie, Plätzchen futtern, sofern ich dazu heute noch in der Lage bin? Vielleicht nochmal in der Onlinewelt vorbeischauen? Wenn alles gutgeht, schaffe ich es mir noch die Filme: „Astrid" & „Der Mann der Weihnachten Erfand" anzusehen.



„Zeit zu schweigen, zu lauschen, in sich zu gehen.
Nur wer die Ruhe beherrscht kann die Wunder noch sehen, die der Geist der Weihnacht den Menschen schenkt"
Auch wenn so mancher anders denkt"

Unbekannt


Kommentare (3)

Hasal
26. Dez. 2019, 10:06
Ja John, wenn die Weihnachtsstimmung erstmal da ist, kommen auch die Erinnerungen schnell wieder zurück. Die kann ein Gott sei Dank auch, niemand nehmen. Ich bin ehrlich, früher war irgendwie Weihnachten etwas schöner. Da machte man noch Geschenke, heute sind die Wünsche nur Richtung in finanzielle Richtung, weil sie haben einen ganz anderen Geschmack. Was man auch akzeptieren muß.
Zu Heiligabend und Silvester gehört einfach Kartoffelsalat mit Wiener :D
Jenny
26. Dez. 2019, 11:15
Geht mir genauso John,der Platz wo meine Oma immer saß ist halt leer,sie fehlt mir dann doch sehr,erzählte sie doch immer wie es früher an Weihnachten war.Hab meinen heutigen Spaziergang mit Papa schon hinter mir und freue mich aufs Essen gleich,Sauerbraten mit Rotkohl und Knödel,hmmmmmm.:D
Fizzy Lemon
26. Dez. 2019, 13:43
Es ist mit Sicherheit einer geänderten Wahrnehmung geschuldet. Kindheitserinnerungen werden, je länger sie zurückliegen, automatisch romantisiert. Wobei es auch eine Rolle spielt, dass diese frühen Erfahrungen sich besser - oder anders gesagt - einträglicher memorieren. Da denkt man gerne an die Sorglosigkeit zurück, über das verwunderliche Verhalten der Erwachsenen, weil das "Großwerden" noch in weiter Ferne liegt. Man denkt zurück, wie man sich freute nach dem Essen zum Nachtisch sich einen Schokoladenanhänger vom Baum schneiden zu dürfen etc.

Selbstverständlich bleiben auch Enttäuschungen hängen. Ich freute mich als kleiner Junge tierisch über den großen Karton, der für mich von Oma unter dem Baum lag. Als ich ihn endlich öffnen durfte, brach für mich eine Welt zusammen, weil darin statts des erhofften Spielzeugs "nur" ein Pullover war.^^ Und trotzdem denke ich mit etwas Wehmut zurück, weil mir heute bewusst wird, dass diese Menschen mittlerweile fehlen... wie die ganze damalige Atmosphäre auch.

John, genieße die Emotionen, die das Kind in Dir wach ruft, solange Du sie noch haben darfst.
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