Meine Familie muss mich einfach abgöttisch lieben!
Anders ist es nicht zu erklären, dass sie mir genau das zu Weihnachten schenkten, mit dem ich Neandertaler mich bisher gar nicht gerne auseinandersetze.
Richtig, ein neues Mobilphone!
Bisher kreuzte ich stets vor jedem Geburtstagsfest und Weihnachtsfest feste die Finger, dass sie bloß nicht auf genau diese Idee kämen.
Mir selbst ein neues Mobiltelefon zuzulegen, darauf wäre ich höchstwahrscheinlich beim besten Willen nicht gekommen.
Mein anderes „Taschentelefon" würde nicht mal Ansatzweise irgendeinen modernen Anspruch mehr genügen. Hieß es zur Begründung, nachdem man mein verdattertes Gesicht bei der Bescherung zur Kenntnis genommen hatte.
Handys, Mobilphone waren und sind mir ein graus und doch sehe ich ein, dass ich mich diesen Errungenschaften nicht länger so störrisch wie bisher verschließen sollte.
Gefühlt hatte ich das Neue Mobilphone schon mehr in der Hand, wie das Alte in den vergangenen Jahren.
Mal sehen, ob ich wirklich den versprochenen Ehrgeiz entwickle mich mit dieser Kommunikationstechnik auseinanderzusetzen?
Ich war erstmals seit den Weihnachtstagen wieder in der Wormser Innenstadt unterwegs. – Bin außer den Fahrkosten kaum einen Cent losgeworden. – Wie ich das fertiggebracht habe ist mir selbst ein Rätsel?
Dennoch war der Stadtgang keiner für die Katz.
Kam doch bei plus 4 C bis – 1 C° Endlich Mal so etwas wie Wintergefühl in mir auf.
Weniger Wintergefühl dafür so einige andere, bahnten sich ihren Weg ans Tageslicht, wie ich an der Kasse - eines Supermarktes, nahe des Wormser Bahnhofes - meinen Rucksack öffnen musste.
Es war natürlich kein großes Problem.
Zumal ich von der Kassiererin höfflich gebeten wurde.
Dennoch fand ich es nicht besonders amüsant, der Kassiererin und einer hinter mir wartenden Menschenschlange, meinen Rucksackinhalt zu präsentieren.
Vielleicht? Sicher sogar hätte ich mir auch das ironische „Herzlich Gerne" verkneifen können, dass mir bei jedem weiteren Rucksackfach, das ich auf Verlangen öffnete aus meinem bösen Mundwerk flutschte.
Im Nachhinein, so schlau war ich leider nicht, hätte ich nachfragen sollen, warum ich den Rucksack öffnen sollte, weil ich der Mensch mit einem Rucksack war oder weil ein Verdacht gegen mich vorlag? – Keine Ahnung! Zumal ich im selben Markt schon unzählige Besuche zuvor unbehelligt mit Rucksack auf dem Rücken überstanden hatte.
Insgesamt kein großes Ding, was ich auch daran merke, dass es mir erst jetzt beim Blogschreiben wieder in den Sinn kam.
Was nichts daran ändert, dass es ein äußerst beklemmendes Gefühl ist, wenn man sich unschuldig Verdächtig fühlt.
Heute Abend habe ich eine wunderschöne filmische Umsetzung des Nicolas Barreau Buches: „Das Lächeln der Frauen" gesehen.
Wenn auch ausnahmsweise nur mit einem Auge.
Entdeckte ich doch im Chat meine liebe Mailfreundin.
Mit der ich über Cafés, Eisdielen, Eis zum Selbstmachen, Tina Turner und das Verhalten schießwütiger Vermieter sinnierte.
Normalerweise bin ich ja beim Filmschauen strenger Beobachter und Genießer!
Dafür war aber an diesem letzten Dezembersamstagabend 2019 meine Aufmerksamkeitsspanne deutlich zu klein.
So war der Wortschwall, zwischen uns, eine mehr wie willkommene Ergänzung zu dem Fernsehfilm.
Morgen halte ich es wie Balu der Bär aus dem Dschungelbuch und versuche es einfach Mal „Mit Ruhe und Gemütlichkeit".

Das mit dem Rucksack öffnen , finde ich ok , denn gerade zu solchen Feiertagen, wird doch einiges so eingesteckt . Viele sagen sich dann , ach ich versuche es einfach mal. Danach würden sie sich bestimmt selbst ärgern, wenn man sie dabei erwischen würde.:o
Genieße den Sonntag noch in aller Ruhe, denn morgen ist wieder ein Werktag. ;):D